Bundesregierung plant Zuckersteuer ab 2028
Abgabe auf zuckergesüßte Getränke soll rund 450 Millionen Euro jährlich einbringen und der gesetzlichen Krankenversicherung zugutekommen
L'essentiel
- Die Bundesregierung plant ab 2028 eine Zuckersteuer auf zuckergesüßte Getränke mit geschätzten Einnahmen von 450 Millionen Euro jährlich.
- Während Verbraucherorganisationen wie Foodwatch die Abgabe begrüßen, zeigt sich die Lebensmittelbranche skeptisch.
- Die Einnahmen sollen der gesetzlichen Krankenversicherung für Präventionsmaßnahmen zugutekommen.
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Pourquoi c'est important
Die Zuckersteuer ist Teil einer breiteren Gesundheitspolitik zur Reduzierung von Zucker konsum. Laut WHO haben bereits 116 Länder solche Steuern eingeführt, darunter Frankreich, Polen und das Vereinigte Königreich.
CDU und CSU haben sich lange dagegen gestemmt, doch nun soll eine Zuckersteuer kommen: Die Bundesregierung plant ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Die Einnahmen werden auf rund 450 Millionen Euro jährlich geschätzt. Während Verbraucherorganisationen wie Foodwatch die Abgabe ausdrücklich begrüßen, zeigt sich die Lebensmittelbranche verhalten. »Da muss man sich immer genau anschauen, was es bringt. Mit Blick auf die Gesundheitswirkung hat die Zuckersteuer in Großbritannien offenbar keinen eindeutigen Erfolg«, sagte der Chef des Lebensmittelhändlers Rewe, Lionel Souque, dem SPIEGEL. In Großbritannien fällt seit 2018 auf Getränke eine Zusatzabgabe an, die sich nach der Menge des zugesetzten Zuckers richtet. Seitdem ist der Zuckergehalt in Getränken in Großbritannien laut Foodwatch um 35 Prozent gesunken. Rewe-Chef Souque verweist auf Eigeninitiative der Lebensmittelbranche. »Wir reduzieren bei allen unseren Eigenmarken bereits Salz, Zucker und Zusatzstoffe – soweit das geschmacklich geht. Und wir setzen auf klare Informationen und Auswahl – statt auf neue Abgaben. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Menschen selbst entscheiden sollen«, sagte der Manager. Die Einnahmen aus der für Deutschland geplanten Abgabe sollen laut Gesetzentwurf »der gesetzlichen Krankenversicherung in geeigneter Art und Weise entlastend zugutekommen«, und zwar auch für Präventionsmaßnahmen. Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer für Deutschland schon seit Jahren. Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Laut WHO gilt eine derartige Steuer zum Beispiel in Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Der Gesetzentwurf wird im Bundestag debattiert werden
Très probable · En quelques mois
Die Lebensmittelbranche wird weitere Zugeständnisse bei der Zuckerreduzierung ankündigen
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie hoch wird der Steuersatz genau sein?
- Welche Getränke werden genau besteuert?
- Wie wird die Verteilung der Einnahmen konkret geregelt?

