AfD besetzt Pressesprecherposten mit ehemaligem IW-Mitarbeiter Herrmann
Herrmanns Vergangenheit beim Institut der deutschen Wirtschaft wirft Fragen auf, da das Institut sich kritisch zur AfD geäußert hatte.
Quick Look
- Die AfD hat den Pressesprecherposten mit Herrmann besetzt, der zuvor beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) tätig war.
- Dies ist pikant, da das IW sich wiederholt kritisch zur AfD geäußert hat, Herrmann aber für AfD-bezogene IW-Publikationen verantwortlich war.
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Why It Matters
Die AfD hat nach langer Suche einen Pressesprecher gefunden, dessen frühere Tätigkeit beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Fragen aufwirft, da das IW sich kritisch zur AfD positioniert.
Herrmann hat eine pikante Biografie: Auf LinkedIn gibt er an, zuletzt die Redaktion des Informationsdienstes iwd geleitet zu haben. Außerdem war er demnach bis Ende 2025 Teil der Chefredaktion der IW Medien GmbH, die zum Institut der deutschen Wirtschaft gehört. Vorher arbeitete er als Abteilungsleiter Wirtschaft und Bildung bei der IW Medien GmbH. Vier Jahre lang leitete er beim Institut der deutschen Wirtschaft das Team Öffentlichkeitsarbeit.
Auffällig oft bei AfD-Inhalten verantwortlich
Der Leiter des IW-Hauptstadtbüros, Knut Bergmann, erklärte gegenüber dem »Handelsblatt«, Herrmann sei »niemals verantwortlich für Ergebnisse oder Publikationen der IW-Wissenschaft gewesen«. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hatte sich immer wieder gegen die AfD ausgesprochen. In einem Gespräch mit dem SPIEGEL sagte er etwa: »Eine Koalition mit der AfD verbietet sich wegen politischer Grundüberzeugungen, etwa zur Rolle der Nato.« Auch andere führende Stimmen der deutschen Wirtschaft äußerten sich immer wieder kritisch. So nannte etwas der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger einen möglichen AfD-Ministerpräsidenten »fatal für das Land«.
Nach Recherchen des »Handelsblatt« findet sich der Name Herrmann ausgerechnet immer wieder in Pressemitteilungen des IW, wenn es um die AfD und ihre Wählerinnen und Wähler geht. Er wird etwa als »verantwortlich für den Inhalt« für Beiträge mit den Titeln »AfD – auch eine Partei der Besserverdiener« (2016), »AfD-Wähler – Sie fühlen sich ausgeliefert« (2017) und »AfD-Anhänger neigen zu Extremen« (2017) genannt.
Jahrelang konnte die Partei den Posten nicht besetzen, weil sich niemand Passendes fand. Zuletzt hatte ihn Christian Lüth inne, der die Partei verlassen musste, nachdem Aufnahmen bekannt wurden, auf denen er im Zusammenhang mit Migranten vom »Erschießen« und »Vergasen« gesprochen hatte. Inzwischen wird Lüth aber wieder bei Parteiveranstaltungen gesichtet, zuletzt etwa beim Landesparteitag der AfD Bayern in Passau.
Open Questions
- Wie wird Herrmanns Rolle die Kommunikation der AfD beeinflussen?
- Wie reagiert das IW auf die Personalie?





