Friedrich Vorwerk: Gesetzentwurf bedroht Aktie nach Aufstieg in den SDax
نظرة سريعة
- Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung soll den Vorrang für Erdkabel bei neuen Gleichstromleitungen aufheben.
- Dies bedroht die Aktie von Friedrich Vorwerk, einem Spezialisten für Erdkabelbau, der erst kürzlich in den SDax aufstieg.
- Analysten sehen Risiken und begrenzte Aufwärtspotenziale.
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لماذا يهم
Friedrich Vorwerk, a specialist in underground high-voltage cable construction, benefited from a German law prioritizing undergrounding for the energy transition. The company's stock rose significantly after its SDax listing in April 2025. A new government bill aims to remove this priority for new DC power lines.
Vor rund einem Jahr stieg Friedrich Vorwerk in den SDax auf. Heute notiert die Aktie 47 Prozent unter dem Rekordhoch vom Oktober. Dazwischen liegt ein Gesetzentwurf. Laura Thalmeyer 11.06.2026 - 08:50 Uhr Artikel anhören
Erdkabel vor der Verlegung: Friedrich Vorwerk hat auf die Energiewende gesetzt. Foto: dpa (Archivbild)
Düsseldorf. Als Friedrich Vorwerk im April 2025 in den SDax aufstieg, war das die Bestätigung einer Wette, die der Staat selbst angeboten hatte: Wer Hochspannungskabel unter die Erde bringt, baut die Energiewende. Seit 2015 galt das entsprechende Gesetz, ab 2021 war Vorwerk börsennotiert, seit April 2025 war das Unternehmen im Index. Die Logik schien unaufhaltsam.
Gut ein Jahr später ist die Aktie rund 47 Prozent vom Rekord im Oktober entfernt. Auslöser ist ein Gesetzentwurf der neuen Bundesregierung, der den Erdkabelvorrang für neue Gleichstromleitungen aufheben soll.
Am Donnerstag berät der Bundestag erstmals darüber. Was danach passiert, dürfte mitentscheiden, wie sich der Kurs des SDax-Titels weiterentwickelt.
Friedrich Vorwerk gilt als einer der profilierten Anbieter im deutschen Hochspannungskabel- und Leitungsbau. Wenn neue Gleichstromverbindungen künftig primär als Freileitung geplant würden, könnte sich die Nachfrage nach genau jenen Leistungen verschieben, für die Vorwerk als Spezialist gesehen wird.
Analyst Leon Mühlenbruch von MWB Research hat seine Verkaufsempfehlung nach dem Kursrutsch mittlerweile aufgegeben. Chancen und Risiken hielten sich inzwischen die Waage, schrieb er – die überzogenen Erwartungen an das Unternehmen seien auf ein realistischeres Niveau korrigiert worden. Sein Kursziel liegt bei 60 Euro. Jefferies hatte die Aktie bereits Mitte Mai mit „Underperform“ und einem Ziel von 65 Euro bewertet. Beide Einschätzungen eint die gleiche Botschaft: Das politische Risiko ist real, das Aufwärtspotenzial begrenzt.
Der Grund für den jüngsten Kursrutsch war ein Gesetzentwurf der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz: 45 neue Netzausbauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 44,65 Milliarden Euro sollen in dessen Rahmen in den Bundesbedarfsplan aufgenommen werden. Der entscheidende Satz steht in Paragraf 3: Die seit 2015 geltende Pflicht zur Erdverkabelung von Hochspannungs-Gleichstromleitungen wird für neue Projekte aufgehoben. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verteidigte das als „Grundstein für den weiteren kosteneffizienten Ausbau der Stromnetze“.
Für den Kurs von Friedrich Vorwerk ist das jedoch eine Bedrohung auf dem mittleren Zeithorizont. Finanzchef Tim Hameister gibt auf Nachfrage dem Handelsblatt eine Entwarnung, zumindest für die nahe Zukunft: „Laufende Erdkabelprojekte sind vom aktuellen Gesetzentwurf nicht berührt. Tatsächlich betroffen wären frühestens Projekte mit Baustart in den 2030er-Jahren.“ Doch Anleger preisen die Erwartungen bereits ein.
Stromnetzausbau
Wie der Erdkabel-Vorrang noch gerettet werden könnte
Das operative Geschäft gibt indes keinen Anlass zur Sorge. 2025 erzielte Friedrich Vorwerk einen Umsatz von 704,3 Millionen Euro, einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 163,3 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 86,5 Millionen Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand belief sich Ende 2025 auf 1,02 Milliarden Euro, das akquirierte Projektvolumen stieg um 28,7 Prozent auf 990,8 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2026 lag die Ebitda-Marge bei 22,8 Prozent.
