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BackAutobauer: Mercedes baut nicht nur in Verwaltung und Entwicklung Personal ab – so hoch sind die Abfindungen
Autobauer: Mercedes baut nicht nur in Verwaltung und Entwicklung Personal ab – so hoch sind die Abfindungen
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Handelsblatt2 hours agoAutomotive5 min readGermanyView translation

Autobauer: Mercedes baut nicht nur in Verwaltung und Entwicklung Personal ab – so hoch sind die Abfindungen

Der Dax-Konzern baut in den Werken Untertürkheim und Berlin Personal durch Freiwilligenprogramme ab, um Kosten im Zuge der E-Mobilitäts-Transformation zu senken.

Quick Look

  • Mercedes-Benz nutzt in den Werken Untertürkheim und Berlin Abfindungsprogramme, um Personal abzubauen.
  • Die Angebote richten sich an Beschäftigte in Bereichen, die von der E-Mobilität betroffen sind, und umfassen teils sechsstellige Summen.

AI-generated summary

Why It Matters

Mercedes-Benz setzt das Sparprogramm 'Next Level Performance' um, um auf rückläufige Absatzzahlen und den Strukturwandel zur E-Mobilität zu reagieren. Die Beschäftigungssicherung in Deutschland bis 2034 erfordert freiwillige Aufhebungsverträge.

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Der Dax-Konzern bietet bereits in zwei Bereichen Abfindungen an. Eine Handelsblatt-Recherche zeigt: Auch in Werken laufen Freiwilligenprogramme. Beispielrechnungen zeigen die Details.

Mercedes bietet in den Produktionswerken Stuttgart-Untertürkheim und Berlin seit mehreren Jahren jährlich Freiwilligenprogramme mit hohen Abfindungen an, zuletzt von September bis November dieses Jahres.

Das Sparprogramm „Next Level Performance“ soll Mitarbeitende und Materialkosten reduzieren, wobei die Produktion von Verbrennungsmotor-Komponenten abnimmt und die E-Mobilität steigt.

Abfindungen für 50-jährige Beschäftigte reichen bis zu 330.000 Euro, wobei ein Turboprogramm zusätzliche Prämien vorsieht und auch Frühpensionierungsmöglichkeiten bestehen.

Ab Dezember startet ein erneutes Abfindungsprogramm für die Verwaltung mit unverbindlichen Angeboten für etwa 38.000 Beschäftigte; bisher haben über 5500 Beschäftigte im indirekten Bereich das Programm genutzt.

Stuttgart. Mercedes-Benz baut mithilfe seiner Abfindungsprogramme auch Personal in Teilen der Produktion ab. Einträge aus dem Intranet, die das Handelsblatt einsehen konnte, zeigen: Seit Anfang September laufen in den Komponentenwerken Stuttgart-Untertürkheim und Berlin Freiwilligenprogramme, erst einmal bis November.

Bekannt ist, dass der Autobauer im indirekten Bereich Personal abbauen will, also außerhalb der Produktion. Ab Dezember werden Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung erneut Abfindungsangebote erhalten. Mercedes hat sein Freiwilligenprogramm reaktiviert, das schon zwischen April 2025 und März 2026 gelaufen ist.

Indes ist nicht selbst allen im Konzern bekannt, dass Mercedes am Stammwerk Untertürkheim und in Berlin mittels Abfindungsprogrammen schon seit Jahren Personal abbaut. Beschäftigte erhalten dabei teils sechsstellige Summen.

In Untertürkheim läuft bereits seit 2019 jeden Herbst ein Freiwilligenprogramm. Im Werk Berlin wurde es 2022 eingeführt. An beiden Standorten soll es die Abfindungen bis Ende 2029 immer im Herbst geben.

Damit will Mercedes seine Personalkosten drücken. Seit 2025 läuft unter dem Namen „Next Level Performance“ ein Sparprogramm, mit dem Ausgaben in der Produktion, bei Materialien und beim Personal eingespart werden sollen. Seit diesem Sommer hat Mercedes seinen Sparkurs in Deutschland verschärft, „Produktivitätsoffensive“ nennt der Konzern das.

