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Daniel Hager wird neuer ZVEI-Präsident
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Handelsblatt20.05.2026Business5 dk okumaGermany

Daniel Hager wird neuer ZVEI-Präsident

En resumen

  • Daniel Hager wird neuer ZVEI-Präsident und fordert von der Politik einen klaren Rahmen für die Nutzung von Daten und Standards in der Elektro- und Digitalindustrie.
  • Er betont die Wichtigkeit von Skalierbarkeit und europäischer Souveränität gegenüber globalen Plattformen.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Daniel Hager wird neuer Präsident des ZVEI und tritt die Nachfolge von Gunther Kegel an. Er ist ein überzeugter Europäer und Familienunternehmer, der sich für die Stärkung der deutschen und europäischen Industrie einsetzt. Seine Agenda umfasst die Schaffung von politischen Rahmenbedingungen für Datennutzung und Standards, um europäische Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten.

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Blieskastel. Am Mittwoch wird Daniel Hager zum neuen Präsidenten des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) gewählt. Für den Verband ist das eine Umgewöhnung, denn mit Hager folgt nach zwei Amtszeiten ein Betriebswirt auf den lange im Verband tätigen Ingenieur Gunther Kegel.

Der Start des überzeugten Europäers Hager hat es in sich: Gleich nach seiner Wahl wird Hager Friedrich Merz (CDU) empfangen und dem Kanzler „einen Schlüssel“ überreichen – sinnbildlich zum industriellen Datenschatz.

Hager will damit zeigen, dass Daten und Standards für die Elektro- und Digitalindustrie politische Standortfaktoren sind. Er erwartet, dass Berlin in Europa Regeln so durchsetzt, dass Unternehmen Daten sicher und innovativ nutzen können.

„Um unserer Industrie zu helfen, Standards in der digitalen Welt zu setzen“, müsse die Politik den richtigen Rahmen schaffen, sagt der neue ZVEI-Präsident. Die Logik: Wenn Produkte und Systeme auf gemeinsamen Standards basieren, entstehen skalierbare Geschäftsmodelle – und Europa könne verhindern, dass einzelne Plattformkonzerne wie Amazon oder Google de facto die Regeln diktierten.

Derzeit setzt sich der ZVEI für einen internationalen Standard für das Teilen von Daten ein. Weltweit sollen alle Produkte vom Schalter bis zum Roboter herstellerunabhängig dieselbe Datensprache verstehen. Die sogenannte ASS (Asset Administration Shell) soll als standardisierter digitaler Zwilling für all diese Geräte dienen. Unternehmen würden dabei die Hoheit über ihre Daten behalten. Bald 100 Firmen, darunter Bosch, Siemens und auch Hager, machen mit.

Die gleichnamige Firmengruppe, die Hager 15 Jahre operativ und seit zwei Jahren aus dem Aufsichtsrat heraus führt, hat zwar ihren Stammsitz im saarländischen Blieskastel, beschäftigt aber ebenso viele Mitarbeitende in Frankreich – weltweit sind es 12.800. Die Gruppe setzte zuletzt mehr als drei Milliarden Euro um. Hager sitzt zudem im Aufsichtsrat des börsennotierten französischen Baukonzerns Eiffage und ist auch Mitglied im französischen Verband seiner Branche.

Europäisch denken, handeln und verhandeln gehört also zu Hagers Alltag. Das ist auch in geopolitisch schwierigen Zeiten wie diesen gefragt. Der 54-Jährige ist überzeugt, dass Resilienz des Standorts nur mit einer starken Industrie gelingt. Und darum will er sich gleich in zweierlei Hinsicht kümmern: als künftiger ZVEI-Präsident genauso wie als Familienunternehmer, der sich darüber sorgt, dass „ein Teil der Gesellschaft sich fragt, ob man Wirtschaft noch braucht“.

Es mache ihn manchmal fassungslos, dass zu viel über das Geldverteilen und zu wenig über das Erbringen von Leistung nachgedacht werde. Als Beispiel nennt er die Entlastungsprämie, die inzwischen vom Bundesrat gestoppt wurde: „Wir hätten sie sehr wahrscheinlich nicht gezahlt, schon allein, weil nur 3500 unserer Beschäftigten in Deutschland arbeiten.“

Hager verkörpert wie sein Vorgänger Kegel ein neues Selbstbewusstsein der Branche und wie die Präsidenten des BDI, Peter Leibinger, und des VDMA, Bertram Kawlath, eine neue Sichtbarkeit als Familienunternehmer. „Wir Familienunternehmer dürfen nicht mehr aus dem Hintergrund heraus agieren, wir müssen erklären, warum unsere Industrie wichtig ist und Wohlstand schafft“, sagt er. Denn seiner Erfahrung nach gilt: „Wer leise bleibt, wird überhört.“

Peter May kennt Hager schon lange und macht sich keine Sorgen, dass den neuen ZVEI-Präsidenten jemand überhören könnte. Der Berater für Familienunternehmen schätzt ihn so ein: Daniel Hager sei ein gestandener, verantwortungsbewusster Unternehmer, „der eine klare Sprache spricht, aber auch zuhören kann, sein Ego im Griff hat und alles, was er tut, mit großer Ernsthaftigkeit und Lernbereitschaft angeht“.

