Fifa-Präsident Infantino kämpft um sein Amt
Auf einen Blick
- Gianni Infantino, Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa, sieht sich nach dem Rückzug des WM-Teilverkaufs und dem Entzug des Vertrauens durch die Uefa zunehmendem Druck ausgesetzt.
- Es gibt mehrere Szenarien für seine mögliche Absetzung vor der geplanten Wiederwahl 2027, während er um Unterstützung kämpft.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Fußball-Weltverband Fifa hat den Teilverkauf der WM an eine Investoren-Gruppe zurückgezogen, was zu einer Vertrauenskrise um Präsident Gianni Infantino führte.
Die Zeit für Gianni Infantino als Fifa-Präsident läuft ab. Nachdem der Fußball-Weltverband am Samstag offiziell den Teilverkauf der WM an eine Investoren-Gruppe zurückgezogen hat, geht es jetzt um den 56-Jährigen selbst, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht.
Im kommenden Jahr stehen Wahlen an. Am 18. März 2027 möchte sich Infantino, wenn alles geordnet zugeht, in Rabat (Marokko) auf dem 77. Fifa-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen. Als erster einzelner Fußball-Verband hat Wales nun öffentlich seine Unterstützung für diese beabsichtigte Wiederwahl entzogen. Dies, so heißt es, habe der Verband der Fifa auch schriftlich mitgeteilt. „Das Wohl des Fußballs nicht an die erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können.“
Die Frage ist, ob es überhaupt zu dieser Wahl kommt. Die Uefa jedenfalls hatte Infantino bereits am Wochenende in einer offiziellen Erklärung das Vertrauen entzogen und angekündigt: „Wir müssen die Verantwortlichen benennen und zur Rechenschaft ziehen.“ Möglich wäre laut „Sunday Times“ folgendes Sturz-Szenario:
Infantino soll sich bei einer Sondersitzung des Fifa-Councils, der Regierung des Weltverbands, erklären. Dort würde er zum Rücktritt aufgefordert. Das Fifa-Council ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Organisation zwischen den Fifa-Kongressen und besteht aus 37 Mitgliedern. Um eine Krisensitzung einzuberufen, müssten mindestens 19 Teilnehmer dafür stimmen, schreibt die BBC. Das Treffen müsste innerhalb von zwei Wochen stattfinden. Eine Rücktrittsaufforderung könnte Infantino dann aber auch einfach ablehnen.
Es gibt eine zweite Sturz-Möglichkeit
Falls der Schweizer ablehnt, sofort zu gehen, müsste ein Gegenkandidat aufgebaut werden. Infantino-Gegner aus Europa, Asien und Mittel-/Nordamerika müssten sich auf einen Herausforderer einigen. Favorit derzeit: Nasser Al-Khelaifi, der katarische Besitzer von Paris Saint-Germain. Im Gespräch ist auch der asiatische Verbands-Boss Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa aus Bahrain. Auch Victor Montagliani, Präsident des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands Concacaf, werden laut Medienberichten entsprechende Ambitionen nachgesagt. Die Namen von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström tauchen ebenfalls auf.
Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen für die Wahl zum Fifa-Präsidenten einreichen. Einen offiziellen Gegenkandidaten zu Infantino gibt es bisher nicht.
Eine alternative Sturz-Möglichkeit besteht darin, dass 43 der 211 Fifa-Mitglieder einen außerordentlichen Kongress beantragen und die Mehrheit für ein Misstrauensvotum gegen Infantino bekommen. Dann wäre er bereits vor der regulären Wahl im März 2027 weg.
Infantino kämpft um sein Amt
Inzwischen sollen auch die Hauptsponsoren der Fifa alarmiert sein wegen der Flut an negativen Reaktionen auf Infantinos Verkaufs-Verhandlungen. Die beteiligte Bank JP Morgan soll ihrerseits aus dem Projekt ausgestiegen sein, wegen des weltweiten Protests.
Laut „Sunday Times“ wollte Infantino nach seiner dritten Amtszeit als Fifa-Präsident (Ende 2031) der neue Chef der WM-Firma werden; mit 30 Millionen Dollar Jahresgehalt plus Boni. Dies allerdings bestreitet die Fifa.
Was passiert jetzt? Infantino kämpft um sein Amt. Seine Vertrauten sprechen mit Vertretern der Länder, von denen sie sich Unterstützung erhoffen. Hauptsächlich aus Afrika und Südamerika.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Infantino wird sich voraussichtlich im März 2027 in Rabat zur Wiederwahl stellen.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Ein außerordentlicher Fifa-Kongress könnte ein Misstrauensvotum gegen Infantino einleiten.
Möglich · Innerhalb von Wochen
Offene Fragen
- Kommt es überhaupt zu einer Wahl 2027?
- Wer wird als Gegenkandidat aufgebaut?
- Wie reagieren die Hauptsponsoren weiter?




