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BackEU-Kommission kritisiert deutsche Grenzkontrollen
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Die Welt02.06.2026Politique4 dk okumaGermany

EU-Kommission kritisiert deutsche Grenzkontrollen

L'essentiel

  • Die EU-Kommission hat die von Deutschland verlängerten Grenzkontrollen kritisiert.
  • Sie bemängelt mangelnde Begründung und schlägt Alternativen vor, um die Kontrollen abzubauen.

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Die EU-Kommission hat die von Deutschland verlängerten Grenzkontrollen kritisiert. Sie bemängelt mangelnde Begründung und schlägt Alternativen vor, um die Kontrollen abzubauen. Deutschland sei mit einer komplexen Migrationslage konfrontiert.

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Die allgemeinen Verlängerungen der deutschen Grenzkontrollen sind nach Ansicht der EU-Kommission nicht genügend begründet. In einer Stellungnahme der Brüsseler Behörde heißt es, die von der Bundesregierung gemachten Angaben rechtfertigten die derzeitigen Kontrollen an allen Grenzen nicht ausreichend.

Es fehle eine Erklärung, warum die vom Bundesinnenministerium angegebene Bedrohung an jedem einzelnen Grenzabschnitt identisch sein solle. Zudem heißt es: Es gebe keine Begründung dafür, warum eine Dauer von sechs Monaten und nicht ein kürzerer Zeitraum für eine Verlängerung am geeignetsten erscheine. Insgesamt wurden die Grenzkontrollen bereits dreimal verlängert – zuletzt um ein halbes Jahr bis Mitte September 2026.

Die Europäische Kommission schlägt der Bundesrepublik und anderen Mitgliedsländern stattdessen Alternativen vor, um eingeführte Grenzkontrollen im Schengen-Raum wieder abzubauen. Brüssel empfiehlt, auf die „schrittweise Einstellung und Aufhebung der Kontrollen an den Binnengrenzen hinzuarbeiten“, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Es gebe effizientere und wirksamere Möglichkeiten, etwa selektive Polizeikontrollen oder technische Möglichkeiten bei der biometrischen Identifizierung und der Fahrzeugortung. Bis wann Deutschland und die anderen EU-Staaten die innereuropäischen Grenzkontrollen eingestellt haben sollten, konkretisiert die Europäische Kommission nicht.

In der Stellungnahme hält die EU-Kommission fest, dass es zwar Anlass zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit der Mitgliedstaaten geben möge und Deutschland mit einer komplexen Migrationslage und vielen Asylanträgen konfrontiert sei.

Gleichzeitig gehe aus den Angaben Deutschlands nicht hervor, wie sich die globale Sicherheitslage konkret auf das Land auswirke und wie sich diese Bedrohung an bestimmten Abschnitten der Binnengrenzen konkretisiere, an denen die Kontrollen wieder eingeführt wurden. Die EU-Kommission könne anhand der bereitgestellten Informationen nicht nachvollziehen, wie die Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen Sicherheitsbedrohungen tatsächlich eindämmen solle – insbesondere im Bezug auf Gewaltverbrechen von Menschen, die bereits in Deutschland seien.

Die deutschen Behörden seien zwar bemüht gewesen, die Auswirkungen der Kontrollen abzumildern, bei der EU-Kommission seien aber zahlreiche Beschwerden von Bürgern und Unternehmen eingegangen, heißt es.

Nach EU-Recht haben die Mitgliedstaaten das Recht, ausnahmsweise und vorübergehend stationäre Grenzkontrollen einzuführen, wenn sie mit einer ernsthaften Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder der inneren Sicherheit konfrontiert sind. „Die Mitgliedstaaten haben von dieser Möglichkeit aufgrund echter und berechtigter Bedenken hinsichtlich Sicherheitsbedrohungen und der Migrationslage Gebrauch gemacht“, teilte die EU-Kommission mit.

Sie müssten aber eine vorübergehende Ausnahme bleiben. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner verwies auf die Reform des europäischen Asylsystems, die Modernisierungen bei den Grenzkontrollen an den europäischen Außengrenzen sowie den Rückgang bei der irregulären Migration.

Unter diesen Voraussetzungen seien die Mitgliedstaaten in der Lage, auf die schrittweise Abschaffung der Kontrollen an den Binnengrenzen hinzuarbeiten, teilte Brunner mit. Zuletzt sank die Zahl der Asylanträge in der EU kontinuierlich. Auch bei den irregulären Grenzübertritten in die Europäische Union war laut EU-Grenzschutzbehörde Frontex zuletzt ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Neben Deutschland hatten auch die Niederlande, Österreich, Dänemark, Frankreich, Italien, Norwegen, Slowenien und Schweden wieder Kontrollen an ihren innereuropäischen Grenzen eingeführt. Die EU-Kommission ist nach europäischem Recht verpflichtet, zu solchen Grenzkontrollen eine Stellungnahme abzugeben, wenn sie mehr als ein Jahr andauern.

In Deutschland finden Kontrollen an allen Landesgrenzen bereits seit September 2024 statt. Angeordnet wurden sie von der ehemaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Im Mai vergangenen Jahres hatte Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) die Grenzkontrollen weiter intensiviert. Insgesamt wurden die Grenzkontrollen bereits dreimal verlängert – zuletzt bis Mitte September 2026.

In der Vergangenheit hatte Dobrindt die Kontrollen wiederholt gegen Kritik verteidigt: Sie seien ein Signal für eine veränderte Migrationspolitik und hätten kriminellen Schleuserbanden einen erheblichen Schlag versetzt. Langfristig setzt Dobrindt darauf, dass Reformen im europäischen Migrationssystem funktionieren, um wieder aus Grenzkontrollen auszusteigen.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Deutschland wird aufgefordert, die Grenzkontrollen schrittweise abzubauen.

    Très probable · Moyen terme

  • Weitere Beschwerden von Bürgern und Unternehmen könnten bei der EU-Kommission eingehen.

    Probable · Court terme

Questions ouvertes

  • Wie konkret werden die von Deutschland genannten Sicherheitsbedrohungen an den Binnengrenzen umgesetzt?
  • Welche spezifischen alternativen Maßnahmen schlägt die EU-Kommission vor?
  • Bis wann sollen die Kontrollen schrittweise eingestellt werden?
  • Wie wird die EU-Kommission auf eine fortgesetzte Beibehaltung der Kontrollen durch Deutschland reagieren?

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This article was originally published by Die Welt.

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