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300.000 Menschen beim Hamburger CSD – Sicherheitskonzept nach Berlin-Anschlag überarbeitet
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Spiegel Deutschland2 hours agoPolitics2 min readGermany

300.000 Menschen beim Hamburger CSD – Sicherheitskonzept nach Berlin-Anschlag überarbeitet

Nach dem tödlichen Anschlag in Berlin nahmen in Hamburg so viele Menschen wie noch nie am Christopher Street Day teil. Auch in Bonn gab es eine Schweigeminute, während in Amsterdam die World Pride stattfand.

Quick Look

  • In Hamburg nahmen trotz des tödlichen Anschlags in Berlin 300.000 Menschen friedlich am CSD teil, ein Rekord.
  • Das Sicherheitskonzept wurde verstärkt.
  • Auch in Bonn gab es eine Schweigeminute.

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Why It Matters

Eine Woche nach einem tödlichen islamistischen Anschlag auf eine ähnliche Veranstaltung in Berlin nahmen in Hamburg 300.000 Menschen am CSD teil, was einen Teilnehmerrekord darstellt. Das Sicherheitskonzept wurde daraufhin überarbeitet und verstärkt.

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Die Veranstalter vom Verein Hamburg Pride und die Polizei schätzten am Nachmittag übereinstimmend, dass 300.000 Menschen teilnahmen – so viele wie noch nie laut den Veranstaltern. Die Stimmung sei friedlich und ausgelassen, sagte eine Sprecherin nach Beginn der Demonstration. Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Unter den Teilnehmenden sind mehrere Politiker von SPD und Grünen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) solle ein Zeichen setzen, indem er an einem CSD teilnehme, wünschte sich SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch.

Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf eine ähnliche Veranstaltung in Berlin hat die Hamburger Polizei ihr Sicherheitskonzept für die Veranstaltung überarbeitet. Es sollen doppelt so viele Beamte im Einsatz sein wie bei der Demonstration im vergangenen Jahr. »Hamburg freut sich auf einen bunten und fröhlichen CSD und setzt damit ein klares Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt in unserer Stadt«, sagte Innensenator Andy Grote (SPD).

In Berlin hatte der islamistische Attentäter Abdul Ballout am vergangenen Samstag mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21-Jährige wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Der Sprecher von Hamburg Pride, Manuel Opitz, erklärte, man wolle sich durch den Anschlag nicht einschüchtern lassen. »Wir als queere Community können uns in unserem Schmerz auf dem CSD gegenseitig Kraft geben.«

Auf dem Christopher Street Day in Bonn begann das Bühnenprogramm am frühen Nachmittag mit einer Schweigeminute. »Ihr wisst alle, was in Berlin passiert ist. Das hat uns alle sehr geschockt«, sagte Vorstandsmitglied Claudia Brenig vom CSD-Veranstalter Rheinqueer. »Wir sind heute auch in Gedanken bei den Opfern, bei der verstorbenen Frau und bei allen, die verletzt wurden und in Berlin traumatisiert wurden.«

Niederländischer Premier: LGBTIQ-Gemeinschaft weltweit unter Druck

In Amsterdam findet am Samstag die traditionelle »Canal Parade« mit 80 bunt geschmückten Booten statt – einer der Höhepunkte der diesjährigen World Pride. Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten rief junge LGBTIQ-Personen bei der Veranstaltung auf, sich offen zu bekennen.

Ein Coming-out sei nicht einfach, »aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser«, sagte Jetten laut der Nachrichtenagentur ANP. Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und der erste, der offen homosexuell lebt.

Die Amsterdamer Parade sei ein großartiges Fest voller Freiheit und Spaß, sagte Jetten. Zugleich sei es wichtig, gegen Anfeindungen zu protestieren. »Das hat man beim Anschlag in Berlin letzte Woche gesehen.« Die LGBTIQ-Gemeinschaft stehe weltweit unter Druck, sagte Jetten.

Die mehrtägige World Pride gilt als das größte Event der weltweiten queeren Gemeinschaft und findet erstmals in den Niederlanden statt. Allein zum Amsterdamer Bootskorso wurden laut Veranstaltern rund 500.000 Besucher erwartet. Auch im britischen Seebad Brighton und an weiteren Orten waren Paraden geplant.

Open Questions

  • Wie entwickeln sich die Ermittlungen zum Anschlag in Berlin?
  • Welche langfristigen Auswirkungen hat der Anschlag auf CSD-Veranstaltungen?
  • Wie wird die Forderung nach Teilnahme von Bundeskanzler Merz aufgenommen?

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This article was originally published by Spiegel Deutschland.

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