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Steuerreform: Wer profitiert und wer draufzahlt
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Steuerreform: Wer profitiert und wer draufzahlt

Auf einen Blick

  • Die deutsche Koalition hat eine Steuerreform beschlossen, die niedrige und mittlere Einkommen entlasten und Gutverdiener stärker belasten soll.
  • Eltern profitieren voraussichtlich am meisten, während Spitzenverdiener mit Einkommen über 250.000 Euro mit höheren Sätzen rechnen müssen.
  • Experten äußern gemischte Reaktionen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die deutsche Koalition hat sich auf ein Reformpaket zur Einkommensteuer geeinigt, das niedrige und mittlere Einkommen entlasten und Gutverdiener stärker belasten soll. Eltern sollen besonders profitieren.

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Das Reformpaket soll niedrige und mittlere Einkommen entlasten und Gutverdiener belasten. Finden Sie mit unserem Rechner heraus, wie sich Ihre Steuerbelastung verändert. Johanna Escobar Hartmann, Andrea Rohner, Philip Küng, Haluka Maier-Borst und Martin Greive 09.07.2026 - 08:32 Uhr Artikel anhören

Ob verheiratet oder alleinerziehend, Eltern werden durch die Steuerreform entlastet. Foto: Google Banana/Haluka Maier-Borst

Berlin. Die Steuerreform sei kein „Big Bang“, sagten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Reformpakets, auf das sich die Koalition geeinigt hat.

Und doch: Gerade Eltern dürfen zumindest eine leichte finanzielle Entlastung erwarten. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Datenanalyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln für das Handelsblatt.

Was die Steuerreform konkret für Ihr Netto bedeutet, können Sie in unserem interaktiven Rechner berechnen.

Die Steuerreform setzt einerseits bei der Reichensteuer an. Ab 250.000 Euro Einkommen soll ein Steuersatz von 45 Prozent greifen; ab 280.000 Euro dann ein höherer Satz von 47 Prozent. Derzeit gilt ein Satz von 45 Prozent auf Einkommen von mehr als 277.825 Euro. Andererseits sollen beispielsweise der Grundfreibetrag (vormals 12.348 Euro, künftig 12.900 Euro) sowie die Freibeträge pro Kind wohl deutlich steigen (vormals 4878 Euro, künftig 5123 Euro).

Hinzu kommen ein höherer Arbeitnehmerpauschbetrag, ein höheres Kindergeld und eine leichte Verschiebung in der Steuerkurve. Allerdings sind alle Details der Steuerreform noch nicht vollends kommuniziert.

Das ist auch der Grund für Differenzen zwischen den Modellrechnungen des IW und den Aussagen der Bundesregierung: Während das IW-Modell für ein Ehepaar mit zwei Kindern von einer Steuerentlastung um 576 Euro ausgeht, ist im Dokument zum Reformpaket von mehr als 600 Euro jährlich die Rede.

Kommentar

Diese Steuerreform ist eine einzige Mogelpackung

Martin Greive

Dennoch lassen sich deutliche Rückschlüsse ziehen: Erst ab sehr hohen Einkünften bei kinderlosen Ehepaaren wirkt sich die Steuerreform zu deren Nachteil aus. Eltern mit Kindern müssten ein Haushaltseinkommen von fast 600.000 Euro aufbringen, bis sie Einbußen befürchten müssten.

Wie Ökonomen auf die Steuerreform schauen

Die ersten Reaktionen auf die Steuerreformen fallen unterschiedlich aus. „Die Entlastungen entstehen hauptsächlich aus der Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags und des Kindergeldes“, sagt IW-Forscher Tobias Hentze, der die Berechnungen gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Beznoska für das Handelsblatt durchgeführt hat. Das sei enttäuschend. Für den früheren Wirtschaftsweisen Peter Bofinger ist die Steuerreform ebenfalls zu klein geraten.

Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sagte dem Handelsblatt hingegen, dass das Paket „ein nachvollziehbarer Deal“ sei. Er befürchtet aber, dass die Gegenfinanzierung der weitgehenden Steuerentlastungen durch ein Besteuern hoher Einkommen es schwieriger mache, Talente aus dem Ausland anzuziehen.

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Ähnlich sieht es auch Ifo-Präsident Clemens Fuest, der die „fast 50 Prozent Steuerquote“ für Topverdiener als echten Standortnachteil sieht. Er hätte sich zudem eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen für Geringverdiener gewünscht. Trotzdem sieht er das Reformpaket als Ganzes zumindest als ersten Erfolg.

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Reformpaket der Koalition – das sind die wichtigsten Punkte

02.07.2026 Abspielen 28:09

Mehr: Clemens Fuest zum Reformpaket – „Der Koalition ist es gelungen, sich an heilige Kühe zu wagen“

Erstpublikation: 03.07.2026, 10:23 Uhr.

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Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Höhere Steuersätze für Einkommen über 250.000 Euro.

    Sehr wahrscheinlich · Kurzfristig

  • Entlastung für Eltern durch höhere Freibeträge und Kindergeld.

    Sehr wahrscheinlich · Kurzfristig

Offene Fragen

  • Wie genau werden die Details umgesetzt?
  • Wie wirkt sich die Reform auf die Staatsfinanzen aus?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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