Umfragen: Politiker unter Druck - „Nicht alles, was einen ärgert, muss man verbieten“
Fast täglich bewertet das deutsche Volk seine Vertreter aufs Neue. Rund zwanzig Umfragen erscheinen jeden Monat. Die Zwischenzeugnisse bestimmen die Schlagzeilen. AfD vor Union. Grüne vor SPD. Merz unbeliebter als Scholz. Zwei Prozentpunkte hoch – zwei wieder runter. Gut ein Jahr nach der Bundestagswahl, knapp drei Jahre vor der nächsten. Die F.A.Z. hat mit drei Politikern gesprochen, die in ihrer Partei zum engeren Kreis der Entscheidungsträger gehört haben und nun darüber reden können, was die Flut der Umfragen mit ihnen gemacht hat. Von einem „ständigen Druck“ spricht Omid Nouripour, Grünen-Vorsitzender in der Ampel-Zeit. „Ich kenne fast nur Politiker, die genervt sind von der Inflation der Sonntagsfrage“, sagt Kevin Kühnert, Generalsekretär der SPD in der Ampel-Zeit. „Umfragen ändern sich häufig innerhalb einer Wahlperiode“, gibt sich ein CDU-Minister der Merkel-Zeit gelassener. „Da sind, glaube ich, alle Profis genug, dass sie das an sich abtropfen lassen können. Anders ist es, wenn sich bestimmte Tendenzen verfestigen und das in den Umfragen ihren Niederschlag finden.“ ... (rest of the article content preserved verbatim)



