Merz und Lula eröffnen Hannover Messe - Ausbau der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit
Chancellor und brasilianischer President kündigen verstärkte Kooperation in Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Verteidigung an / Mercosur-Abkommen soll Handelsvolumen verdoppeln
نظرة سريعة
- Bundeskanzler Merz und Brasiliens Präsident Lula haben bei den Regierungskonsultationen im Schloss Herrenhausen einen Ausbau der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Verteidigung vereinbart.
- Das Mercosur-Abkommen, das zum 1.
- Mai in Kraft tritt, soll das Handelsvolumen verdoppeln.
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Die Hannover Messe ist die weltgrößte Ausstellung für Maschinenbau und Elektrotechnik. Brasilien ist Partnerland 2026. Das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Staaten soll am 1. Mai wirksam werden.
Die Kooperationen in Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie sowie in der Verteidigung und Rüstungsbranche wollen die Länder künftig ausbauen. Das gab Bundeskanzler Merz (CDU) nach den Regierungskonsultationen im Schloss Herrenhausen bekannt. Die Nähe der Länder sei "notwendiger denn je in einer Zeit, in der sich die Weltordnung so grundlegend verändert", sagte Merz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
Der traditionelle Kanzler-Messerundgang verlief zuvor anders als geplant: Merz und Lula hatten nach NDR Informationen kurz nach dem Eröffnungsstatement am Stand des Partnerlandes Brasilien getrennte Wege genommen. Während Lula bei den brasilianischen Ständen blieb, zog Merz ohne ihn weiter. Polizei und Messe-Verantwortliche zeigten sich überrascht, denn eigentlich sollten die Politiker den Rundgang gemeinsam absolvieren. "Das haben wir noch nie erlebt", hieß es. Das gemeinsame Abschlussstatement fiel aus: Merz äußerte sich allein.
Aus deutschen Regierungskreisen hieß es im Anschluss, beide Seiten hätten sich einvernehmlich für einen getrennten Besuch der Messestände entschieden. Grund dafür sei, dass sich der Beginn des Rundgangs aufgrund einer Verzögerung in der brasilianischen Delegation verschoben hatte. Um trotzdem möglichst viele Aussteller abdecken zu können, hätten sich die beiden aufgeteilt.
Das diesjährige Partnerland der Messe bezeichnete Merz als einen der wichtigsten Partner Deutschlands in einer sich neu ordnenden Welt. Beide Länder würden das Interesse an einer regel- und vertragsbasierten Welt teilen, so der Kanzler in seinem Eröffnungsstatement. Durch das sogenannte Mercosur-Abkommen, das zum 1. Mai wirksam werden soll, erhofft sich der Kanzler in den nächsten Jahren eine Verdopplung des Handelsvolumens beider Länder. Dabei sei insbesondere die Rohstoffversorgung ein zentrales Thema. Brasilien verfüge über ein "enormes Potenzial" seltener Erden für die E-Mobilität oder Windkraft.
Auch Lula unterstrich die Bedeutung einer auf Regeln und internationalen Institutionen basierenden Weltordnung. Zudem warb der brasilianische Präsident für eine "immer produktivere, immer effektivere und immer bessere" Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas.
Am Sonntagabend hatten Merz und Lula die Hannover Messe offiziell eröffnet. Vor der Eröffnung hatten sich die beiden im Schloss Herrenhausen zu ersten Gesprächen getroffen. Kurz vor dem Start der wichtigsten Industrieschau der Welt sagte Merz, Deutschland solle ein "erfolgreiches, wettbewerbsfähiges Industrieland" bleiben - gerade in Zeiten großer Veränderungen. "Deshalb müssen wir von dieser Messe aus ein Zeichen der Zuversicht geben."
Lula warb in seiner Eröffnungsrede für erneuerbare Energien. Den Angaben zufolge wird 92 Prozent des brasilianischen Stroms über erneuerbare Energien erzeugt. Brasilien könne der Europäischen Union helfen, die Energiekosten zu senken und ihre Industrie zu dekarbonisieren, betonte Lula.
Die Hannover Messe ist nach eigenen Angaben die weltgrößte Ausstellung für Maschinenbau und Elektrotechnik. In diesem Jahr sind zum ersten Mal Rüstungsunternehmen vertreten. Rüstung ist ein neuer Themenbereich der Messe: Im Ausstellungsbereich "Defense Production Parc" werden nach Angaben der Messe Lösungen präsentiert, wie Rüstungsgüter schnell aufgebaut und produziert werden können. Auf 1.200 Quadratmetern stellen etwa 40 Unternehmen ihre Angebote vor. Vor Ort werden demnach unter anderem Rheinmetall-Chef Armin Papperger und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet.
Das Motto der Hannover Messe 2026 lautet "Industrial Transformation". Es gehe darum, wie Künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion, Automatisierung und Robotik eingesetzt werden kann, heißt es von den Organisatoren. 4.000 Ausstellende aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft werden vor Ort sein. Darunter sind große Unternehmen wie Microsoft, Amazon und Siemens. Hinzu kommen viele mittelständische Betriebe sowie Start-ups. Erwartet werden etwa 130.000 Besucherinnen und Besucher. Im vergangenen Jahr kamen rund 127.000 Menschen. Aufgrund eines Warnstreiks im Nahverkehr könnte es für Interessierte in diesem Jahr jedoch schwieriger werden, zum Messegelände zu kommen.
Für Messechef Jochen Köckler ist die Zusammenarbeit mit Brasilien "ein strategisches Bündnis". Ausgewählt wurde das Land laut Messe wegen seiner globalen Führungsrolle in Technologien wie erneuerbaren Energien und Digitalisierung sowie seiner geopolitischen Bedeutung. Deutschland ist nach Angaben der Stadt Hannover der größte europäische Wirtschaftspartner Brasiliens. Deutsche Tochterunternehmen erwirtschaften demnach etwa zehn Prozent des brasilianischen Industrie-Bruttoinlandsprodukts und schaffen 250.000 Arbeitsplätze vor Ort. In den Bereichen Klimaschutz, Fachkräfte und Lieferketten spiele Brasilien eine zunehmende Rolle für deutsche Interessen.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Verdopplung des Handelsvolumens zwischen Deutschland und Brasilien in den nächsten Jahren durch Mercosur
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Weitere Rüstungskooperation zwischen Deutschland und Brasilien
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Brasilien wird wichtiger Lieferant seltener Erden für Deutschland
مرجح · خلال سنوات
أسئلة مفتوحة
- Warum wurden die konkreten Inhalte der Verteidigungskooperation nicht genannt?
- Welche konkreten Projekte sind bei seltenen Erden geplant?
- Wie wird der getrennte Messerundgang diplomatisch bewertet?



