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Neues Orthobunyavirus bei Rindern in Baden-Württemberg entdeckt
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Handelsblattil y a 23 heuresSanté3 min de lectureGermany

Neues Orthobunyavirus bei Rindern in Baden-Württemberg entdeckt

Wissenschaftler haben ein bislang nicht näher beschriebenes Virus einer exotischen Gruppe in Deutschland bei Rindern nachgewiesen.

L'essentiel

  • Ein neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe, ähnlich dem Shamonda-Virus, wurde bei Rindern in Südbaden, Deutschland, nachgewiesen.
  • Es verursacht Fieber, Durchfall und verminderte Milchleistung, übertragen durch Gnitzen.
  • Während es für erwachsene Tiere mild verläuft, besteht die Gefahr von Aborten und Fehlbildungen bei Föten.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Ein neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe wurde bei Rindern in Baden-Württemberg entdeckt, verursacht Fieber und Durchfall und wird durch Gnitzen übertragen.

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Stuttgart/Greifswald. Ein neues Virus ist nach Europa eingeschleppt worden und breitet sich nun bei Rindern in Süddeutschland aus. Die betroffenen Tiere zeigten Fieber und Durchfall, Milchkühe geben weniger Milch, wie das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erklärte, das sich als Bundesforschungsinstitut der Tiergesundheit widmet. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind beziehungsweise waren in der Region Südbaden rund 100 Betriebe mit Rinderhaltung betroffen, wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums Baden-Württemberg mitteilte. Todesfälle unter den Tieren seien nicht bekannt. „Der Krankheitsverlauf ist nach bisherigem und aktuellem Kenntnisstand typischerweise mild, betroffene Tiere erholen sich innerhalb weniger Tage wieder.“

Das FLI bei Greifswald untersuchte vier Proben aus Baden-Württemberg und kam zu dem Schluss, dass es sich um ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe handelt. Viren dieser Gruppe kämen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.

Wahrscheinlich kein relevantes Risiko für Menschen

Das neue Virus gehört zu einer Gruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus gehört. Dieses war 2011 nach Deutschland gelangt und sorgte in den darauf folgenden Jahren vor allem bei Schafen für Fehlgeburten und Missbildungen. Mehr als 2.000 Höfe waren damals betroffen.

Infiziert mit Viren dieser Gruppe werden demnach überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Außerdem wurden Antikörper bei Alpaka, Bison, Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild nachgewiesen.

Das Schmallenberg-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar. Das neue Virus stellt laut dem Institut „nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar“. Das müsse nun aber genauer untersucht werden.

Das Ministerium erklärte, derzeit lägen keine Meldungen zu anderen betroffenen Tierarten vor.

Virus wird möglicherweise auch auf Fetus im Mutterleib übertragen

Laut FLI führen Infektionen mit Viren der Gruppe bei erwachsenen Tieren in der Regel lediglich zu milden bis moderaten klinischen Erscheinungen. „Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung auf den Fetus während der Trächtigkeit. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion können Aborte, Totgeburten und schwere angeborene Fehlbildungen auftreten.“

Inwiefern derartige Probleme infolge des nun nachgewiesenen Virus auftreten, müsse noch untersucht werden, erklärte das Institut. Da die entsprechenden Mücken noch bis November aktiv sind, müsse mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus gerechnet werden.

Potenzial bislang nicht genau bekannt

„Wir wissen noch nicht genau, welches Potenzial das Virus in sich trägt“, sagte eine FLI-Sprecherin. Möglicherweise ginge es darum, jetzt möglichst schnell einen Impfstoff zu entwickeln.

Aufgrund der Übertragung durch Gnitzen muss laut Ministerium mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus in empfänglichen Tierbeständen gerechnet werden. Der Schutz vor Stechinsekten sei daher das Mittel der Wahl, erklärte der Sprecher in Stuttgart. „Impfstoffe gegen dieses neu nachgewiesene Virus stehen nicht zur Verfügung.“

Die über die Behandlungskosten erkrankter Tiere und den vorübergehenden Rückgang der Milchleistung hinausgehenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft könnten noch nicht abgeschätzt werden, teilte er weiter mit. Sie hängen demnach von der Ausbreitungsgeschwindigkeit, den betroffenen Tierarten und den Krankheitsbildern ab.

Zunächst negative Testergebnisse

Aufgefallen waren laut FLI erkrankte Rinder in der Schweiz, Frankreich und im Juli auch Rinder in zahlreichen Beständen in Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg. Die Symptome entsprachen demnach zunächst dem Schmallenberg-Virus. Untersuchungen auf diesen oder andere bekannte Erreger verliefen demnach jedoch negativ.

Das FLI konnte nach eigenen Angaben schließlich eine große genetische Übereinstimmung mit Shamonda-Viren nachweisen. In der FLI-Mitteilung wird das nun nachgewiesene Virus daher auch als „Shamonda-like“ (englisch für „Shamonda-ähnlich“) bezeichnet.

Nach 2011 sei nun erneut in exotisches Orthobunyavirus eingeschleppt worden, stellte Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts fest. „Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch es sich ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist.“

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Das Virus wird sich in empfänglichen Tierbeständen weiter und möglicherweise schnell ausbreiten.

    Probable · En quelques semaines

  • Es wird versucht, möglichst schnell einen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln.

    Possible · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Wie schnell breitet sich das Virus aus?
  • Welche Tierarten sind besonders betroffen?
  • Mit welchen klinischen Folgen ist zu rechnen, insbesondere für Föten?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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