Wer laut wird, kann aber auch anecken, muss sich ungemütlichen Fragen stellen, zum Beispiel nach der AfD. Hager beklagt, dass die Partei politisch bisher nicht eingehegt werden konnte. Er drängt darauf, dass man die Probleme der AfD-Wähler adressiert. Wenn es denn so sei, dass die AfD einmal einen Ministerpräsidenten stelle, müsse man mit diesem in seiner Rolle als Amtsträger reden.

Davon abgesehen gebe es keinen Kontakt und vor allem auch keine Gemeinsamkeiten, so, wie es der Vorstandsbeschluss des ZVEI auch festhält. Hager: „Unsere Branche ist global aufgestellt, steht zur EU und zum Euro und ist damit maximal entfernt von Grundpositionen dieser Partei.“

Deutschland könne sich auch deswegen keine politische Handlungsunfähigkeit leisten. Wer hochverschuldet sei, habe weniger Spielraum für Infrastruktur, Energiepreise und Steuerentlastungen. Hager verweist auf Frankreich als warnendes Beispiel. Was ihn umtreibe, sei die Parallele: „Der enorme Schuldenberg, den wir gerade dabei sind aufzubauen, ist ein enormes Risiko.“ Deutschland sei zwar in der EU „noch handlungsfähig“ – aber genau diesen Vorteil dürfe man nicht verspielen.

Gegen Schulden hilft Wertschöpfung, aber aktuell gehen vor allem Industriearbeitsplätze verloren. In der Autobranche etwa, aber auch der größte industrielle Arbeitgeber hierzulande verliert Beschäftigte, der Maschinen- und Anlagenbau. Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie holt mit knapp 900.000 Mitarbeitenden auf und beschäftigt nach Angaben des ZVEI mit rund 1100 Mitgliedern im Ausland fast noch einmal so viele. Die Branche machte laut ZVEI mehr als 225 Milliarden Euro Umsatz – und 15 Prozent der Erlöse entfallen auf neue Produkte.

Auch weltweit ist die Branche im Wachstum: Vor 20 Jahren kam der Markt noch auf 2,5 Billionen Euro Umsatz, heute seien es sechs Billionen Euro.

„Mit 182 Milliarden Euro hat die Elektro- und Digitalindustrie in Deutschland das höchste Wachstumspotenzial unter den Industriebranchen“, sagt Hager. Rechenzentren, E-Mobilität und die Energiewende sieht er als Treiber.

Und auch was bremst statt treibt hat Hager im Blick, vor allem in Deutschland. Man diskutiere viel, ändere aber zu wenig. „Bürokratie, viel Bürokratie“, sagt er. Genehmigungsverfahren, etwa bei Windkraft, nähmen weiterhin teils „kafkaeske Züge“ an. Selbst ausgewiesene Windgebiete könnten lange blockiert werden, weil Kommunalpolitik querliege. Seine Forderung: Verfahren standardisieren, Fristen setzen, Zuständigkeiten klären – und Kommunen und deren Strominfrastruktur stärker in die Pflicht nehmen.

Ein Beispiel ist für Hager die Idee, lokal erzeugten Strom auch lokal nutzen zu können, etwa um die kürzlich kritisierten negativen Strompreise von einem scheinbaren Problem zu einem Gewinn zu machen.

Heute dürften Erzeuger ihren Strom oft nicht an Nachbarn verkaufen, kritisiert er. Zudem komme der Rollout intelligenter Messsysteme (Smart-Meter-Gateways), die Informationen über Strombezug und Strombedarf senden und empfangen können, erst jetzt voran. Ohne sie ließen sich viele dezentrale Modelle nicht skalieren – deshalb drückt der neue ZVEI-Präsident aufs Tempo.

Hager hat im eigenen Unternehmen viel in erneuerbare Energien investiert. Neben einem eigenen Labor, das an intelligenter Stromverteilung bis zum Auto als fahrendem Batteriespeicher arbeitet, hat die Hager Group inzwischen Wärmepumpen im Einsatz, fängt Prozesswärme auf, um damit zu heizen, und will bis 2030 noch 50 Prozent CO2 gegenüber 2021 einsparen.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Hager will push for concrete legislative proposals regarding data standards and digital infrastructure in the EU.

    Muy probable · En meses

  • The ZVEI will actively campaign for faster digitalization and deregulation in Germany, particularly concerning energy projects.

    Probable · En meses

  • Hager's outspokenness on economic performance and criticism of social welfare policies may lead to further public debate.

    Posible · En semanas

Preguntas abiertas

  • Wie genau werden die von Hager geforderten politischen Rahmenbedingungen aussehen?
  • Welche konkreten Maßnahmen wird der ZVEI ergreifen, um die 'Asset Administration Shell' international zu etablieren?
  • Wie wird die Politik auf Hagers Forderungen nach Standardisierung und Fristsetzung bei Genehmigungsverfahren reagieren?
  • Welche Auswirkungen wird die neue Führung auf die Beziehungen des ZVEI zu politischen Akteuren wie der AfD haben?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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