Gericht in Paris verurteilt Lafarge wegen Schutzgeldzahlungen an IS
Der französische Zementhersteller zahlte Millionen an dschihadistische Milizen, um den Betrieb in Syrien aufrechtzuerhalten
نظرة سريعة
- Ein Pariser Gericht hat den ehemaligen Chef des Zementherstellers Lafarge zu sechs Jahren Haft verurteilt, da das Unternehmen Schutzgelder an den IS zahlte.
- Das Unternehmen selbst muss eine Geldstrafe von 1,125 Millionen Euro zahlen.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
لماذا يهم
Lafarge hielt sein Zementwerk in Syrien während des Bürgerkriegs durch Schutzgeldzahlungen an Milizen, darunter den IS, in Betrieb. Dies führte zu einem langjährigen Rechtsstreit über die Mitverantwortung des Unternehmens an terroristischen Aktivitäten.
130 Menschen starben, als 2015 Terroristen an mehreren Orten in Paris das Feuer eröffneten. Anschläge wie dieser waren auch deshalb möglich, weil Unternehmen wie der französische Zementhersteller Lafarge in Syrien Geschäfte machten. Zu diesem Schluss ist nun ein Gericht in Paris gekommen. Es verurteilte den Ex-Chef des Konzerns wegen Zahlung von Schutzgeldern an dschihadistische Milizen zu sechs Jahren Haft. Für das Unternehmen verhängten die Richter die höchstmögliche Strafzahlung von 1,125 Millionen Euro. Sieben weitere Angeklagte, unter ihnen zwei syrische Mittelsmänner, wurden ebenfalls zu Haftstrafen zwischen 18 Monaten und 7 Jahren verurteilt.
Lafarge habe der Miliz Islamischer Staat (IS) und zwei anderen Gruppen insgesamt 5,6 Millionen Euro gezahlt, um 2013 und 2014 inmitten des Bürgerkriegs eine Zementfabrik in Syrien weiterlaufen zu lassen, erklärten die Richter. »Dies ermöglichte dem IS auch die Organisation von Anschlägen in Europa«, erklärte die Vorsitzende Richterin Isabelle Prévost-Desprez mit Blick auf die Anschläge vom November 2015 in Paris. Mehrere Angehörige der Opfer dieser Anschläge waren als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten.
Lafarge, das inzwischen von dem Schweizer Konzern Holcim übernommen wurde, sei eine »echte Geschäftspartnerschaft« mit dem IS eingegangen, betonte die Richterin.
Die Verteidigung hatte versucht, die Richter davon zu überzeugen, dass das Unternehmen von den Milizen erpresst worden sei. »Was wäre aus den Beschäftigten des Werks geworden, wenn wir gegangen wären?«, hatte der frühere Vizechef von Lafarge, Christian Herrault, während des Verfahrens betont. Die Strategie ging nicht auf: Die Staatsanwaltschaft verwies auf interne Kommunikation, die auf ausgehandelte Vereinbarungen hindeutete. Der frühere Chef des syrischen Tochterunternehmens, Bruno Pescheux, machte geltend, dass das Unternehmen mit einem schnellen Ende des Konflikts gerechnet habe. »Alle haben uns gesagt, es würde schnell vorbei sein«, erklärte er.
Die Staatsanwaltschaft erkannte an, dass die Angeklagten nicht die dschihadistische Ideologie unterstützten. Sie prangerte aber fehlende Eingeständnisse und Reue an.
Lafarge hatte 2012 seine internationalen Mitarbeiter aus Syrien abgezogen. Das Zementwerk, in das Lafarge 680 Millionen Euro investiert hatte, blieb jedoch mithilfe der syrischen Mitarbeiter in Betrieb. 2014 übernahm der IS die Kontrolle über das Werk.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Weitere zivilrechtliche Klagen von Opfern gegen das Unternehmen.
مرجح · خلال أشهر
أسئلة مفتوحة
- Wird Holcim weitere rechtliche Schritte gegen ehemalige Lafarge-Manager einleiten?
- Wie reagieren die Opferfamilien auf die Höhe der Strafzahlung?
