Trump droht mit Zöllen auf Generika: Hersteller warnen vor Folgen für US-Versorgung
Auf einen Blick
- Donald Trump droht mit Zöllen auf Generika, wenn Hersteller nicht innerhalb von zwei Jahren Produktionsstätten in den USA aufbauen.
- Verbände wie Pro Generika und AAM warnen vor negativen Folgen für die US-Versorgung, hohen Investitionskosten und einer Destabilisierung des Marktes.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Donald Trump schlug Zölle auf Generika vor, falls Hersteller nicht innerhalb von zwei Jahren Produktionsstätten in den USA aufbauen, um die US-Bevölkerung zu schützen.
Wer sich innerhalb der zweijährigen Frist dagegen entscheide, eine Produktion in den USA aufzubauen, werde „bestraft“. Die Maßnahme diene dem Schutz der US-Bevölkerung, schrieb Trump am Dienstag. Die Aktienkurse von Herstellern wie Sandoz und Teva reagierten mit Kursverlusten. Anders als der israelische Konzern Teva hat der Schweizer Konzern Sandoz keine Werke in den USA.
Sollten die Zölle tatsächlich in Kraft treten, würden sie nach Einschätzung des Verbandes Pro Generika vor allem den USA selbst schaden. Sie seien auf Importe angewiesen. Das zeigen Daten der Association for Accessible Medicines (AAM). Sie vertritt die Interessen der US-Anbieter von Generika und Biosimilars, das sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Medikamenten. 2024 machten laut AAM Generika und Biosimilars 90 Prozent aller verschriebenen Medikamente in den USA aus, aber nur zwölf Prozent der Kosten. Patentgeschützte Medikamente machten dagegen nur zehn Prozent der Verordnungen aus, aber 88 Prozent der Kosten. Allein in den vergangenen zehn Jahren hätten die nachgeahmten Medikamente das US-Gesundheitssystem um 3,7 Billionen Dollar entlastet, heißt es in der Studie des Verbandes.
Laut Pro Generika werden 70 Prozent der benötigten Wirkstoffe aus dem Ausland bezogen – aus Indien, Europa und China. Zölle von 100 oder gar 200 Prozent würden ausländische Hersteller aus dem US-Markt drängen und könnten die Versorgung weiter destabilisieren. So sieht das auch AAM. Schon jetzt ist der Preisdruck hoch. Der deutliche Preisverfall in den vergangenen 30 Jahren habe die Marktbedingungen für die Hersteller verschlechtert, gefährde die Versorgung der Patienten und erhöhe die Gefahr von Lieferengpässen, einige Medikamente könnten ganz vom Markt verschwinden. AAM warnt eindringlich vor Preiskontrollen.
Ein Werk kostet Milliarden
Das eigenmächtige Durchsetzen nationaler Interessen dürfe nicht zulasten von Patientinnen und Patienten gehen – weder in den USA noch in Europa, sagt Pro-Generika-Geschäftsführer Bork Bretthauer: „Medikamente sollten niemals in Handelskriegen zur Waffe werden.“ Die Übergangsfrist bis Sommer 2028 geht nach Darstellung des Verbandes an der wirtschaftlichen Realität vorbei. Ein neues Werk erfordere Investitionen in Milliardenhöhe und jahrelange Genehmigungsverfahren. Bei den ohnehin geringen Margen im Generika-Geschäft sei das keine realistische Perspektive.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die Zölle könnten in Kraft treten, wenn Hersteller die Produktion nicht in die USA verlagern.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Die Versorgung mit Generika in den USA könnte destabilisiert werden.
Wahrscheinlich · Mittelfristig
Offene Fragen
- Werden Hersteller die geforderten Investitionen in den USA tätigen?
- Wie werden andere Länder auf die potenziellen Zölle reagieren?







