Libanon meldet Tote bei israelischen Angriffen trotz vereinbarter Waffenruhe
Während Israel, Libanon, die Hisbollah, der Iran und die USA weiter verhandeln, dauern Angriffe und Drohungen in der Region an.
نظرة سريعة
- Trotz einer angekündigten Umsetzung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon dauern Angriffe, Gegenangriffe und Drohungen an.
- Zugleich laufen Gespräche zwischen den USA, dem Iran sowie den Konfliktparteien weiter, ohne dass eine stabile Lösung erreicht ist.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
Israel und die USA begannen am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
Ajatollah Ali Chamenei wurde bei den Angriffen getötet. Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist seither neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
Am 8. April vereinbarten der Iran und die USA eine zweiwöchige Waffenruhe. Die USA stellten ihre Angriffe unter der Bedingung ein, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet. Seit dem 13. April blockiert das US-Militär iranische Häfen an der Straße von Hormus.
Am 21. April kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Waffenruhe zu verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zum Kriegsende vorlegt. Bislang sind alle Verhandlungsversuche gescheitert.
Trotz einer Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf die Umsetzung einer im April beschlossenen Waffenruhe ist es erneut zu tödlichen Gefechten gekommen. Bei israelischen Angriffen auf den Süden und den Osten des Libanon wurden nach libanesischen Angaben acht Menschen getötet. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.
Das israelische Militär erklärte, ein Soldat sei im Süden des Libanon getötet worden. Er sei durch eine Rakete ums Leben gekommen, die von der proiranischen Hisbollah-Miliz auf einen israelischen Panzer abgefeuert worden sei.
Im Libanon gilt den Angaben zufolge bereits seit dem 17. April eine Feuerpause. Israel und die Hisbollah greifen sich jedoch weiter täglich an. Am Mittwoch hatten sich Israel und der Libanon bei Gesprächen in Washington auf die »Umsetzung einer Waffenruhe« geeinigt. Die Hisbollah teilte am Donnerstag mit, sie lehne die Vereinbarung ab.
US-Präsident Donald Trump bewertete die beschlossene Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon positiv und sprach von Fortschritten. Er sagte zudem, er habe Kontakt mit der Hisbollah gehabt. In Bezug auf den Iran erklärte Trump, die US-Regierung brauche keine Abkommen, um angereichertes Uran aus dem Land zu erhalten. Einen Tag zuvor hatte er noch mitgeteilt, die USA würden im Rahmen des diskutierten Abkommens die iranischen Bestände an hochangereichertem Uran übernehmen.
Die iranische Revolutionsgarde forderte Israels Armee zum Abzug aus dem Libanon auf. Die Region könne niemals stabil werden, solange Israel Teile des Libanon besetzt halte, hieß es in iranischen Staatsmedien. Eine Waffenruhe an allen Fronten, einschließlich des Libanon, sei für die iranische Führung von Beginn an die Grundbedingung für ein Ende des Krieges mit den USA gewesen.
Zuvor hatte die vom Iran unterstützte Hisbollah die zwischen den Regierungen Libanons und Israels vereinbarte Waffenruhe abgelehnt. Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim sagte, ein Rückzug seiner Kämpfer aus dem Südlibanon, wie in der Vereinbarung gefordert, käme einer »Kapitulation« gleich. Die jüngsten Verhandlungen mit Israel bezeichnete er als »Erniedrigung«. Solange Israel im Land bleibe, werde der Widerstand fortgesetzt.
Israels Armee bleibt vorerst im Süden des Libanon und warnt Vertriebene davor, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Wegen anhaltender Kämpfe mit der Hisbollah bestehe dort Lebensgefahr.
In einer schriftlichen Botschaft warnte Modschtaba Chamenei vor einer Spaltung des Iran, die von den USA und Israel angestrebt werde. Das von den Vereinigten Staaten geführte »unterdrückerische System« könne ein starkes und unabhängiges Iran nicht akzeptieren, erklärte er. Daher zielten die USA, die ihm zufolge »militärisch gescheitert« seien, auf eine Spaltung des Landes. Er rief zur nationalen Einheit auf und sagte, jede Handlung, die Pessimismus oder Frustration in der Öffentlichkeit schaffe, helfe dem Feind. Die Botschaft wurde anlässlich des Todestages von Ruhollah Chomeini veröffentlicht.
Im Libanon kam es trotz neu vereinbarter Waffenruhe weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär bestätigte die Angriffe zunächst nicht.
