Agora-Analyse: 21 Millionen Menschen in Deutschland ohne gute ÖPNV-Anbindung
Laut einer neuen Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende sind rund ein Viertel der Menschen in Deutschland schlecht oder gar nicht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.
Quick Look
- Laut einer Analyse der Denkfabrik Agora Verkehrswende sind 21 Millionen Menschen in Deutschland schlecht an den ÖPNV angebunden.
- Besonders ländliche Regionen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern sind betroffen, während Frankfurt am Main das beste Angebot bietet.
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Why It Matters
Die Denkfabrik Agora Verkehrswende hat einen neuen ÖV-Atlas veröffentlicht, der die Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichem Nahverkehr untersucht.
Wo können viele Menschen in Deutschland gut mit Bus und Bahn fahren und wo nicht? Eine Analyse nennt Regionen und Zahlen.
Der Thinktank Agora bemängelt eine schlechte Anbindung vieler Menschen in Deutschland an den öffentlichen Nahverkehr. (Archivbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Berlin. Die Denkfabrik Agora Verkehrswende sieht 21 Millionen Menschen in Deutschland und damit rund ein Viertel der Bevölkerung schlecht oder gar nicht vom öffentlichen Nahverkehr versorgt. Für rund 5,6 Millionen von ihnen erreiche das Angebot nicht einmal die niedrigste Güteklasse, heißt es im neuen ÖV-Atlas von Agora Verkehrswende. Betroffen sei vor allem die Bevölkerung in eher ländlichen Regionen.
Ein gutes Grundangebot stellt aus Sicht des Berliner Thinktanks eine etwa 250 Meter vom Wohnort entfernte Haltestelle dar, an der werktags alle halbe Stunde ein Bus abfährt.
Die am schlechtesten versorgten Menschen seien auf das Auto angewiesen. Betroffen seien vor allem Gemeinden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in Bayern außerhalb der Ballungsräume.
Frankfurt ist die Nummer eins
Etwa 30 Millionen Menschen seien sehr gut oder gut mit Bus und Bahn versorgt. Diese Gruppe lebe überwiegend in großen Städten oder deren Umgebung. In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern habe Frankfurt am Main das beste Angebot. Dicht dahinter folgen in der Analyse von Agora Verkehrswende Stuttgart, München, Karlsruhe, Düsseldorf und Darmstadt.
Bei den Landkreisen schnitten Verdichtungsränder der Metropolen wie der Landkreis München und die Region Hannover am besten ab, bei den Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Rheinland-Pfalz biete das beste Gleichgewicht zwischen dem Angebot in städtischen und ländlichen Regionen. Dagegen gebe es in Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein großes Gefälle zwischen starken Zentren und dünn erschlossenen Flächen.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen planen Politik und Verkehrsbetriebe zur Verbesserung?
- Wie hoch sind die Kosten für den Ausbau des Nahverkehrs in unterversorgten Regionen?