Die Schwaben leiden unter dem schlechten Geschäft in China, den US-Zöllen, aber auch unter den Folgen von Managementfehlern. Absatz und Gewinn gehen seit Jahren zurück. Weil es in Deutschland bis Ende 2034 eine Beschäftigungssicherung gibt, muss der Dax-Konzern attraktive Angebote vorlegen, damit Beschäftigte ihren Vertrag freiwillig auflösen.

Eine Unternehmenssprecherin teilte auf Anfrage mit: „Für Beschäftigte in der Produktion gibt es kein übergreifendes Abfindungsprogramm. Ausgenommen sind einzelne Bereiche, die insbesondere von der Transformation hin zur Elektromobilität betroffen sind, wie beispielsweise der Powertrain-Bereich.“ In der Antriebsfertigung habe das Unternehmen frühzeitig begonnen, den Strukturwandel sozialverträglich zu gestalten.

In Untertürkheim produziert Mercedes entlang des Neckars Motoren, Achsen und Getriebe. Auch in Berlin werden Getriebekomponenten gebaut. Die Getriebeteile werden vor allem noch in Verbrennerfahrzeugen gebraucht.

Auch wenn Mercedes, anders als vor einigen Jahren geplant, bis weit in die 2030er-Jahre Verbrenner anbieten will, wird der Dax-Konzern zunehmend Elektroautos verkaufen. 2028/29 sollen E-Autos und Hybride 40 Prozent des Absatzes ausmachen, im dritten Quartal waren es 25 Prozent. Und dafür werden weniger klassische Antriebskomponenten benötigt.

Zwar werden in Untertürkheim seit 2021 auch Batteriesysteme für Elektromodelle gefertigt. Und in Berlin seit diesem Sommer auch neuartige Axialflussmotoren, die in den neuen Elektromodellen der Sportwagentochter AMG zum Einsatz kommen. Das funktioniert aber mit weniger Arbeitskräften.

„Die Fertigungstiefe und das Fertigungsvolumen konventioneller Antriebsumfänge werden in den kommenden Jahren schrittweise abnehmen“, schreibt Mercedes im Intranet. „In einigen Funktionen zeichnen sich deshalb bereits heute Personalüberhänge ab.“

Untertürkheim ist besonders vom Verbrenner abhängig. 2025 arbeiteten hier noch 12.500 Beschäftigte – 3500 oder 22 Prozent weniger als noch 2021. In Berlin hat sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 2024 und 2025 um 100 auf 1800 reduziert.

Der weitaus größere Teil soll an beiden Standorten aber nicht über das Abfindungsprogramm, sondern altersbedingt ausgeschieden sein. Aktuell gehen die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge, die Babyboomer, in Rente. Allein in den kommenden zehn Jahren werden 20 Prozent der Mercedes-Belegschaft altersbedingt aufhören.

Mercedes zahlt seinen Mitarbeitern in Untertürkheim und Berlin hohe Abfindungen, wie das Handelsblatt im Intranet einsehen konnte. Die Summen und das Vorgehen orientieren sich an den Konditionen des indirekten Bereichs. Es sind also auch Einblicke in das grundsätzliche Abfindungssystem des Konzerns.

Mitarbeiter bis zum Alter von 56 Jahren erhalten demnach einen Abfindungsvertrag. Bei Beschäftigten zwischen 40 und 56 Jahren ist hierbei das Alter maßgeblich. Ein Beispiel: Ein 50-Jähriger erhält einen Sockelbetrag von 22.500 Euro. Als Zusatzbetrag kommen 40 Bruttomonatsgehälter hinzu.

