Breaking
TRNew Party Group MPs left the hall during Erdoğan's opening speech at the Turkish Grand National Assembly.CNSpaceX's Crew Dragon spacecraft launches to perform rotation mission to the International Space StationTR6 people were detained on suspicion of DAESH connections, 5 were arrestedUSNike expected to report fiscal Q1 earnings amid sales slump and China strugglesITEuropean stock markets down, Milan loses 2.21%ARNetanyahu links the attempt to shoot down a Fly Dubai plane to extremist Islamic ideasRUThe typhoon hit Sovetskaya Gavan and the Vaninsky district of the Khabarovsk TerritoryCRYPTO-ENNear Intents halts service after $3.8 million exploit, promises full compensationARTwo Democratic representatives demand an investigation into Trump's taxpayer-funded ads, the crash of a medical evacuation helicopter in California, and the botched execution of a prisoner in Tennessee.RUPutin: the lack of generally accepted rules leads to aggressive attempts to establish their own normsTRNew Party Group MPs left the hall during Erdoğan's opening speech at the Turkish Grand National Assembly.CNSpaceX's Crew Dragon spacecraft launches to perform rotation mission to the International Space StationTR6 people were detained on suspicion of DAESH connections, 5 were arrestedUSNike expected to report fiscal Q1 earnings amid sales slump and China strugglesITEuropean stock markets down, Milan loses 2.21%ARNetanyahu links the attempt to shoot down a Fly Dubai plane to extremist Islamic ideasRUThe typhoon hit Sovetskaya Gavan and the Vaninsky district of the Khabarovsk TerritoryCRYPTO-ENNear Intents halts service after $3.8 million exploit, promises full compensationARTwo Democratic representatives demand an investigation into Trump's taxpayer-funded ads, the crash of a medical evacuation helicopter in California, and the botched execution of a prisoner in Tennessee.RUPutin: the lack of generally accepted rules leads to aggressive attempts to establish their own norms
BackAnästhesist nach Tod eines Kindes in Kronberg zu 13,5 Jahren Haft verurteilt
Anästhesist nach Tod eines Kindes in Kronberg zu 13,5 Jahren Haft verurteilt
NEWS
Die Zeit2 hours agoCrime3 min readGermanyView translation

Anästhesist nach Tod eines Kindes in Kronberg zu 13,5 Jahren Haft verurteilt

Das Frankfurter Landgericht verurteilte den 69-jährigen Mediziner wegen Mordes und versuchten Mordes, nachdem er verunreinigtes Narkosemittel verwendet hatte.

Quick Look

  • Ein 69-jähriger Anästhesist wurde vom Landgericht Frankfurt zu 13,5 Jahren Haft verurteilt.
  • Er hatte 2021 in einer Kronberger Zahnarztpraxis verunreinigtes Propofol verwendet, woraufhin ein vierjähriges Mädchen starb und weitere Kinder lebensgefährlich erkrankten.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Fall geht auf einen Vorfall im September 2021 zurück, bei dem ein Anästhesist in einer Zahnarztpraxis verunreinigtes Propofol verwendete. Ein erstes Urteil von 2024 wurde vom BGH aufgehoben.

Font size

Der Fall sorgt seit Jahren für Aufsehen - und beschäftigt die Justiz: Ein Anästhesist hat mehreren Kindern in einer Zahnarztpraxis in Kronberg verunreinigtes Narkosemittel verabreicht, ein kleines Mädchen stirbt. Nun wurde der Fall erneut am Frankfurter Landgericht verhandelt und der Mann zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Er habe sich etwa des Mordes und des versuchten Mordes in drei Fällen schuldig gemacht, erklärte der Vorsitzende Richter Alexander El Duwaik. Unter anderem habe der 69-Jährige mit Verdeckungsabsicht gehandelt. Es sei ein «besonderes Verfahren», das uns einiges abverlangt habe. «Bei vielen Zeugen ist es emotional geworden.»

