Kanadisches KI-Start-up Cohere übernimmt deutschen Anbieter Aleph Alpha
Schwarz Gruppe investiert 500 Millionen Euro - Deutschland will unabhängiger von US-Techkonzernen werden
En resumen
- Das kanadische KI-Start-up Cohere übernimmt den deutschen Anbieter Aleph Alpha aus Heidelberg.
- Die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) investiert rund 500 Millionen Euro in den Zusammenschluss.
- Ziel ist die Entwicklung souveräner KI-Angebote für Verwaltung, Finanzen, Verteidigung und Gesundheitswesen als Alternative zu US-Konzernen wie Amazon, Microsoft und Google.
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Por qué importa
Aleph Alpha galt als deutscher Hoffnungsträger im KI-Boom und galt zeitweise als deutsche Antwort auf OpenAI. Das Unternehmen hat jedoch die Entwicklung eigener großer Sprachmodelle aufgegeben und konzentriert sich nun auf spezialisierte Anwendungen. Der deutsche KI-Markt wird von US-Konzernen wie Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta und Anthropic dominiert.
Das kanadische Start-up Cohere übernimmt den deutschen KI-Unternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg. Das gaben die Unternehmen im Beisein von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) und seinem kanadischen Kollegen Evan Solomon am Sonntag in Berlin bekannt. Die finanziellen Details und die genaue Eigentümerstruktur blieben zunächst unklar. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt.
Die deutsche Politik ist sehr interessiert daran, unabhängiger von US-amerikanischen Anbietern von Künstlicher Intelligenz (KI) zu werden. Das fusionierte Unternehmen soll souveräne KI-Angebote jenseits der dominanten US-Techkonzerne entwickeln. Es gehe darum, "eine sichere Alternative für den KI-Einsatz" besonders in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und Gesundheitswesen anzubieten, hieß es von den Firmen. Ziel sei es, Unternehmen und Staaten "in einer Ära wachsender KI-Konzentration" eine unabhängige Alternative zu bieten.
"Gemeinsam werden wir weiteren Unternehmen und Regierungen in Kanada, Europa und weltweit schnell und sicher Anwendungen liefern - mit der absoluten Gewissheit, dass ihre Daten in ihrem Besitz bleiben", sagte Cohere-Chef Aidan Gomez. "Wir werden uns dazu verpflichten, europäische Infrastruktur zu nutzen und die hier geltenden Souveränitätsanforderungen einzuhalten", so Finanzchef Francois Chadwick im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Den Angaben zufolge ist der Schwarz-Konzern als Investor an dem Zusammenschluss beteiligt und steuert rund 500 Millionen Euro bei. Die Gruppe, die durch ihre Einzelhändler Lidl und Kaufland bekannt ist, will die KI-Lösungen des fusionierten Unternehmens in seinen Cloud-Datendiensten der großen Rechenzentren einsetzen und eine europäische Alternative zu Marktführern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure werden. Aktuell errichtet sie im brandenburgischen Lübbenau für elf Milliarden Euro ein neues Rechenzentrum.
Der CDU-Politiker Wildberger sprach in Berlin von einem "globalen KI-Champion", der entstehen solle. Das Heidelberger Start-up Aleph Alpha gilt schon länger als deutscher Hoffnungsträger im KI-Boom, der hauptsächlich von großen Konzernen aus den USA geprägt ist. Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta oder Anthropic stammen allesamt aus den Vereinigten Staaten und investieren hohe Milliardensummen. Zudem sind auch die Hersteller der Computerchips wie Nvidia oder Intel US-Unternehmen.
Im Wettstreit des globalen KI-Geschäfts haben andere Firmen durch die internationale Marktmacht der US-Anbieter kaum Chancen. Doch Fachleuten zufolge können sie Nischen besetzen - etwa mit speziellen Angeboten für die industrielle Produktion oder die Verwaltung. Auch in Deutschland gebe es viele gute Forschungsansätze, es hake aber noch in der Anwendung, erklärte Katharina Hölzle vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation kürzlich gegenüber tagesschau.de. "Wir müssen klarer identifizieren, für welche Probleme unsere Industrie KI-Lösungen braucht", so Hölzle. Denn die Stärke der deutschen Wirtschaft sei, dass sie zum Beispiel bei Maschinenbau, Feinwerkmechanik und Elektrotechnik noch immer führend sei.
Diese Punkte hat offenbar auch das Start-up Aleph Alpha erkannt, das vor wenigen Jahren als eines der ersten Unternehmen ein komplett selbst entwickeltes KI-Sprachmodell hatte. Galten die Heidelberger anfangs als deutsche Antwort auf OpenAI, haben sie mittlerweile die Entwicklung großer KI-Sprachmodelle wie ChatGPT aufgegeben. Das Unternehmen nutzt nach eigenen Angaben nun - ähnlich wie Cohere - die vorhandenen KI-Tools, um daraus Software für hochspezialisierte Anwendungen zu entwickeln. Dabei geht es beispielsweise um Programme für die intelligente Verwaltung von Dokumenten.
Wildberger sprach angesichts des Zusammenschlusses von einem starken Signal für den KI-Standort Deutschland. Der Markt für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz sei riesig. "Wir werden KI im großen Stil in unseren Verwaltungen einsetzen, auch einsetzen müssen, um deutlich schneller zu werden und auch Prozesse konsequent zu automatisieren", so der Minister auf einer Pressekonferenz.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Weitere Kooperationen zwischen europäischen KI-Unternehmen zur Stärkung der Souveränität
Probable · En meses
Einsatz von KI in deutschen Verwaltungen wird ausgeweitet
Muy probable · En meses
Schwarz Gruppe wird relevanter Cloud-Anbieter in Europa
Posible · En años
Preguntas abiertas
- Welche genauen finanziellen Details wurden vereinbart?
- Wie sieht die genaue Eigentümerstruktur nach der Übernahme aus?
- Welche konkreten Produkte sollen aus der Partnerschaft entstehen?




