EZB hält Leitzins bei 2,0 Prozent – Märkte spekulieren über Juni-Erhöhung
Inflation auf 3,0 Prozent gestiegen – Iran-Krieg treibt Energiepreise – Konjunktur wächst nur 0,1 Prozent
L'essentiel
- Die EZB belässt den Leitzins bei 2,0 Prozent trotz gestiegener Inflationsgefahr durch den Iran-Krieg.
- Die Teuerungsrate im Euroraum schnellte auf 3,0 Prozent, während die Wirtschaft im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent wuchs.
- An den Märkten wird über eine Zinserhöhung im Juni spekuliert.
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Pourquoi c'est important
Die EZB hatte den Leitzins im Zuge der Inflationbekämpfung schrittweise angehoben. Der Iran-Krieg seit Oktober 2025 hat die Energiepreise erneut in die Höhe getrieben und die Inflationsgefahr verstärkt. Gleichzeitig ist die Konjunktur im Euroraum angeschlagen.
Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins trotz der infolge des Iran-Krieges gestiegenen Inflationsgefahr konstant. Der EZB-Rat beließ den Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Über ihn steuert die Zentralbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Zuletzt ist die Teuerungsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt.
Die EZB bleibt hinsichtlich der Inflationsrisiken auf der Hut: "Der EZB-Rat wird die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden", heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. Mit Spannung wird erwartet, wie sich EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse zum weiteren Kurs äußern wird.
An den Finanzmärkten wird über eine Zinserhöhung im Juni spekuliert. Dafür spricht aus Sicht vieler Händler, dass Mitte des Jahres voraussichtlich mehr Klarheit über die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ölpreisschocks herrschen wird. Doch steckt die EZB in einem Dilemma, da sie mit einer strafferen Geldpolitik zwar den Preisauftrieb dämpfen, aber im schlimmsten Fall auch die bereits angeschlagene Konjunktur abwürgen könnte.
Die Wirtschaft im Euroraum wuchs im ersten Quartal nur noch minimal um 0,1 Prozent: "Bremseffekte durch den Iran-Krieg sorgen dafür, dass es knirscht im Gebälk. Der Unterstützung durch staatliche Ausgaben stehen energiepreisbedingte Kaufkraftverluste gegenüber", erläutert der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. Auch bei einer Entspannung in der Region mahnt er zur Vorsicht: "Nach einer Öffnung der Straße von Hormus werden sich Energiepreise nur zögerlich normalisieren."
Alle Blicke richten sich derzeit gebannt auf diese Meerenge am Persischen Golf, die ein Nadelöhr für den internationalen Schiffstransport von Öl und Flüssigerdgas darstellt. Laut EZB-Chefin Lagarde ist die Zentralbank bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordert. Doch dürfte die Notenbank nach Ansicht vieler Analysten noch stillhalten. Damit könnte sie Zeit gewinnen, um sich einen besseren Überblick darüber zu verschaffen, ob sich der Inflationsschub verfestigt.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
EZB erhöht Leitzins im Juni 2026
Possible · En quelques semaines
EZB beobachtet Datenlage weiter und handelt bei Inflationsverfestigung
Très probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Wird die EZB im Juni tatsächlich die Zinsen erhöhen?
- Wie stark wird die Konjunktur durch eine Zinserhöhung belastet?
- Entspannen sich die Energiepreise nach einer Öffnung der Straße von Hormus?



