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Rüstungsindustrie: "Wir können sagen: Der Renk liefert."
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FAZ15.06.2026Business8 dk okumaGermany

Rüstungsindustrie: "Wir können sagen: Der Renk liefert."

نظرة سريعة

  • Ein Rüstungsmanager von Renk versichert, dass sein Unternehmen liefert, kritisiert aber das insgesamt zu langsame Tempo der Branche.
  • Er erklärt die Herausforderungen bei der Skalierung der Produktion und die Notwendigkeit, sowohl große als auch kleine Waffensysteme zu entwickeln.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

لماذا يهم

Nach der Ausrufung der Zeitenwende ist die Bundeswehr noch immer unterfinanziert. Die Rüstungsindustrie wird aufgefordert, das Tempo bei der Lieferung von Gerät zu erhöhen.

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Herr Sagel, gut vier Jahre ist es her, dass Deutschland die Zeitenwende ausgerufen hat, aber die Bundeswehr ist noch immer ziemlich blank. Wann liefert die Rüstungsindustrie?

Es stimmt: Die Bundeswehr ist heute schlechter aufgestellt als vor vier Jahren, vor Kriegsbeginn in der Ukraine. Das ist aber temporär, weil viele alte Systeme abgegeben wurden, das muss natürlich erst einmal kompensiert werden. Mit der Rede des amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz vor anderthalb Jahren hat aber jeder in Europa verstanden, dass wir jetzt etwas tun müssen für unsere eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit. Deutschland ist auf dem richtigen Weg, aber es dauert, bis aus den Bestellungen tatsächlich Gerät wird, das in der Truppe verfügbar ist.

Lange hieß es aus der Branche, es gebe nicht genug Planungssicherheit, die Politik müsse sich erst mal über die Bedarfe klar werden. Das ist also vorbei?

Natürlich wäre es schön, zu wissen, wie viele Getriebe exakt man in den nächsten 20 Jahren jeweils produzieren soll. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass das nicht möglich ist. Wir fühlen uns von der Bundeswehr und den großen Herstellern wie Rheinmetall gut darüber informiert, was benötigt wird. Wir arbeiten mit Szenarien, auch ohne feste Rahmenverträge. Wir haben ja keine Planwirtschaft in Deutschland, wo auf 10 Jahre hinaus die Stückzahlen vorgegeben werden. Die Rüstungsindustrie darf das auch nicht erwarten, denn das wird schon allein wegen der Innovationszyklen nicht gehen.

Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

F.A.S. jetzt lesen

Verteidigungsminister Boris Pistorius ist ungeduldig – und zeigt mit dem Finger auf die Unternehmen. Fühlen Sie sich angesprochen?

Wir können sagen: Der Renk liefert. Wenn unsere Kunden nicht liefern, liegt es nicht daran, dass ein Getriebe von uns fehlt. In der Summe ist es so, dass die Rüstungsindustrie schlicht und einfach mehr Tempo machen muss. Die Zeit für Zurückhaltung gibt es nicht mehr. Die Aufrüstung muss deutlich schneller gehen. Das haben auch alle in der Branche verstanden.

Trotzdem gibt es an vielen Stellen lange Lieferzeiten oder auch Verzögerungen, etwa beim Flugabwehrsystem Skyranger von Rheinmetall.

Ich möchte da aber auch für Verständnis werben. Grundsätzlich lässt sich die Produktion eines Getriebes einfacher skalieren als die Produktion einer ganzen Plattform. Bei manchen Produkten kommt noch hinzu, dass neue Fähigkeiten entwickelt werden müssen. Bleiben wir beim Thema Luftabwehr: Da geht es jetzt eben auch um die Abwehr von Drohnen, diese Systeme müssen bei laufender Fahrt auf ein oftmals sehr kleines, bewegliches Objekt schießen können.

Was genau tut Renk, um die Kapazitäten auszubauen?

Zwei Dinge. Erstens: Wir entrümpeln. Das heißt, wir reduzieren konsequent alle Aktivitäten, die nicht direkt zur Wertschöpfung beitragen. Wir schaffen mehr Effizienz in dem finalen Montageschritt, quasi der Hochzeit des Getriebes. Außerdem investieren wir in die Fertigung, wir holen mehr Arbeitsschritte zu uns, etwa in der Bearbeitung von Getriebekomponenten. Gleichzeitig stocken wir unsere Kapazitäten extern auf, um Flexibilität zu haben. Wir brauchen bis zu 12 Monate, um unsere Kapazitäten hochzufahren, wir haben 70 Prozent unserer Lieferkette integriert. Wer heute ein Getriebe bestellt, bekommt es in einem Jahr geliefert.

Drei Prozent Ihres Umsatzes wollen Sie in den Ausbau Ihrer Kapazitäten investieren. Klingt nicht nach viel.

Das ist der jährliche Durchschnitt bis 2030, in manchen Jahren liegen wir darüber. Auch mit diesen Summen können wir unsere Stückzahlen verdreifachen – weil wir bestehende Kapazitäten nutzen und keine neuen Standorte bauen. Vor allem in Rheine in Nordrhein-Westfalen werden wir wachsen, das ist unser zweitgrößtes Werk in Europa. Dort wurden bis letztes Jahr vor allem Industriegetriebe hergestellt, das wandeln wir jetzt sukzessive um in einen militärischen Standort. Hier in Augsburg haben wir bereits eine sehr moderne Fertigung.

Wenn Sie jetzt Ihre Kapazitäten ohne großen Aufwand verdreifachen können, muss Renk ja vor der Zeitenwende ziemlich ineffizient gewirtschaftet haben.

