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Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen: So aktivieren Sie die Funktion
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Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen: So aktivieren Sie die Funktion

نظرة سريعة

  • Viele Wärmepumpen können im Sommer kühlen.
  • Experten erklären, wie die Funktion aktiviert wird, welche Kosten entstehen und welche Vorteile sie gegenüber Klimaanlagen haben.

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لماذا يهم

Angesichts zunehmender Hitzewellen in Deutschland wird die Kühlung von Innenräumen immer wichtiger. Viele Gebäude sind baulich nicht auf hohe Temperaturen vorbereitet.

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Viele Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen. Ein Experte erklärt, wie Sie die Funktion aktivieren, welche Kosten entstehen und worin sie klassischen Klimaanlagen überlegen sind. Julia Rieder, Katja Bühren 11.07.2026 - 11:34 Uhr Artikel anhören

Die Hitzeperioden nehmen zu: Wärmepumpen mit Kühlfunktion sorgen immerhin in Innenräumen für Erfrischung. Foto: Patrick Pleul/dpa

Berlin, Düsseldorf. In Deutschland steht die nächste Hitzewelle bevor. Bis weit in die kommende Woche steigen die Temperaturen vielerorts erneut auf über 30 Grad. Aufheizen wird es sich dann nicht nur draußen, sondern auch in Wohnungen und Büros – denn ein Großteil der Gebäude hierzulande ist auf die zunehmend häufiger auftretenden Hitzetage baulich nicht vorbereitet.

Allein an den heißen Tagen Ende Juni heizten sich laut Daten des Unternehmens Tado die Innenräume von 61 Prozent der Wohnungen in Deutschland auf mehr als 30 Grad auf. Kein Wunder, dass bei diesen hohen Temperaturen die Sehnsucht nach einer Klimaanlage steigt.

Diese Investition können sich allerdings zahlreiche Haushalte sparen – nämlich ein großer Teil derer, die eine Wärmepumpe installiert haben. Viele lassen sich kostengünstig und mit wenig Aufwand um eine Kühlfunktion ergänzen.

Doch wie teuer ist das Umrüsten, in welchen Gebäuden erweist sich das als sinnvoll und welche Vorteile hat das gegenüber klassischen Klimaanlagen? Das Handelsblatt gibt Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen zum Thema.

Wie funktioniert das Kühlen mit Wärmepumpen?

Wärmepumpen können auf zwei Wegen kühlen: aktiv und passiv. Für die passive Kühlung eignen sich Erd- und Grundwasserwärmepumpen. Statt wie im Winter Wärme aus dem Untergrund aufzunehmen, läuft das System im Sommer andersherum: Es nimmt die Wärme aus dem Haus auf und gibt sie an den kühleren Boden ab. Das passiert, ohne dass die Wärmepumpe in Betrieb ist – sie verbraucht also kaum Energie.

Wie intensiv der Kühleffekt spürbar ist, hängt allerdings davon ab, wie groß der Temperaturunterschied zwischen der Raumluft und dem Erdreich ausfällt. Die passive Kühlung sei nicht mit der Leistung von Klimaanlagen vergleichbar, heißt es bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Im Sommer sei nur eine langsame Klimatisierung zu spüren, „sodass sich empfiehlt, die Kühlregelung der Wärmepumpe entsprechend vorausschauend einzuplanen“.

Ein stärkerer Effekt lässt sich mit der aktiven Kühlung erzielen. Dafür läuft die Wärmepumpe in vollem Betrieb: Sie entzieht dem Gebäude mit Unterstützung des Verdichters Wärme und gibt sie an die Außenluft oder den Boden ab. Das funktioniert auch bei der meistverkauften Wärmepumpen-Technologie, den Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Welche Wärmepumpen lassen sich auf eine Kühlfunktion umrüsten?

„Die meisten modernen Luft-Wärmepumpen verfügen über eine Kühlfunktion“, sagt Joel Grieshaber, Referent Handwerk und Qualifizierung beim Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Diese müsse nur aktiviert werden. In der Regel ist das in den Geräteeinstellungen oder durch ein Softwareupdate möglich. Modelle, in denen eine aktive Kühlung technisch nicht vorgesehen ist, lassen sich laut dem Experten hingegen nicht nachrüsten.

» Lesen Sie auch: Einschnitte bei Wärmepumpen-Förderung: Kunden bleiben auf Tausenden Euro an Mehrkosten sitzen

Anders sei das bei Erd- und Grundwasserwärmepumpen. Sie können mit einem zusätzlichen Wärmeübertrager für die passive Kühlung nachgerüstet werden, so Grieshaber.

Damit das Kühlen mit der Wärmepumpe einen spürbaren Effekt bringt, braucht es zudem Flächenheizungen – etwa im Fußboden oder der Zimmerdecke. Herkömmliche Heizkörper eignen sich dafür eher nicht.

Was kostet es, die Kühlfunktion zu aktivieren?

Die Kühlfunktion bei einer Luft-Wärmepumpe zu aktivieren, ist nicht teuer. Der BWP-Experte Grieshaber empfiehlt, das von einem Fachhandwerker erledigen zu lassen. Dafür könne etwa ein üblicher Wartungstermin genutzt werden, mit den entsprechenden Kosten dafür.