Unter Vermittlung der USA vereinbarten Israel und der Libanon, »eine Waffenruhe umzusetzen«. Voraussetzung dafür sei, dass die Hisbollah das Feuer vollständig einstellt und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückzieht, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des US-Außenministeriums. Zudem sollen Zonen eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und nicht staatliche Akteure ausgeschlossen werden.
In der Woche ab dem 22. Juni wollen beide Seiten demnach die direkten Gespräche fortsetzen, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen. Alle beteiligten Parteien verurteilten in der gemeinsamen Erklärung zudem die iranischen Angriffe in der Region.
Trump äußerte sich erneut optimistisch über die Gespräche mit dem Iran. Die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen für eine 60-tägige Verlängerung der Feuerpause liefen »sehr gut«, sagte er. Zugleich erklärte er, es könne auch sein, dass es nicht zu einer Einigung komme. Trump sagte weiter, er würde das Thema Libanon gerne »getrennt« von der Öffnung der Straße von Hormus behandeln. Zuvor hatte der Iran ein Ende der israelischen Angriffe im Südlibanon als Bedingung für weitere Gespräche genannt.
Die iranische Revolutionsgarde erklärte, sie sei nicht für den tödlichen Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait verantwortlich. Eine eigene Untersuchung habe ergeben, dass die iranische Luftwaffe »keinerlei Schüsse auf dieses Ziel abgegeben hat«, sagte Sprecher Hossein Mohebi. Stattdessen machte er die USA verantwortlich und sprach von einem Fehler im US-Luftabwehrsystem.
Zuvor hatte die Revolutionsgarde nach eigenen Angaben einen Luftwaffenstützpunkt in Kuwait angegriffen, auf dem US-Hubschrauber stationiert seien. Der genannte Stützpunkt liegt rund 60 Kilometer vom Flughafen entfernt. Bei dem Angriff auf ein Passagierterminal am internationalen Flughafen von Kuwait wurde nach Angaben des kuwaitischen Gesundheitsministeriums ein Mensch getötet, 63 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der kuwaitischen Armee feuerte der Iran seit dem Morgen 13 ballistische Raketen und 17 Drohnen auf Kuwait ab.
Nach iranischen Angaben finden zwischen den USA und dem Iran weiterhin Verhandlungen statt. Außenminister Abbas Araghtschi sagte dem libanesischen Sender Al-Majadin, die Gespräche seien nicht abgebrochen worden. Es werde jedoch erst vorangehen, wenn der Krieg gegen den Iran sowie im Libanon beendet sei. Zuvor hatten iranische Medien unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, die Gespräche seien abgebrochen worden. Trump hatte das zurückgewiesen.
Nach dem iranischen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait und Bahrain verurteilte die Bundesregierung den Angriff »aufs Schärfste«. Angriffe auf Unbeteiligte und zivile Infrastruktur seien nicht hinnehmbar und müssten sofort eingestellt werden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Deutschland stehe in Solidarität mit Kuwait, Bahrain und der gesamten Golfregion.
Die iranische Führung gab Kuwait und Bahrain eine Mitschuld für die neuerlichen US-Angriffe. Das iranische Außenministerium sprach von der »direkten und unmissverständlichen Verantwortung« der beiden Länder und kritisierte die »kolonialistische Nutzung des Territoriums und der Infrastruktur der Länder in der Region durch die USA«. Teheran erklärte zudem, man habe als Reaktion auf US-Angriffe Ziele in Kuwait und Bahrain attackiert.
Der Militärberater des iranischen obersten Führers, Mohsen Resai, drohte mit weiteren Schlägen, falls die USA weitere Angriffe starten sollten: „Jeder abgefeuerte Schuss und jeder Angriff wird mit einer Flut von Raketen und Drohnen beantwortet werden.“
Die Hisbollah drohte während der laufenden Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel mit Vergeltungsschlägen. Sollte Israel erneut Beirut, dessen Vororte oder die Bekaa-Ebene angreifen, drohten Angriffe auf Tel Aviv und Haifa, sagte der Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati dem Sender Al Arabi. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor mit Angriffen im Raum Beirut gedroht.
Mehrere Medien meldeten zudem einen israelischen Drohnenangriff auf ein Fahrzeug auf einer Autobahn nahe Beirut. Angaben zu möglichen Toten oder Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Die israelische Armee meldete schließlich, ein Flugobjekt abgefangen zu haben, das aus dem Libanon in den israelischen Luftraum eingedrungen sein soll. Einen Zusammenhang mit der Hisbollah stellte das Militär zunächst nicht her. Herkunft und Art des Flugobjekts blieben unklar.



