Bayern veröffentlicht 50.000 KI-anonymisierte Gerichtsurteile
L'essentiel
- Bayern plant die Veröffentlichung von 50.000 KI-anonymisierten Gerichtsurteilen.
- Justizminister Eisenreich betont die Stärkung des Vertrauens in den Rechtsstaat und die Vorteile für KI-Training.
- Das Tool "ALeKS" anonymisiert Daten in Sekunden, eine manuelle Überprüfung bleibt bestehen.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Der Freistaat Bayern plant die Veröffentlichung von 50.000 KI-anonymisierten Gerichtsurteilen, um das Vertrauen in den Rechtsstaat zu stärken und die Transparenz zu erhöhen. Das Projekt "50k" nutzt das KI-Tool "ALeKS", das die Anonymisierung von sensiblen Daten in Sekunden ermöglicht. Dieses Vorgehen soll auch das Training von KI-Modellen fördern.
Der Freistaat Bayern will in den kommenden Jahren 50.000 von einer Künstlichen Intelligenz (KI) anonymisierte Gerichtsurteile veröffentlichen. «Transparente und für die Öffentlichkeit zugängliche Urteile stärken das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat und können helfen, Erfolgsaussichten in einem Verfahren einzuschätzen», sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) in München. Hinter dem «Projekt 50k» stehe der Einsatz des neuen KI-Tools «ALeKS». Die Verfügbarkeit anonymisierter Urteile sei zudem eine wichtige Voraussetzung für das Training von KI-basierten Modellen und werde auch Grundlage für neue Anwendungen sein.
Manuelle Prüfung durch Servicemitarbeiter
Die Software «ALeKS» wurde bereits seit März 2026 beim Oberlandesgericht München getestet. Nun erfolge eine Ausweitung auf weitere Nutzer, hieß es weiter. Ob ein Urteil veröffentlicht werde, entscheide die Richterin oder der Richter. Für die Anonymisierungen seien dann bei den Oberlandesgerichten angesiedelte zentrale Anonymisierungsstellen zuständig, die bis zum 1. Juli aufgebaut werden sollen. Servicemitarbeiter sollen die per KI anonymisierten Entscheidungen noch manuell überprüfen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz erleichtert die Herausgabe von Urteilen.
Anonymisierung kostet bislang viel Zeit
«Es kostet sehr viel Zeit, wenn eine Richterin oder ein Richter ein Gerichtsurteil veröffentlichen will», sagte Eisenreich. Zum Schutz der Verfahrensbeteiligten mussten bislang alle sensiblen Daten wie Namen, Geburtsdaten oder Adressen manuell in der Akte geschwärzt werden. Das neue Anonymisierungstool erledige das in Sekunden. «Dadurch entlasten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich, beschleunigen die Veröffentlichung von Urteilen und fördern zugleich die Transparenz sowie den Zugang zum Recht.»
Kooperation mit Niedersachsen
Das Tool «ALeKS» steht für «Anonymisierungs- und Leitsatzerstellungs-Kit zur smarten Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen». Für die Grundlagen hatte Bayern in einem Forschungsprojekt mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die automatisierte Anonymisierung von Gerichtsurteilen untersucht und einen Prototyp entwickelt. Gemeinsam mit Niedersachsen wurde dieser Prototyp weiterentwickelt und wird nun fortlaufend ausgebaut.
© dpa-infocom, dpa:260520-930-104824/1
Questions ouvertes
- Wie genau wird die manuelle Überprüfung durch Servicemitarbeiter ablaufen?
- Welche spezifischen KI-basierten Modelle sollen mit den anonymisierten Urteilen trainiert werden?
- Welche weiteren Bundesländer planen ähnliche Projekte?