Renk gehörte bis 2020 zum VW-Konzern. Wir waren für VW vom Umsatz her natürlich ein Sandkorn, aber am Standort Augsburg wurde immer ordentlich investiert. Deutlich über den drei Prozent, die wir heute brauchen. Es gab immer gute Beziehungen zwischen den Betriebsräten, der Gewerkschaft und dem Unternehmen. Davon hat der Standort profitiert. Aber, ja, die Halle war für die damaligen Stückzahlen einfach viel zu groß. Heute ist das ganz anders. Für unsere Investoren ist es natürlich interessant, dass wir die Verdreifachung unserer Kapazitäten mit geringen Investitionen stemmen.

Ihre Investoren scheinen dennoch Zweifel zu haben: Der Aktienkurs von Renk ist um mehr als ein Drittel eingebrochen im letzten Jahr. Warum?

Zur Wahrheit gehört auch: 2025 gab es durch die Rede von Vance und den vielen Milliarden viel Bewegung an der Börse. Da gab es erst mal viele Aufträge zu holen. 2026 geht es stärker um die tatsächliche Performance im Tagesgeschäft, darum, wie gut die Auftragsbestände abgearbeitet werden. Wir können natürlich auch nur dann ausliefern, wenn die Kunden das Getriebe brauchen – das wollen sie sich nicht erst mal auf Lager legen. Ganz ehrlich: Für mich ist das nachvollziehbar, dass es nun eine Korrektur am Markt gibt.

Aktionäre dürfte auch umtreiben, dass es zunehmend Zweifel gibt, ob große, konventionelle Waffensysteme in Zukunft noch dieselbe Bedeutung haben. Also jene Panzer und Fahrzeuge, in denen Ihre Getriebe verbaut werden. Investiert die Bundeswehr in die richtigen Dinge?

Aus meiner Sicht ist das eine falsche, ausgrenzende Betrachtung. Ich bin überzeugt, dass die künftige Gefechtsführung einen Verbund aus Waffen braucht – aus großen Systemen wie Panzer und kleinen, unbemannten wie Drohnen. Sie werden Europa nicht schützen können mit dem viel besungenen Drohnenwall. Schauen Sie in den Nahen Osten: Dieser Krieg wird sich jetzt womöglich noch länger mit Luftangriffen, ballistischen Raketen und Angriffen auf Ölanlagen hinziehen. Es braucht auch weiterhin „boots on the ground“. Die Bundeswehr hat einen enormen Bedarf an konventionellen Systemen.

108 Milliarden Euro investiert Deutschland dieses Jahr in die Aufrüstung. Selbst ihre Vorgängerin Susanne Wiegand moniert, der Fokus in der Beschaffung liege bislang zu sehr auf Großgerät.

Ich vertrete da eine andere Sichtweise. Es braucht beides. Trotzdem sind Drohnen zu Recht ein populäres Thema. Es gibt keine einzige europäische Armee, die keine Drohnen braucht – in der Luft, an Land und unter Wasser. Ich finde eher besorgniserregend, dass die Einführung dieser neuen Systeme sehr lange dauert, wenn man das Tempo bedenkt, in dem sie sich weiterentwickeln. Wenn eine Kamikaze-Drohne denselben Prozess durchläuft wie das normale Großgerät, dann werden wir vor Anfang des nächsten Jahrzehnts keine funktionierenden Systeme haben. Hier muss es mit der Beschaffung schneller gehen.

Am Montag kommt die Branche auf der Messe Eurosatory in Paris zusammen – eine Woche nachdem Deutschland und Frankreich das Projekt eines gemeinsamen Kampfjets beerdigt haben. Weshalb sind solche europäischen Rüstungsvorhaben so schwierig?

Es gibt ja durchaus Schritte zur Konsolidierung: Zum Beispiel im Marinesegment oder im Bereich der Luftabwehr. Aber gerade bei sehr komplexen Projekten waren diese Kooperationen schon in der Vergangenheit oft nicht erfolgreich. Da gibt es verschiedene Hürden, zum Beispiel muss man sich über Exportrichtlinien einig werden, weil man ja auch international Geschäft machen will. Es gibt viele Partikularinteressen zwischen den Nationen und in den eigenen Industrien. Das ist dem Austausch von Technologie nicht gerade förderlich.

Auch im Bereich der Kampfpanzer leistet sich Deutschland gleich drei verschiedene Projekte, mit jeweils unterschiedlichen Partnern. Ist das wirklich sinnvoll?

Der dominierende Kampfpanzer in Europa ist der Leopard 2, da ist die Konsolidierung schon sehr weit. Er ist klar am meisten verbreitet, und ich denke, der Leopard wird auch künftig die bestimmende Plattform bleiben. Auf der nächsten Ebene, also bei den Schützenpanzern, den Transportpanzern, da gibt es viel mehr Vielfalt. Für uns als Renk wäre natürlich ein Panzer mit großen Stückzahlen besser, und für die Kunden wäre es billiger. Aber ich denke nicht, dass sich Europa da irgendwann auf wenige Systeme beschränkt. Dafür sind wir in der europäischen Einigung einfach noch nicht weit genug.

ما الذي يجب مراقبته

توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق

  • Renk wird seine Stückzahlen bis 2030 verdreifachen.

    مرجح جداً · المدى الطويل

أسئلة مفتوحة

  • Wie schnell können Lieferzeiten verkürzt werden?
  • Werden europäische Rüstungsprojekte zukünftig erfolgreicher sein?

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This article was originally published by FAZ.

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