Quick Look
- Der Historiker Eckart Conze zieht Parallelen zwischen dem Aufstieg der AfD und der Weimarer Republik.
- Er betont, dass der Aufstieg der AfD zwar die Dynamik widerspiegelt, aber langsamer verläuft als der der NSDAP.
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Why It Matters
Der Historiker Eckart Conze wird gefragt, ob er an die Weimarer Republik denkt, wenn er die aktuellen Umfragewerte für die Bundestagswahl hört. Die AfD liegt bei 27 Prozent, die CDU bei 23 und die SPD bei 13 Prozent.
DIE ZEIT: AfD 27 Prozent, CDU 23, SPD 13: Herr Conze, denken Sie manchmal an Weimar, wenn Sie hören, wie die Deutschen abstimmen würden, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
Eckart Conze: Ja, denn der Aufstieg der AfD spiegelt durchaus die Dynamik in den letzten Jahren der Weimarer Republik wider – nur dass es damals viel schneller ging. 2013 war die AfD im Bund bei 4,7 Prozent, 2017 kam sie auf 12,6 und zuletzt auf 20,8 Prozent. Die NSDAP hingegen schnellte in nur vier Jahren in die Höhe. 1928 war sie noch eine Splitterpartei mit 2,6 Prozent; im Juli 1932 erreichte sie mit 37,4 Prozent ihr bestes Ergebnis bei freien Wahlen. Dieses Tempo hatte natürlich auch mit der ungleich größeren Intensität der damaligen Krise nach dem Börsenkrach von 1929 zu tun.
Open Questions
- Wie wird sich die AfD weiter entwickeln?
- Welche Lehren zieht die deutsche Politik aus der Geschichte?