Das Management zeigt sich offenbar zuversichtlich: Finanzchef Hameister hat am 18. Mai, mitten in der Verkaufswelle, persönlich 800 Aktien zu je 64,71 Euro gekauft.
Gegenwind von allen Seiten
Analyst Mühlenbruch benennt das Grundproblem dennoch klar: Die glänzenden Bedingungen aus dem Vorjahr erschienen zunehmend unerreichbar angesichts geopolitischer Spannungen und der schleppenden Umsetzung des deutschen Infrastrukturprogramms.
Für die Aktie spricht: Die politische Front ist nicht so geschlossen, wie der Kabinettsbeschluss vermuten lässt. Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt (Grüne) nannte den Schwenk des Kabinetts in den „Elmshorner Nachrichten“ einen Bruch: „Niemandem ist zu erklären, warum in der einen Gemeinde ein Erdkabel gebaut wird und nur wenige Kilometer weiter Stahlmasten in die Landschaft gestellt werden.“
Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag: In der nächsten Sitzung soll das Freileitungsgesetz auf der Tagesordnung stehen. Foto: picture alliance/dpa
Goldschmidts Argument zielt auf den Kern: Erdverkabelung war bislang der Preis für Akzeptanz vor Ort. Beim Erdkabelprojekt Alegro gab es rund 30 Einwendungen, beim Freileitungsprojekt Ultranet über 1000. Klagen, Anhörungen und Planänderungen kosten Zeit und Geld.
Der CFO von Friedrich Vorwerk warnt daher davor, dass vermeintliche Baukostenvorteile in der Realität kippen könnten: „Ob die erhofften Kostenvorteile somit am Ende realisiert oder durch Verzögerungen und steigende Redispatch-Kosten aufgezehrt werden, wird erst das weitere Verfahren zeigen“, sagt Hameister. Redispatchmaßnahmen beziehen sich auf die Anpassung der Leistungseinspeisung von Kraftwerken im Stromnetz, um regionale Überlastungen zu vermeiden oder zu beseitigen.
Anders Jensen, Technologievorstand des dänischen Kabelherstellers NKT, sieht die Kostenrechnung der Befürworter in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ daher als zu kurz gegriffen: „Politische Entscheidungen über die zukünftige Stromversorgung Deutschlands dürfen nicht auf einer Baustellenrechnung beruhen. Sie müssen das volkswirtschaftliche Gesamtbild sehen.“
Das eigentliche Verfahren beginnt jetzt
Nach der ersten Lesung am Donnerstag geht der Entwurf in den federführenden Ausschuss für Wirtschaft und Energie, dort können Länder und Opposition Änderungen einbringen. Bestandsschutz für bestimmte Projekte oder definierte Erdkabel-Pilotkorridore wären denkbar. Für Friedrich Vorwerk hängt von genau diesen Weichenstellungen ab, wie viel von der Wachstumsstory nach der aktuellen Auftragspipeline noch übrig bleibt.
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Selbst bei einem stärkeren Freileitungsfokus bleiben entlang der Trassen vielfältige Bauleistungen notwendig, von Umspannwerken über Zuleitungen bis zur Anschlussinfrastruktur. Und der Netzausbau insgesamt wird nicht kleiner. In andere Segmente zu wachsen – Gasleitungen, Wasserstoff, Industrieprojekte – bleibt eine Option. Doch das Unternehmen muss nun glaubwürdig zeigen, dass Wachstum und Margen nicht einseitig am Erdkabelvorrang hängen.
Mit Agenturmaterial.
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توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
The Bundestag will pass the bill, but potentially with amendments that offer some protection or phased implementation for underground cables.
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Friedrich Vorwerk's stock price will remain volatile until the legislative outcome is clear and the company demonstrates a clear strategy for growth beyond underground cables.
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The debate over underground vs. overhead lines will continue, with regional governments and local communities playing a significant role in future project approvals.
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أسئلة مفتوحة
- Will the Bundestag amend the bill to include specific protections for underground cables or pilot projects?
- What will be the actual long-term cost difference between underground and overhead lines considering potential delays and redispatch costs?
- How will regional politicians react to the final decision, and could this lead to further legal challenges?
- Will Friedrich Vorwerk successfully diversify into other infrastructure segments if the underground cable market shrinks?





