Aktienanteil steigt deutlich: EZB macht Weg frei für Übernahme der Commerzbank durch Unicredit
Quick Look
- Die Europäische Zentralbank hat Unicredit grünes Licht für den Aktientausch mit der Commerzbank gegeben, wodurch die italienische Bank ihren Anteil an der Frankfurter Bank auf knapp 50 Prozent erhöhen kann.
- Der Machtwechsel steht bevor, während in Deutschland Sorgen um Tausende Arbeitsplätze wachsen und die Bundesregierung den Erhalt des Commerzbank-Standorts anstrebt.
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Why It Matters
Unicredit verfolgt seit etwa zwei Jahren die Übernahme der Commerzbank und hatte bereits im Mai ein Angebot für sämtliche Aktien vorgelegt, um knapp die Hälfte der Anteile zu sichern. Die EZB-Genehmigung für den Aktientausch war der letzte zentrale Schritt zur Erhöhung der Beteiligung.
Die Europäische Zentralbank befürwortet einen Zusammenschluss von Unicredit und Commerzbank. Nun genehmigt sie einen Aktientausch, mit dem die Italiener ihren Anteil an den Frankfurtern deutlich erhöhen können. Der Machtwechsel steht damit bevor.
Die Unicredit bekommt für die Übernahme von Commerzbank-Anteilen nach eigenen Angaben grünes Licht von der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit kann die italienische Großbank die Commerzbank-Aktien, die sie sich im Sommer über ein Tauschangebot gesichert hatte, in eigene Anteile umwandeln.
Die EZB habe die Übernahme der Kontrolle über die Commerzbank genehmigt, teilte Unicredit mit. Man habe die Genehmigung erhalten, die Schwelle von 30 Prozent der Kapitalbeteiligung an der Commerzbank zu überschreiten und den Anteil ohne Obergrenze weiter zu erhöhen.
"Die Entscheidung stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Übernahme der Commerzbank durch Unicredit dar und unterstreicht die positive Bewertung der Transaktion durch die EZB sowie das Vertrauen in die soliden Fundamentaldaten und die starke Position von Unicredit innerhalb des europäischen Bankensektors", hieß es weiter.
Die verbleibenden aufsichtsrechtlichen Verfahren und Bedingungen für den Abschluss des Angebots für die Commerzbank werden demnach voraussichtlich gegen Jahresende abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt werde Unicredit über rund 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank verfügen und die Kontrolle über die Bank übernehmen können, hieß es.
Schritt kommt nicht überraschend
Die Großbank aus Mailand hatte im Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt und sich so Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile an dem Dax-Konzern gesichert - teils auch indirekt über komplexe Finanzgeschäfte. Für einen Vollzug des Aktientauschs stand aber noch die EZB-Genehmigung aus, die als zentraler Schritt gilt. Nun steigt der Aktienanteil der Unicredit an der Commerzbank von knapp 30 auf fast 50 Prozent.
Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank überwacht die größten Geldhäuser im Euroraum. Ihre Erlaubnis kommt nicht überraschend: Sie hat immer wieder deutlich gemacht, dass sie grenzüberschreitende Bankenfusionen im Euroraum befürwortet, um den EU-Binnenmarkt zu stärken.
Die Unicredit kann nun weitere Commerzbank-Aktien frei am Markt kaufen. Die Italiener könnten auch ein weiteres Angebot vorlegen, was aber wegen der üblichen Übernahmeprämie teuer wäre.
Tausenden droht Jobverlust
Die Unicredit müht sich seit rund zwei Jahren um die Commerzbank und hat ihren Anteil trotz des Widerstands aus Deutschland immer weiter ausgebaut. Die Mailänder Großbank, die in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) vertreten ist, sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Inzwischen führen Unicredit und Commerzbank Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss.
Der Bund, der mit seinem Commerzbank-Anteil von gut 13 Prozent ein Wort mitzureden hat, will betriebsbedingte Kündigungen bei dem Dax-Konzern mit seinen weltweit rund 40.000 Vollzeitkräften möglichst verhindern. Er will erreichen, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Unicredit wird bis Jahresende die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen können.
Likely · Within months
Die Bundesregierung wird versuchen, betriebsbedingte Kündigungen bei der Commerzbank zu verhindern.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wird die Bundesregierung erfolgreich gegen betriebsbedingte Kündigungen bei der Commerzbank vorgehen?
- Plant Unicredit ein weiteres Angebot für die übrigen Commerzbank-Aktien?
- Wie genau werden die geplanten Milliardeneinsparungen durch die Fusion erreicht?






