Astra Zeneca und Bristol Myers Squibb prüften Mega-Fusion
Quick Look
- Die Pharmakonzerne Astra Zeneca (GB) und Bristol Myers Squibb (US) prüften Insidern zufolge eine 400 Milliarden Dollar schwere Fusion.
- Erste Gespräche fanden statt, doch kartellrechtliche Bedenken, insbesondere in den USA, könnten den Deal erschweren.
- Die Aktie von Astra Zeneca fiel nach Bekanntwerden der Nachricht.
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Why It Matters
Die Pharmakonzerne Astra Zeneca und Bristol Myers Squibb prüften eine 400 Milliarden Dollar schwere Fusion, wobei erste Gespräche bereits stattfanden. Ein ähnlicher Übernahmeversuch von Pfizer bei Astra Zeneca scheiterte 2014.
Die Pharmakonzerne Astra Zeneca und Bristol Myers Squibb haben Insidern zufolge eine 400 Milliarden Dollar schwere Mega-Fusion geprüft. Erste Gespräche über einen Zusammenschluss zu einem der weltweit größten Branchenvertreter hätten bereits stattgefunden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zuerst hatte die Financial Times darüber berichtet. Ob die Verhandlungen noch andauern, blieb zunächst unklar. Astra Zeneca lehnte eine Stellungnahme ab, Bristol Myers Squibb reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.
An der Londoner Börse gab es deswegen deutliche Kursverluste bei Astra-Zeneca-Papieren. Die Aktie fiel am Montag im frühen Handel um 6,7 Prozent auf 117, 90 Pfund. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 14,6 Prozent.
Ein Zusammenschluss dürfte allerdings auf erhebliche kartellrechtliche Hürden stoßen. Dem Insider zufolge gibt es Bedenken, wie die US-Wettbewerbsbehörden unter Präsident Donald Trump einen solchen Deal beurteilen würden. Trump drängt Unternehmen zu Investitionen und Produktion in den USA. Zudem würde mit Astra Zeneca ein britisches Unternehmen einen großen US-Pharmakonzern übernehmen. Hinzu kommen deutliche Überschneidungen im Geschäft: Beide Unternehmen erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze mit Krebsmedikamenten, von denen einige direkt miteinander konkurrieren. „Ich gehe davon aus, dass eine von Trump geführte US-Wettbewerbsbehörde FTC die Fusion genau prüfen wird“, sagte Kartellrechtsanwalt Andre Barlow von der DBM Law Group. Sollte es bei bestimmten Medikamenten zu großen Überschneidungen kommen, seien wohl bedeutende Verkäufe von Unternehmensteilen erforderlich.
2014 wollte der US-Konzern Pfizer die britische Firma übernehmen.
Für Bristol Myers Squibb könnte ein Zusammenschluss auch strategisch attraktiv sein: Der Patentschutz für wichtige Medikamente wie das Krebsmittel Opdivo und den Blutverdünner Eliquis läuft voraussichtlich bis 2028 aus. Um drohende Umsatzeinbrüche auszugleichen, hatte der Konzern bereits 2019 den Rivalen Celgene für rund 80 Milliarden Dollar übernommen. Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot, unter dessen 14-jähriger Führung sich der Aktienkurs mehr als vervierfacht hat, treibt unterdessen die Ausrichtung auf den US-Markt voran. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr Pläne für eine direkte Notierung in den USA vorgestellt, um von den dortigen höheren Bewertungen zu profitieren.
Krebsmedikamente machten 2025 mit rund 25 Milliarden Dollar fast die Hälfte des Gesamtumsatzes bei Astra Zeneca aus. Bei Bristol Myers standen sie im ersten Halbjahr 2026 für mehr als 40 Prozent der Erlöse. Große Übernahmen waren in der Pharmabranche zuletzt selten. Gründe dafür sind kartellrechtliche Bedenken sowie der politische Druck in den USA, die Medikamentenpreise niedrig zu halten. Die nun bekannt gewordenen Gespräche kommen rund zwölf Jahre nach dem gescheiterten Übernahmeversuch des US-Konzerns Pfizer, den Astra Zeneca damals erfolgreich abwehrte.
Open Questions
- Dauern die Fusionsverhandlungen noch an?
- Wie würden US-Wettbewerbsbehörden den Deal genau beurteilen?
- Welche Unternehmensteile müssten bei Überschneidungen verkauft werden?







