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Bundesregierung einigt sich auf Programm zur Kreislaufwirtschaft
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Handelsblatt03.06.2026Politique4 dk okumaGermany

Bundesregierung einigt sich auf Programm zur Kreislaufwirtschaft

L'essentiel

  • Die Bundesregierung hat ein Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft beschlossen, um Rohstoffimporte zu reduzieren und Materialien länger im Kreislauf zu halten.
  • Die Wirtschaft kritisiert das Programm als zu unambitioniert.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Nach monatelanger Verzögerung hat sich die Bundesregierung auf ein Aktionsprogramm zur Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland geeinigt. Ziel ist die Reduzierung von Rohstoffimporten und die sparsame Verwendung von Materialien. Das Programm sieht bis 2029 Investitionen von 260 Millionen Euro vor.

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Nach langen Querelen hat sich das schwarz-rote Kabinett auf ein Programm zur Kreislaufwirtschaft geeinigt. Aus der Wirtschaft kommt scharfe Kritik – aber nicht, weil sie das Thema ablehnt. Silke Kersting 03.06.2026 - 14:02 Uhr Artikel anhören

Recyclinghof für Altmetall in Hamburg: Importabhängigkeit könnte sinken. Foto: imago/Westend61

Berlin. Nach monatelanger Verzögerung hat sich die Bundesregierung am Mittwoch auf ein Aktionsprogramm geeinigt, mit dem die Kreislaufwirtschaft in Deutschland beschleunigt werden soll. „Deutschland braucht jetzt mehr denn je eine Kreislaufwirtschaft, um wettbewerbsfähiger zu werden, sich auf den Weltmärkten zu behaupten und seine Versorgungssicherheit zu stärken“, heißt es in dem 19-seitigen Papier aus dem Bundesumweltministerium, das dem Handelsblatt vorliegt.

Ziel ist, den Import von Rohstoffen zu reduzieren, Materialien sparsam zu verwenden und sie möglichst lang im Wirtschaftskreislauf zu halten. Bis 2029 sieht das Aktionsprogramm dafür 260 Millionen Euro aus dem sogenannten Klima- und Transformationsfonds vor, der den Umbau der deutschen Wirtschaft zu mehr Umwelt- und Klimaschutz unterstützen soll.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisierte die Pläne umgehend und scharf. „Das Aktionsprogramm ist zu unambitioniert und setzt kaum neue wirtschaftspolitische Impulse“, sagt Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, zum Kabinettsbeschluss.

Die Bedeutung des Themas bestreitet der BDI nicht, im Gegenteil. „Deutschland ist bei Schlüsselrohstoffen für Zukunftstechnologien nahezu vollständig importabhängig und zugleich eine der wettbewerbsintensivsten Volkswirtschaften der EU“, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie der Boston Consulting Group (BCG) im Auftrag des BDI. „Durch Recycling und Wiederverwendung lassen sich bis 2045 etwa 20 bis 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzen.“

Für die industrielle Skalierung brauche es aber „deutlich mehr Tempo und Verlässlichkeit“, forderte Lösch am Mittwoch. „Das Potenzial, über das Sondervermögen Impulse für die Kreislaufwirtschaft zu setzen, wird nicht ausreichend genutzt.“

Kein klassisches Nachhaltigkeitsthema mehr

Die Zeiten, in denen das Thema Kreislaufwirtschaft von Unternehmen als ein eher lästiges und kostentreibendes Thema gefürchtet war, sind vorbei. Auch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte stellt fest, dass die Wirtschaft zunehmend unter Importabhängigkeiten, unsicheren Energiebedingungen, Handelsbeschränkungen und instabilen Lieferbeziehungen leidet.

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Dieser unterschätzte Vorteil könnte Europa an die Spitze der industriellen Innovation bringen

„Kreislaufwirtschaft hat sich vom klassischen Nachhaltigkeitsthema zu einem strategischen Instrument für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit entwickelt“, sagt Deloitte-Partnerin Nicole Röttmer. Eine am Mittwoch veröffentlichte Befragung von rund 1000 Unternehmen im Auftrag von Deloitte zeigt: „Rund 61 Prozent der Unternehmen bewerten die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf die eigene Wertschöpfungskette als stark oder sehr stark.“

Deutschland hat bereits ein Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das laut Aktionsprogramm bis Mitte 2027 novelliert werden soll. Zudem hatte die Ampelregierung Ende 2024 kurz vor ihrem Bruch noch eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen. Das Aktionsprogramm geht über gesetzliche Regelungen hinaus. Bis Ende 2027 sollen insgesamt zwölf Maßnahmen vorangetrieben werden.

Doch offenkundig ist der Koalition nur ein Minimalkonsens gelungen. So konnte sich Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) nicht mit seiner Forderung durchsetzen, dass Recyclingprodukte in öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden. Vor allem diese Forderung hatte die Einigung der Koalition in die Länge gezogen.

Jetzt heißt es lapidar, dass Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung das jährliche Auftragsvolumen für Recyclingprodukte kontinuierlich steigern werden.

Kreislaufwirtschaft

Rohstoffe besser nutzen – neue Herausforderungen für Unternehmen

Zudem soll ab Ende 2026 ein neues Förderprogramm innovative Produktionsverfahren unterstützen, mit denen etwa kritische Rohstoffe wiedergewonnen werden können. Geplant ist auch eine Plattform, über die Unternehmen, aber auch Wissenschaft oder Verwaltung Partner für neue Produkte finden oder privates Kapital mobilisieren können. Die Plattform soll im Herbst dieses Jahres starten.

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Die Stigmatisierung als Müll muss enden. Felix PakleppaZDB

Doch die Vorbehalte bleiben. Viele Verbände forderten mehr Tempo und monierten Lücken im Programm. Auch die Bauwirtschaft reagierte verhalten. In einem entscheidenden Bereich bleibe das Aktionsprogramm „eine Enttäuschung für die Praxis“, kritisierte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB).

Grundsätzlich sei es richtig, dass der Bund den Einsatz von Recycling-Baustoffen weiterentwickeln wolle, sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Doch es nütze der Kreislaufwirtschaft wenig, wenn Ersatzbaustoffe zwar leichter eingesetzt werden dürften, sie aber auf dem Transportweg und bei der Lagerung nicht als hochwertig aufbereitete Recycling-Baustoffe, sondern weiterhin als Müll gelten, sagte er. Laut Pakleppa führt das zu erheblichen Akzeptanzproblemen in der Branche. „Die Stigmatisierung als Abfall muss enden.“

Mehr: Angela Merkel: „Hätte es in meiner Macht gelegen, mehr Vorsorge zu treffen?“

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À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Die Bundesregierung wird das Kreislaufwirtschaftsgesetz bis Mitte 2027 novellieren.

    Très probable · En quelques mois

  • Insgesamt zwölf Maßnahmen im Rahmen des Aktionsprogramms werden bis Ende 2027 vorangetrieben.

    Probable · En quelques mois

  • Eine Plattform zur Vernetzung von Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung für Kreislaufwirtschaft startet im Herbst dieses Jahres.

    Très probable · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Wie werden die 260 Millionen Euro konkret eingesetzt?
  • Welche spezifischen Maßnahmen werden bis Ende 2027 umgesetzt?
  • Wie wird die Akzeptanz für Recycling-Baustoffe in der Bauwirtschaft verbessert?
  • Welche Impulse wird das neue Förderprogramm für innovative Produktionsverfahren setzen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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