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Thyssenkrupp plant Börsengang für Materialgeschäft TK Accelis
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Thyssenkrupp plant Börsengang für Materialgeschäft TK Accelis

En resumen

  • Thyssenkrupp will sein Materialgeschäft TK Accelis abspalten und bis 2026 an die Börse bringen.
  • Spartenchefin Ilse Henne plant schnelles Wachstum, auch durch Zukäufe, und fordert mehr Transparenz in Lieferketten sowie eine neue Industriepolitik.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Thyssenkrupp setzt seinen Umbau zu einer Beteiligungsgesellschaft fort, nachdem bereits die Marinesparte TKMS verselbstständigt wurde. Die Abspaltung von TK Accelis ist der nächste Schritt in dieser Strategie.

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Berlin, Düsseldorf. Der Industriekonzern Thyssenkrupp steht kurz davor, den zweiten großen Schritt seiner neuen Strategie zu vollziehen. Am 7. August sollen die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung dem Plan zustimmen, das Materialgeschäft TK Accelis, vormals Thyssenkrupp Materials Services, abzuspalten.

Die Spartenchefin Ilse Henne will die Einheit anschließend auf schnelles Wachstum ausrichten. „Unser Ziel ist es, noch 2026 die Börsennotierung zu vollziehen“, sagte Henne dem Handelsblatt. „Wir sind bereits in sehr guten Gesprächen mit verschiedenen Investoren.“

TK Accelis zählt zu den weltweit größten Werkstoffhändlern und Lieferkettendienstleistern. Das Unternehmen beschafft, lagert, verarbeitet und vertreibt Stahl, Nichteisenmetalle, Kunststoffe sowie weitere Industriematerialien – für Kunden etwa aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Energiewirtschaft.

In den vergangenen Jahren hat sich die frühere Materials-Services-Sparte zunehmend vom klassischen Werkstoffhändler zu einem Anbieter integrierter Lieferketten- und Servicelösungen entwickelt. Im Geschäftsjahr 2024/25 setzte TK Accelis 11,4 Milliarden Euro um und ist nach eigenen Angaben Marktführer in Europa sowie die Nummer drei in Nordamerika.

Mit der Abspaltung setzt Thyssenkrupp den Umbau zu einer Beteiligungsgesellschaft konsequent fort. Den Anfang machte 2025 die Verselbstständigung der Marinesparte TKMS. Nun soll auch TK Accelis eigenständig an die Börse gehen. Auf der Liste stehen alle Sparten des Industriekonzerns.

Der Mutterkonzern will jeweils die Mehrheit behalten, den Gesellschaften als eigenständigen Unternehmen aber einen direkteren Zugang zum Kapitalmarkt und größere unternehmerische Freiheit verschaffen. Langfristig sollen alle einzelnen Geschäfte unabhängiger agieren, während Thyssenkrupp sie als Holding steuert.

Henne hält diese Strategie für die einzig richtige. Mit der Börsenpräsenz erweitere das Unternehmen die Zugangsmöglichkeiten zu externem Kapital. „Das schafft die Grundlage, um das eigene Wachstum in margenstarken Feldern konsequent voranzutreiben“, sagte die Managerin, die bereits seit 1999 im Thyssenkrupp-Konzern tätig ist.

Henne kündigt an, bei der geplanten Expansion vor allem Nordamerika in den Blick zu nehmen. Dort sieht sie im Materialgeschäft besonders gute Chancen. Zugleich macht sie deutlich, dass TK Accelis nicht nur organisch wachsen will: Auch Zukäufe sollen das Unternehmen vergrößern.

Während die deutsche Industrie immer tiefer in die Krise rutscht und auch der Mutterkonzern Thyssenkrupp seit Jahren wirtschaftlich unter Druck steht, läuft es bei TK Accelis.

Die geopolitischen Verwerfungen haben mit dem Krieg gegen den Iran und der Sperrung der Straße von Hormus eine neue Dimension erreicht. Viele Unternehmen kämpfen seither mit gestörten Lieferketten: Ersatz ist schwer zu finden – und teuer.

Henne sagt, aus ihrer Sicht müssten Unternehmen und Politik einen entscheidenden Punkt stärker in den Blick nehmen, um die Probleme in den Griff zu bekommen: „Mehr Transparenz in den Lieferketten.“ Wenn die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger werden wolle, müsse sie wissen, wo ihre Risiken lägen. „Das ist bislang zu wenig der Fall.“

Nötig sei, dass Unternehmen ebenso wie die Bundesregierung besser verstehen, wie ihre Lieferketten aufgebaut sind und wo potenzielle Gefahren liegen – um rechtzeitig vorsorgen zu können.

Gerade Deutschland weise dabei Defizite auf: „Das liegt auch daran, dass einige Unternehmen jahrzehntelang mit Intransparenz in Lieferketten Geld verdient haben. Den Preis dafür zahlen wir jetzt.“

Allein das Bewusstsein über die Lieferketten reicht aus Hennes Sicht allerdings nicht. Sie plädiert für einen industriepolitischen Kurswechsel: „Wir brauchen wieder eine echte Industriepolitik. Anders können wir die geoökonomischen Gefahren nicht abfangen. Wir brauchen Resilienz, und das ist nicht das Gleiche wie Stabilität.“

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Aktionäre stimmen Abspaltung von TK Accelis zu

    Muy probable · En días

  • TK Accelis wird bis 2026 an die Börse gehen

    Probable · En años

Preguntas abiertas

  • Wie viele Anteile wird Thyssenkrupp behalten?
  • Welche Investoren sind im Gespräch?
  • Wie wird die neue Industriepolitik konkret aussehen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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