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BackVW-Verkauf von Everllence: Streit um den Ablauf des Bieterverfahrens
VW-Verkauf von Everllence: Streit um den Ablauf des Bieterverfahrens
En développement
Handelsblatt21.06.2026Business5 dk okumaGermany

VW-Verkauf von Everllence: Streit um den Ablauf des Bieterverfahrens

L'essentiel

  • Der milliardenschwere Verkauf der VW-Tochter Everllence steht kurz vor dem Abschluss.
  • Der geplante Ablauf des Verkaufsprozesses sorgt jedoch für Diskussionen im Konzern, da der Aufsichtsrat erst nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags eingebunden werden soll.

Résumé généré par IA

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Der milliardenschwere Verkauf der VW-Konzerntochter Everllence steht kurz vor dem Abschluss. Der geplante Ablauf des Verkaufsprozesses sorgt jedoch für Diskussionen im Konzern.

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Frankfurt, Düsseldorf. Der milliardenteure Verkauf der VW-Konzerntochter Everllence steht kurz vor dem Abschluss. Doch bevor die verbliebenen Bieter bis Mitte der Woche ihre finalen Angebote für den Motorenhersteller einreichen, sorgt der geplante Ablauf des Verkaufsprozesses für Diskussionen im Konzern.

Wie drei mit den Verhandlungen vertraute Personen dem Handelsblatt berichten, will der Volkswagen-Vorstand am Mittwoch die versiegelten Umschläge mit den finalen Geboten der drei verbliebenen Interessenten öffnen. Bei ihnen handelt es sich um ein Konsortium, das die schwedische EQT mit der Porsche SE und den Staatsfonds aus Katar und Singapur geschlossen hat, sowie um CVC und Bain Capital.

Mit dem Höchstbietenden werde der VW-Vorstand zunächst den Kaufvertrag für die Übernahme der Tochter unterzeichnen. Erst anschließend soll der Deal dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Das Gremium kann den Verkauf entweder durchwinken oder ablehnen, was den Prozess jedoch um Monate zurückwerfen würde.

Eine solche Reihenfolge gilt als ungewöhnlich. Üblicherweise ist der Aufsichtsrat schon vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags eingebunden, sodass es über das Zustandekommen des Vertrags keine Unsicherheit gibt.

Das Vorgehen soll jedoch auch bei einer Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch für längere Diskussionen gesorgt haben. Das Treffen war ausschließlich zur Vorbereitung des Everllence-Verkaufs anberaumt worden.

Der Deal gilt als einer der größten laufenden Industrieverkäufe Europas und könnte dem kriselnden Volkswagen-Konzern einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag einbringen. Die VW-Tochter könnte Finanzkreisen zufolge inklusive Schulden mit rund 8,5 Milliarden Euro bewertet werden. VW plant jedoch, einen 49-Prozent-Anteil zu behalten.

Everllence, früher MAN Energy Solutions, ist Spezialist für Schiffs- und Kraftwerksmotoren sowie Großwärmepumpen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 bei einem Umsatz von 4,86 Milliarden Euro rund 336 Millionen Euro operativen Gewinn.

Besonders heikel ist die Beteiligung von VW-Großaktionär Porsche SE an dem Prozess, wie aus Finanz- und Konzernkreisen zu hören ist. Um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, hat Volkswagen ein komplexes Auktionsverfahren mit versiegelten Umschlägen aufsetzen lassen.

Zudem soll der Konzern erheblichen Aufwand betreiben, um jeden Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden. So mussten bei der Sitzung am Mittwoch große Teile der Kapitalseite des Aufsichtsrats zeitweise den Raum verlassen. Hintergrund ist die Beteiligung von Porsche SE und katarischen Investoren an einem der Bieterkonsortien. Sowohl Vertreter der Familien Porsche und Piëch als auch Vertreter des Landes Katar sitzen im Aufsichtsrat von VW.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt außerdem der überraschende Rückzug der früheren Renk-Chefin Susanne Wiegand aus dem VW-Aufsichtsrat vergangene Woche. Die Managerin gehört der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ an und galt als eine der wenigen unabhängigen Stimmen im Kontrollgremium. Wiegand soll ihren Rückzug bereits länger erwogen haben, heißt es aus dem Konzernumfeld.

Die Diskussionen rund um den Everllence-Prozess und die Sitzung am Mittwoch hätten sie in ihrer Entscheidung jedoch bestärkt, berichten zwei Insider. Wiegand soll Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch noch am Mittwochabend informiert haben, dass sie nicht mehr für ein Mandat im Aufsichtsrat kandidiere.

Aus dem Konzernumfeld heißt es, dass es bei dem Deal nicht allein um den Kaufpreis gehe. Entscheidend sei auch, welche Wachstumsperspektiven die Investoren Everllence etwa im Geschäft mit Energieinfrastruktur, Rechenzentren oder Verteidigungsanwendungen zutrauen.

Weil die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat den Deal theoretisch blockieren könnte, sehen die Konzepte der Bieter laut Finanzkreisen auch umfangreiche Zugeständnisse wie den Erhalt von Standorten, Beschäftigungssicherung und einen Verzicht auf den Verkauf von Unternehmensteilen vor. So soll Everllence möglichst als Ganzes erhalten bleiben.

Wie aus Finanz- und Konzernkreisen zu hören ist, wird bei der Transaktion mit einer „aggressiven“ Finanzierung gerechnet. Wie bei sogenannten Leveraged Buy-outs üblich, finanzieren die Käufer einen substanziellen Teil des Kaufpreises durch die Aufnahme von Fremdkapital und bürden dem Übernahmeziel die Schulden auf.

Der milliardenschwere Mittelzufluss weckt bereits Begehrlichkeiten im Kreis der Investoren. So soll die Porsche SE auf die Ausschüttung einer Sonderdividende drängen, wie das Handelsblatt von zwei Insidern erfahren hat. Ein Sprecher der Porsche SE wollte das nicht kommentieren.

Besonders heikel wäre dies, falls ausgerechnet das Konsortium um EQT, Porsche SE und die katarischen Investoren den Zuschlag erhält. Kritiker sehen darin die Gefahr eines Kreislaufgeschäfts, bei dem ein Teil des investierten Eigenkapitals über eine Sonderausschüttung wieder an die Anteilseigner zurückfließen würde. Zudem stellt sich die Frage, ob sich Volkswagen in seiner aktuellen Lage überhaupt eine Sonderdividende leisten kann.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Der Verkauf von Everllence wird bis Ende der Woche unterzeichnet.

    Probable · En quelques jours

  • Die Porsche SE wird auf einer Sonderdividende bestehen.

    Possible · En quelques semaines

Questions ouvertes

  • Wird der Aufsichtsrat den Deal genehmigen?
  • Wie wird die Finanzierung des Kaufs strukturiert?
  • Welche Auswirkungen hat die Sonderdividenden-Forderung der Porsche SE?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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