Arbeitsagentur: Ältere Fachkräfte in Sachsen haben es bei Jobsuche schwer
Trotz demografischen Wandels und Fachkräftemangels fällt älteren Arbeitnehmern der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schwer.
Quick Look
- In Sachsen steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung, doch ältere Arbeitslose haben es schwerer, wieder eine Stelle zu finden.
- Laut Arbeitsagentur ist dies trotz Fachkräftemangels und hoher Qualifikation der Betroffenen ein ungenutztes Potenzial für den Arbeitsmarkt.
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Why It Matters
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen ist in den letzten 15 Jahren auf 47,2 Jahre gestiegen. Jährlich scheiden rund 20.000 Menschen mehr aus dem Erwerbsleben aus, als junge Menschen nachrücken.
Während das Durchschnittsalter der Menschen in Sachsen immer weiter steigt, mahnt die Arbeitsagentur Schwierigkeiten älterer Fachkräfte bei der Jobsuche an. «Sie werden seltener arbeitslos aufgrund ihrer Kompetenzen und Erfahrungen, aber wenn sie dann einmal arbeitslos sind, ist dieser Wiedereinstieg in Beschäftigung erschwert», sagte Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz.
Dabei würden ältere Beschäftige angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger für den Arbeitsmarkt: Knapp jeder vierte Beschäftigte in Sachsen ist laut Angaben der Regionaldirektion mehr als 55 Jahre alt.
Dieser Anteil dürfte in den kommenden Jahren wachsen, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. In den vergangenen 15 Jahren ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen um knapp zehn Monate auf 47,2 Jahre gestiegen. Der Freistaat gehört damit zu den Bundesländern mit überdurchschnittlich alter Bevölkerung (Bundesschnitt: 45 Jahre).
Wegen dieser Entwicklung scheiden laut Regionaldirektion jedes Jahr rund 20.000 Menschen mehr aus dem Erwerbsleben aus, als junge Menschen nachrücken. Den entstehenden Fachkräftemangel könnten Arbeitgeber demnach lindern, indem sie Bewerbern über 55 Jahren mehr Chancen einräumen.
In Sachsen ist die Beschäftigungsgruppe in der Altersgruppe von 55 bis 60 Jahren mit 71,5 Prozent bundesweit am höchsten. Trotzdem sieht die Regionaldirektion angesichts einer steigenden Anzahl Arbeitsloser über 55 Jahren ungenutzte Potenziale: Im September waren den Angaben nach 39.976 Menschen in diesem Alter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren das mehr als 1.000 Menschen mehr - und das, obwohl es sich zu 80 Prozent um qualifizierte Fachkräfte handle.
«Ihre Erfahrung ist eigentlich unbezahlbar», sagte Hansen. Trotzdem stelle man auch in Sachsen immer wieder fest, dass die Personalverantwortlichen in Unternehmen damit hadern, Älteren eine Chance zu geben - obwohl sie oft selbst im gleichen Alter seien.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen planen Unternehmen zur Integration Älterer?
- Warum zögern Personalverantwortliche trotz Fachkräftemangel?

