Apple meldet Rekordumsatz, Aktie bricht nach verhaltenem Ausblick ein
Quick Look
- Apple erzielte im letzten Quartal Rekordumsätze von 109,4 Mrd.
- Dollar und einen Gewinn von 29,8 Mrd.
- Dollar, getrieben von iPhone- und MacBook-Verkäufen.
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Why It Matters
Apple verzeichnete Rekordumsätze und -gewinne, die jedoch durch einmalige Effekte und vorgezogene Käufe aufgrund drohender Preissteigerungen beeinflusst wurden.
Von solchen Quartalszahlen können die meisten CEOs nur träumen: Der Apple-Gesamtumsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu. Wichtigste Umsatztreiber waren die iPhone-Verkäufe (plus 22 Prozent auf 54,2 Milliarden) und MacBooks (plus 29 Prozent auf 10,3 Milliarden).
Doch hinter den guten Zahlen stehen auch einmalige Effekte wie bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen. Diese stehen dem Konzern zu, nachdem einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump vom Obersten Gericht der USA gekippt worden waren.
Zum überraschend starken Quartalsergebnis trugen zudem Ängste von Apple-Kunden bei. Diese hatten in den vergangenen Monaten verstärkt ihre iPhones und MacBooks durch neuere Modelle ersetzt, weil Preissteigerungen drohten oder sogar angekündigt waren.
Die Umsätze der wichtigen Servicesparte, zu der der App Store und der Streamingdienst Apple TV+ zählen, enttäuschten hingegen. Das Gleiche galt für den Ausblick. Apple prognostiziert für das laufende Quartal einen Anstieg der Konzernerlöse von neun bis elf Prozent. Der iPhone-Absatz werde voraussichtlich um etwa 15 Prozent zulegen. Analysten hatten bislang mit höheren Werten gerechnet – 12 beziehungsweise 17,6 Prozent.
Die Aktien des US-Elektronikkonzerns brachen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp acht Prozent ein.
Der scheidende Konzernchef Tim Cook begründete den verhaltenen Ausblick mit Lieferengpässen bei Elektronikbauteilen, die vorerst nicht behoben werden könnten. Vor allem die Produktionskapazitäten für die von Apple entwickelten Smartphone- und Laptop-Prozessoren reichten nicht aus. Apple lässt diese Chips beim taiwanischen Konzern TSMC fertigen.
Fragwürdiger Absatzboom
Nach Einschätzung von Bob O’Donnell, Chefanalyst des Research-Hauses Technalysis, handelt es sich bei den Rekordumsätzen des vergangenen Quartals um ein Strohfeuer. »Was passiert in diesem Quartal mit den Macs, wenn die neuen Preise voll zum Tragen kommen?«
Apple hatte vor einigen Wochen die Preise für mehrere Produkte angehoben, um die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips abzufedern. Der Umsatzbringer iPhone blieb zwar zunächst verschont. Experten rechnen jedoch fest damit, dass der Konzern anlässlich der Vorstellung der kommenden iPhone-Generation im September auch diese Produkte verteuern wird.
Die Analysten der Bank Morgan Stanley erwarten dennoch keinen größeren Dämpfer für die Nachfrage. Die Preisgestaltung, vor allem für das iPhone, habe in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Drohende Flaute im Servicegeschäft
Die Diskussion über den künftigen Smartphone- und Rechnerabsatz spielte auch bei der Beurteilung des Servicegeschäfts eine Rolle. Die Einnahmen dieses margenstarken Geschäftsbereichs stiegen um rund zwölf Prozent, blieben mit 30,74 Milliarden Dollar jedoch etwa 500 Millionen Dollar unter den Analystenprognosen. »Investoren befürchten, dass sich das Wachstum noch weiter abschwächen könnte, wenn die iPhone-Verkäufe wieder auf ein normales Niveau zurückkehren«, sagte Analyst Gil Luria vom Research-Haus D.A. Davidson.
Dies rückte die positiven Aspekte der Apple-Geschäftszahlen in den Hintergrund. »Wir haben sowohl beim Gewinn pro Aktie als auch beim operativen Cashflow neue Rekorde für ein Juni-Quartal aufgestellt«, betonte Finanzchef Kevan Parekh. »Auch die Zahl der aktiven Geräte erreichte über alle wichtigen Produktkategorien und Regionen hinweg neue Höchststände.« Der Konzern verdiente unter dem Strich 2,02 Dollar je Aktie. Darin enthalten war eine Rückerstattung unrechtmäßig erhobener US-Einfuhrzölle.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Apple prognostiziert 9-11% Umsatzwachstum und 15% iPhone-Absatzplus für das laufende Quartal.
Very likely · Within months
Experten erwarten Preiserhöhungen für die kommende iPhone-Generation im September.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie stark werden die iPhone-Preise im September steigen?
- Wie lange dauern die Lieferengpässe an?