Weil die aktuellen Abfindungsprogramme in Untertürkheim und Berlin als „Turboprogramm“ gelten, gibt es für den schnellen Exit einen weiteren Aufschlag. Dieser beträgt zehn Prozent der Summe aus Sockel- und Zusatzbeitrag, mindestens aber 17.500 Euro. Zur Turboprämie zählen hier zudem sechs Monatsgehälter.

In Berlin wird die Turboprämie dieses Jahr zum letzten Mal gezahlt. Die Beschäftigten in Untertürkheim bekommen pauschal 10.000 Euro mehr – als Ausgleich dafür, dass es hier keine Perspektivberatung für die berufliche Neuorientierung gibt. Ansonsten gelten an beiden Standorten dieselben Bedingungen.

Für einen 50-jährigen Beschäftigten mit Berufsausbildung liegt die Abfindung in Untertürkheim damit bei rund 224.000 Euro. Ein Facharbeiter mit Spezialkenntnissen mit einem Monatsgrundgehalt von 3703 Euro (Entgeltgruppe 7) kommt auf 248.000 Euro Abfindung.

Schichtleiter und Fertigungsgruppenleiter, die als Meister in der Entgeltgruppe 12 und damit bei einem Grundgehalt von 5129 Euro eingruppiert sind, würden im Alter von 50 Jahren rund 330.000 Euro bekommen.

Die Summe kann noch höher ausfallen, wenn der Beschäftigte darauf verzichtet, sich bezahlt freistellen zu lassen. In diesem Fall erhält man weitere 7,5 Monatsgehälter.

Bei Mitarbeitern bis 39 Jahre wird für die Berechnung der Abfindung die Betriebszugehörigkeit herangezogen. Ein Beispiel: Für zwölf Jahre bei Mercedes gibt es 17.500 Euro Sockelbetrag plus 18 Monatsgehälter plus die zehnprozentige Turboprämie (mindestens 17.500 Euro).

Beschäftigte ab 57 Jahren erhalten ein Angebot zur Frühpensionierung. Die Berechnung: 65 Prozent des Monatsgehalts werden mit der Zahl der Monate bis zum 63. Geburtstag multipliziert. Dazu wird ein Sockelbetrag addiert: Hier wird die Zahl der Monate bis zum Austritt mit 20.000 Euro multipliziert und dann durch 72 geteilt.

An alle Beschäftigte richtet sich das Angebot einer Orientierungszeit. Damit können sich Mitarbeiter außerhalb des Konzerns befristet für zwei oder drei Jahre nach anderen Jobs umschauen. Mercedes vergütet das mit 20.000 bei zwei und 30.000 Euro bei drei Jahren. Die Mitarbeiter haben dabei eine Garantie, wieder eingestellt zu werden.

Bei allen Abfindungsangeboten gilt die doppelte Freiwilligkeit. Das heißt: Wenn Mitarbeiter nicht gehen wollen, müssen sie das auch nicht. Dafür kann der Konzern auch Gesuche von Beschäftigten ablehnen, um etwa Fachkräfte in Schlüsselpositionen zu halten.

Mercedes will durch die Abfindungsgebote auf Dauer Geld sparen, zunächst kosten sie aber: 2025 hat Mercedes 1,6 Milliarden Euro für Abfindungen gezahlt. Die Ausgaben sollen sich laut Management nach zwei Jahren amortisieren.

Das neue Abfindungsprogramm für Mitarbeiter im indirekten Bereich soll im Dezember starten. Die genaue Laufzeit hat das Unternehmen noch nicht mitgeteilt. Die bisherigen Konditionen sollen weiterhin gelten, auch ein Turbozeitraum ist angedacht. Das Programm richtet sich erneut an Teamleiter und Meister (intern E4 und E5 genannt) sowie Abteilungsleiter (E3). Anders als zuvor sollen auch Bereichsleiter (E2) ein Angebot bekommen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Start des Abfindungsprogramms für den indirekten Bereich im Dezember.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie hoch ist die tatsächliche Akzeptanzrate der neuen Programme?
  • Welche Auswirkungen hat der Abbau auf die langfristige Produktionskapazität?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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