Mädchen starb auf Zahnarztstuhl

Was war passiert? Im September 2021 hatte der Mediziner, der auf ambulante Narkosen in Zahnarztpraxen spezialisiert war, in der Praxis im Taunus erst einer erwachsenen Frau und dann vier Kindern aus derselben Flasche Propofol gespritzt. Schon beim ersten Kind war das Narkosemittel verunreinigt. Der deutsche Arzt beging zudem weitere eklatante Hygienefehler und arbeitete ohne die vorgeschriebene Assistenzkraft.

Trotz ihres desolaten Zustands schickte er drei der Kinder nach Hause. Das vierjährige Mädchen, das an dem Tag als Letztes dran war, starb nachts in der Praxis auf dem Behandlungsstuhl. Ein Junge und ein weiteres Mädchen mussten in der Frankfurter Uniklinik künstlich beatmet werden und überlebten nur knapp.

Unter anderem soll der ehemalige Arzt die Mutter und die Großmutter des vierjährigen Mädchens stundenlang beschwichtigt und immer wieder behauptet haben, eine Einweisung ins Krankenhaus sei nicht notwendig, bis es zu spät war. Als in den Tagen nach ihrem Tod auch die anderen Kinder Symptome einer Sepsis hatten, soll er sich ähnlich verhalten haben.

«Was haben Sie denn zum Teufel gedacht?»

Der Richter wendete sich direkt an den Angeklagten: «Was haben Sie denn zum Teufel gedacht?» Warum habe er als Arzt mit jahrzehntelanger Erfahrung keinen Krankenwagen geholt? Und warum habe er am Tag nach dem «schrecklichen Abend» einfach in einer Praxis in Bensheim weitergearbeitet?

El Duwaik verwies auch auf Fälle aus der Vergangenheit. So habe es bereits 2019 einen Todesfall bei einer Patientin des Arztes gegeben. Zudem hatten sich im Laufe des ersten Prozesses am Landgericht weitere ehemalige Patienten gemeldet. Eine Frau im November hatte 2020 nach einer von ihm gelegten Narkose etwa ein Multiorganversagen erlitten.

BGH hatte Fall zu neuer Verhandlung zurückgewiesen

Nach dem Tod des Mädchens in der Kronberger Praxis war der Mann 2024 in erste Instanz unter anderem wegen Totschlags von einer anderen Kammer des Frankfurter Landgerichts zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft ging das nicht weit genug: Sie legte erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein.

«Das war heute ein wichtiges und richtiges Urteil», sagte die Staatsanwältin Constanze Jung nach dem neuerlichen Urteil am Donnerstag. Vor allem habe es nach sechs Jahren endlich die entscheidende Frage beantwortet, warum der Angeklagte es unterlassen habe, die Kinder rechtzeitig in ein Krankenhaus zu bringen. «Die Antwort lautet, weil er eben seine vorangegangenen Behandlungsfehler verdecken wollte.»

Die Staatsanwaltschaft hatte in den Plädoyers eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung widersprach der Darstellung und begründete sein Verhalten etwa mit Übermüdung und Überarbeitung.

Warum keine lebenslange Haftstrafe?

Aber warum wurde der 69-Jährige nicht, so wie sonst meist üblich bei Mord, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt? Stattdessen machte das Gericht von Milderungsmöglichkeiten Gebrauch. Das Gericht erklärte etwa, dass der Angeklagte teilweise geständig gewesen sei, zudem habe er nicht einem besonderen Straftätermilieu angehört. Des Weiteren verwies der Richter auf das fortgeschrittene Alter des Mediziners: So könne der Strafspruch für den Angeklagten am Ende auch eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeuten.

Der Prozess am Donnerstag war zwischenzeitlich für etwa eine Stunde unterbrochen worden, nachdem ein Zuschauer polternd den Saal verlassen hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Das Urteil wird angefochten oder tritt in Kraft.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wird das Urteil rechtskräftig?
  • Wie reagiert die Verteidigung auf die Revision?

Related Topics

This article was originally published by Die Zeit.

Related Stories

More on this topicanästhesist