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Schwere Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 920, internationale Hilfe läuft an
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Tagesschau Ausland26‏/6‏/2026العالم3 د قراءةGermany

Schwere Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 920, internationale Hilfe läuft an

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  • Nach schweren Erdbeben in Venezuela steigt die offizielle Zahl der Toten auf 920, mit 3.300 Verletzten.
  • Rund 50.000 Vermisstenmeldungen gingen ein.
  • Internationale Hilfe, darunter Rettungsteams aus der Schweiz, Mexiko, Kolumbien, der EU und Deutschland, trifft ein, während die Lage vor Ort unübersichtlich bleibt.

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Nach den schweren Erdbeben in Venezuela werden immer mehr Tote geborgen. Inzwischen liegt die offizielle Zahl der Toten bei 920. Zudem seien 3.300 Menschen verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mit.

Auf einem für die Suche von Vermissten eingerichteten Internetportal sind rund 50.000 Meldungen eingegangen. Auf der inoffiziellen Seite können Angehörige und Bekannte Fotos der vermissten Personen mit Informationen hochladen. Die Daten lassen sich jedoch nicht verifizieren. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Flechter hatte laut Nachrichtenagentur AFP ebenfalls von 50.000 Vermissten gesprochen.

Vielerorts kommt es zu dramatischen Szenen: Menschen hören Hilfeschreie aus den Trümmern eingestürzter Gebäude. Im Fernsehen waren meterhohe Schutthaufen zu sehen, in denen Menschen teils mit bloßen Händen nach ihren Angehörigen suchten.

Erster Hilfsflug aus Deutschland unterwegs

Aus mehreren Ländern machte sich Hilfe auf den Weg. Etwa 160 Rettungskräfte aus der Schweiz und Mexiko landeten nach Berichten des venezolanischen Fernsehens auf einem Militärflugplatz nahe Caracas. Auch aus dem Nachbarland Kolumbien trafen bereits Helfer ein.

Aus der EU ist Hilfe aus acht Mitgliedstaaten mit mehr als 520 Helfern und Rettungshunden unterwegs ins Katastrophengebiet - auch aus Deutschland: Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen startete am Morgen eine erste Militärmaschine mit Material, Soldaten und Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks (THW). Drei weitere Bundeswehrflugzeuge sollen im Laufe des Tages folgen - darunter eines, das auf den Transport von Verletzten ausgelegt ist.

Damit sollen bis zu 80 Helfer, vor allem vom THW, und gut 30 Tonnen Material in das südamerikanische Land gebracht werden, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dazu zählen unter anderem Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Generatoren. Das THW erklärte, ein 48-köpfiges Team einer auf Erdbebeneinsätze spezialisierten Bergungseinheit sei ebenfalls auf dem Weg. Mit an Bord seien auch vier Suchhundeteams.

Die Lage in Venezuela sei noch sehr unübersichtlich, sagte der THW-Teamleiter des deutschen Einsatzes, Peter Benz. "Wir lesen natürlich auch die Newsticker und versuchen, uns aus den Puzzlesteinen ein Bild zusammenzusetzen." Dabei würden auch Kontakte vor Ort helfen. "Aber wir werden sicherlich mit ganz, ganz viel Zerstörung und ganz viel Leid konfrontiert sein." Auch Jonas Brenner von Caritas International sprach bei tagesschau24 von einer unübersichtlichen Lage, das Land sei in einer Art "Schockzustand".

Hoffnung auf Überlebende - auch nach über 100 Stunden

Die Einsatzkräfte haben neben Suchhunden auch technisches Material wie Mikrofone und Kameras dabei, um Verschüttete zu lokalisieren. Die Erfahrung zeige, dass auch "nach 100, 120, 150 Stunden" immer noch überraschend Menschen lebendig aus den Trümmern gerettet würden, sagte Benz.

Auch aus den Niederlanden brach eine Such- und Rettungseinheit mit 65 Mitgliedern und acht Spürhunden nach Venezuela auf. Die US-Armee kündigte die Entsendung von Kriegsschiffen, Flugzeugen und Hubschraubern zur Unterstützung an. Das US-Außenministerium sagte eine Nothilfe in Höhe von 150 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) zu.

Die Hilfe wird dringend benötigt. Im Bundesstaat La Guaira ist die Lage besonders dramatisch. Dort sind nach Angaben des venezolanischen Innenministers Diosdado Cabello mehr als 70.000 Familien von den Folgen der Erdbeben betroffen.

Auf Fernsehbildern waren meterhohe Schutthaufen zu sehen, in denen Menschen teils mit bloßen Händen nach ihren Angehörigen suchten. Vereinzelt wurden aber auch immer wieder Verletzte aus den Trümmern gezogen.

Ein reiches Land - mit verarmter Bevölkerung

Das Land befand sich schon vor der Erdbebenkatastrophe in einer prekären Lage. Trotz der größten bekannten Erdölreserven der Welt - deren Verwertung allerdings technisch komplex und kostspielig ist - leben viele Menschen in Armut. Krankenhäuser, Strom- und Wasserversorgung funktionieren vielerorts nur eingeschränkt.

Tankred Stöbe, Notfallmediziner bei Ärzte ohne Grenzen, bezeichnete das Gesundheitssystem bei tagesschau24 als "eine zweite Katastrophe". "Es fehlt an Ärzten, Pflegenden, aber eben auch an einer Grundausstattung dieser Krankenhäuser, die für dieses Desaster überhaupt nicht vorbereitet ist", erklärte er.

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This article was originally published by Tagesschau Ausland.

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