Wichtig sei dabei, dass der Handwerker den Endkunden richtig in die Thematik einweise, so Grieshaber. Das sei auch ein Grund dafür, warum Hersteller die Kühlfunktion nicht grundsätzlich vorab aktivieren.

Es müsse zum Beispiel geklärt werden, ob der Taupunkt beim Kühlen unterschritten werden kann oder nicht. Wird er unterschritten, kann sich etwa Kondenswasser an Rohrleitungen bilden, wenn diese nicht speziell gedämmt sind. Das sollte vermieden werden.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät deshalb, bei einer aktiven Kühlung einen Taupunktwächter zu installieren. Darüber kann die Kühlung so gesteuert werden, dass der Taupunkt nicht unterschritten wird.

Wärmepumpe vor Einfamilienhaus: Moderne Geräte können nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Foto: picture alliance/dpa

Ein Handwerker kann auch sagen, ob Ventile, die die Temperatur in den Räumen regeln, für eine Kühlfunktion ausgetauscht werden müssen. Ist das der Fall, müssen Hauseigentümer mit zusätzlichen Kosten von etwa 500 bis 1000 Euro rechnen. Laut Grieshaber ist es allerdings ausreichend, „wenn man die Ventile in den zu kühlenden Räumen komplett öffnet und sie in den anderen Räumen schließt“.

Deutlich teurer ist das Umrüsten einer Erdwärmepumpe auf die Kühlfunktion. Laut dem Energieversorgungsunternehmen EnBW fallen dafür 2000 bis 4000 Euro an. Grieshaber hält diese Kosten für realistisch. Wie teuer es letztlich im Einzelfall wird, hängt auch vom Wärmepumpenmodell ab. Manche können etwa die Kühlung bereits regeln, bei anderen muss neben einem zusätzlichen Wärmetauscher auch eine separate Regelung eingebaut werden.

Wie stark lässt sich die Raumtemperatur senken?

In welchem Ausmaß eine Wärmepumpe die Raumtemperatur reduzieren kann, hängt laut dem Wärmepumpen-Experten Grieshaber nicht vom Gerät selbst ab, sondern von den installierten Heiz- bzw. Kühlflächen. „Mit einer Deckenheizung kann zum Beispiel mehr Wärme abgeführt werden, als mit Heizkörpern“, sagt er.

» Lesen Sie auch: Wie Städte resistenter gegen Hitze werden können

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob der Taupunkt unterschritten werden kann oder nicht. Laut Grieshaber wird das üblicherweise vermieden. Dann sei die Kühlung auf etwa vier Grad unter der Raumtemperatur begrenzt.

Wie teuer ist das Kühlen mit Wärmepumpen?

Das hängt von verschiedenen Aspekten ab. Grundsätzlich ist das passive Kühlen günstiger als das aktive, da dafür nur die Umwälzpumpen laufen müssen und deshalb weniger Strom benötigt wird. Wie teuer es letztlich wird, einzelne Räume oder ein ganzes Haus zu kühlen, hängt unter anderem auch von der Anzahl der Tage ab, an denen gekühlt wird, sowie vom Strompreis und der gewünschten Temperatur in den Räumen.

Der BWP-Experte Grieshaber hat beispielhaft Folgendes berechnet: Einen 50 Quadratmeter großen Raum zwölf Stunden lang zu kühlen, ist mit einer Erdwärmepumpe am günstigsten. Fürs passive Kühlen zahlen Verbraucher bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde 54 Cent.

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Unter den gleichen Voraussetzungen summieren sich die Kosten für das aktive Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe auf 1,68 Euro und für eine fest installierte Klimaanlage mit Außeneinheit auf 1,50 Euro.

Am günstigsten ist das Kühlen, wenn eine PV-Anlage den Strom liefert. „Wird die Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben, lassen sich die sommerlichen Solarstromspitzen direkt für den Kühlbetrieb nutzen – die zusätzlichen Stromkosten können dadurch nahezu auf null sinken“, sagt Gero Lücking, Stromexperte beim Energiedienstleister Techem.

Was ist besser – Wärmepumpe oder Klimaanlage?

Eine klassische Klimaanlage kühlt einzelne Räume schnell deutlich spürbar. Auch Wärmepumpen mit aktiver Kühlfunktion können die Temperatur effizient senken, wenn das Heizsystem dafür ausgelegt ist. Allerdings entfeuchten die Geräte laut dem Wärmepumpenhersteller Bosch die Gebäude nicht und kühlen weniger intensiv als Klimaanlagen.

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Auch wenn die Kühlleistung etwas schwächer ausfällt, haben Wärmepumpen den Vorteil, dass sie die Temperatur im ganzen Haus senken können, nicht nur in einzelnen Zimmern. Außerdem muss kein zusätzliches Gerät installiert werden, weder im Inneren des Hauses noch als Außeneinheit an der Fassade. Das Kühlen mit der Wärmepumpe erzeugt weder Zugluft noch eine Geräuschbelastung im Inneren des Hauses, sagt Wärmepumpen-Experte Grieshaber.

Mehr: Diese Städte sind am stärksten von Hitzestress betroffen – worauf Eigentümer achten sollten

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This article was originally published by Handelsblatt.

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