Kanadisches Konsortium bekundet Interesse an Uniper-Anteilen
Auf einen Blick
- Ein Konsortium aus der kanadischen Investmentgesellschaft Brookfield und dem Pensionsfonds CPP Investments hat Interesse am Kauf von Uniper-Anteilen bekundet.
- Die Bundesregierung muss bis Ende 2028 rund 75 Prozent der Anteile abgeben und hat einen Verkaufsprozess gestartet.
- Die Arbeitnehmerseite lehnt einen Komplettverkauf ab und bevorzugt einen Börsengang.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
The German government took over 99% of Uniper to secure gas supply. EU regulations require divestment of 75% by the end of 2028. A sale process has been initiated.
Düsseldorf, Frankfurt. Im Verkaufsprozess um den Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat sich ein Konsortium zweier finanzstarker Unternehmen aus Kanada gebildet. Die Investmentgesellschaft Brookfield und der Pensionsfonds CPP Investments haben gemeinsam Interesse an einem Kauf von Uniper-Anteilen bekundet, wie das Handelsblatt aus Beraterkreisen erfuhr.
Die Bundesregierung rettete Uniper und damit die deutsche Gasversorgung, indem sie 99 Prozent an dem Konzern übernahm. Aufgrund von EU-Auflagen muss sie bis Ende 2028 rund 75 Prozent der Anteile wieder abgeben und hat vor Kurzem einen Prozess gestartet. Interessenten konnten sich bis Freitag melden.
Das kanadische Duo verfügt über reichlich Kapital: Brookfield verwaltet Vermögenswerte von mehr als einer Billion US-Dollar, CPP Investments rund 570 Milliarden US-Dollar. Im Konsortium hätten die beiden Unternehmen das Potenzial, die gesamten 75 Prozent an Uniper zu übernehmen, die zum Verkauf stehen. Die Kaufsumme könnte im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich liegen.
Das Konsortium soll nach Handelsblatt-Informationen bei seiner Interessenbekundung auch deutlich gemacht haben, dass es neben dem Kapital für einen Anteilskauf auch Kapital für weitere Investitionen mitbringen könne. Die beiden Unternehmen wollten die Handelsblatt-Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.
Ob es tatsächlich zu einer kompletten Übernahme des 75-Prozent-Anteils kommt, hängt indes noch von vielen Faktoren ab. Der Reprivatisierungsprozess ist in einem frühen Stadium: Bis zum 12. Juni sollten mögliche Käufer lediglich ihr Interesse bekunden, ohne dabei konkrete Gebote abzugeben.
Eine Reihe von Namen möglicher Interessenten machte im Vorfeld die Runde. Wie das Handelsblatt bereits Anfang Juni berichtete, zählen dazu neben Brookfield und CPP Investments das kanadische Gasunternehmen Equinor, der schwedische Energiekonzern Vattenfall, der tschechische Investor Daniel Kretinsky, das saudische Unternehmen Taqa, der Ölmulti Total Energies, die Rohstoffhändler Gunvor und Trafigura sowie der ehemalige Uniper-Miteigentümer Forum. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zudem, auch der deutsche Uniper-Rivale RWE habe Interesse.
Wer sich neben Brookfield und CPP Investments nun tatsächlich offiziell bei den von der Bundesregierung beauftragten Banken gemeldet hat, ist noch unklar. Der Prozess dürfte sich aber in jedem Fall noch über mehrere Monate ziehen, weil Banken und Bundesregierung zunächst die Interessenbekundungen auswerten müssen, um zu entscheiden, mit wem sie in nähere Gespräche gehen.
Aus Unternehmenskreisen von Uniper ist zu hören, dass es dabei nicht nur darauf ankommen werde, wer wie viel Geld mitbringt. Auch politische Aspekte dürften eine Rolle spielen. Mehrere hohe Vertreter des Unternehmens sind der Ansicht, dass die Bundesregierung auch eine Lösung erwägen sollte, bei der nur ein Teil der Anteile an Einzelinvestoren verkauft und ein weiterer Anteil neu an die Börse gebracht wird. Uniper ist auch aktuell börsennotiert, allerdings sind weniger als ein Prozent der Anteile im freien Umlauf.
Die Bundesregierung verfolgt gleichzeitig Pläne für einen möglichen Direktverkauf von Anteilen und für einen möglichen Börsengang von Uniper. Die Banken UBS und JP Morgan sind beauftragt, die Interessenbekundungen einzusammeln. Außerdem arbeiten Citi, UBS und Deutsche Bank an einem möglichen Börsengang, wie das Handelsblatt kürzlich berichtete.
Die größte Herausforderung für das mögliche Bieterkonsortium wird es jedoch sein, die Arbeitnehmerseite von dem Konzept zu überzeugen. Beschäftigte und Betriebsrat haben sich schon vor Ablauf der Angebotsfrist eindeutig gegen einen Komplettverkauf positioniert. Anfang der Woche versammelten sich Mitarbeiter, Betriebsräte sowie Gewerkschaftsvertreter vor der Uniper-Zentrale in Düsseldorf. Sie hielten Plakate hoch, etwa mit der Aufschrift „Börsengang statt Verkauf“.
In einem ebenfalls Anfang der Woche veröffentlichten Schreiben des Betriebsrats heißt es: „Uniper ist Teil der kritischen Infrastruktur und systemrelevant für die Energiesicherheit Deutschlands und Europas.“ Ein Verkauf gefährde diese: „Nur der Börsengang sorgt für eine klare Eigentümerstruktur, schafft Transparenz und damit Kontinuität und Sicherheit.“
In Finanzkreisen heißt es, die Opposition von Betriebsrat und Gewerkschaften in einem so frühen Stadium des Verkaufsprozesses sei beispiellos. „Das habe ich noch nie erlebt“, sagt ein involvierter Banker. Es sei schwer vorstellbar, dass eine Transaktion gegen den Widerstand der Beschäftigten zum Erfolg führe.
Der Widerstand sei vor allem mit den negativen Erfahrungen zu erklären, die die Uniper-Beschäftigten gemacht haben, als Uniper zum finnischen Konzern Fortum gehörte. Das Unternehmen hielt etwa zweieinhalb Jahre lang die Mehrheit an Uniper, bis der Konzern 2022 infolge des Kriegsausbruchs in der Ukraine in die Krise rutschte und verstaatlicht wurde.
In Finanzkreisen heißt es weiter, Gesprächen mit langfristig orientierten Infrastrukturinvestoren wie Brookfield und CPP Investments dürfte sich die Arbeitnehmerseite nicht sofort verschließen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass ein mögliches Bieterkonsortium den Erhalt Unipers als Ganzes garantiert und zudem frisches Kapital für Wachstumsinvestitionen bereitstellt. Auch müsse von vornherein glaubwürdig der Prozess eines Ausstiegs aufgezeigt werden, etwa über einen Börsengang in mehreren Jahren.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Further negotiations with selected bidders will occur.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Employee opposition may force a modified sale structure.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
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- What will be the final sale structure?
- How will employee concerns be addressed?




