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BackAutoindustrie: Diese beiden SUVs entscheiden die Aufholjagd von BMW und Mercedes – einer liegt deutlich vorne
Autoindustrie: Diese beiden SUVs entscheiden die Aufholjagd von BMW und Mercedes – einer liegt deutlich vorne
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Handelsblatt11 hours agoAutomotive5 min readGermany

Autoindustrie: Diese beiden SUVs entscheiden die Aufholjagd von BMW und Mercedes – einer liegt deutlich vorne

Analyse der Verkaufszahlen zeigt BMW als klaren Sieger in Europa, während beide Hersteller auf dem chinesischen Markt vor Herausforderungen stehen.

Quick Look

  • BMW iX3 und Mercedes GLC konkurrieren als neue Elektro-SUV.
  • BMW führt in Europa mit 36.500 Neuzulassungen gegenüber 16.100 bei Mercedes.
  • Während BMW von Vorbestellungen profitiert, kämpfen beide Marken in China mit schwacher Nachfrage und starker Konkurrenz.

AI-generated summary

Why It Matters

BMW und Mercedes haben ihre neuen Elektro-SUV-Modelle iX3 und GLC als zentrale Bausteine ihrer Elektrifizierungsstrategie auf den Markt gebracht.

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Auf der Automesse IAA in München vor gut einem Jahr haben die beiden Autobauer mit dem iX3 und dem GLC ihre wichtigen SUV-Baureihen als Elektromodell vorgestellt. Ein halbes Jahr nach Marktstart in Europa analysiert das Handelsblatt die Verkaufszahlen: Es gibt einen klaren Gewinner.

Zwischen Anfang März und Ende August haben sich demnach mehr als doppelt so viele Autokäufer in Europa für den iX3 von BMW entschieden. Das Modell kommt in dem Zeitraum auf 36.500 Neuzulassungen, der GLC von Mercedes hingegen nur auf knapp über 16.100 Einheiten. Das zeigen Zulassungszahlen des Dienstleisters Dataforce.

Die beiden Elektroautos stehen für mehr als nur Absatzzahlen. Mercedes und BMW bringen derzeit jeweils 40 neue oder überarbeitete Baureihen auf den Markt. iX3 und GLC haben für die Zukunft der Konzerne aber eine besondere Relevanz: Mit dem iX3 leitete BMW den Roll-out der Zukunftsplattform „Neue Klasse“ ein, bei Mercedes gilt der GLC als „Schicksalsmodell“ von Konzernchef Ola Källenius. Sie sollen den Rückgang der Verkaufszahlen beenden und für Gewinne sorgen.

Die Elektrifizierung in Europa schreitet weiter voran, chinesische Wettbewerber drängen auf den Markt. Es gilt, mit technologisch fortschrittlichen Modellen die eigene Marktposition als Premiumhersteller zu verteidigen. iX3 und GLC sind softwarebasierte Fahrzeuge, die mit der neuen Batteriegeneration ausgerüstet wurden und nun schnelle Ladezeiten und hohe Reichweiten versprechen. In Vergleichstests werden beide Baureihen gelobt.

Insbesondere im Frühjahr lagen die Verkäufe des BMW-SUV deutlich höher als die des GLC. Grund dafür war einerseits, dass der Marktstart zwei Wochen früher stattfand. Wichtiger jedoch waren vorübergehende Lieferschwierigkeiten beim GLC.

Wie das Handelsblatt im Frühjahr exklusiv berichtet hatte, fehlten verschiedene Komponenten für das Modell: Im Mercedes-Werk Bremen mangelte es an Batteriezellen des chinesischen Zulieferers CATL. Zudem hatte der Konzern wegen eines Ausfalls in der Lieferkette Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Bordnetzen.

Mittlerweile sind diese Probleme behoben. Daher sind die GLC-Neuzulassungen seit Juni deutlich angezogen, im August lagen sie um das Elffache höher als noch im März. Auf Monatssicht hat Mercedes beinahe zum Konkurrenten aufgeholt: Im August wurde der iX3 rund 6700-mal zugelassen, der GLC 5400-mal. Im Juli war die Differenz noch mehr als doppelt so groß.

BMW startete bereits im Frühjahr auf hohem Niveau. Anfang Mai überschritt der im ungarischen Debrecen gefertigte iX3 bereits die Marke von 10.000 Neuzulassungen in Europa. Seit einem Hochstand im Juni von knapp 8000 Neuzulassungen ist der Trend leicht rückläufig. „Kunden haben das Auto gekauft, ohne es jemals gefahren zu haben. Erstmals wechseln sogar Tesla-Fahrer zu BMW“, heißt es aus Händlerkreisen. Demnach seien aber auch Mercedes-Händler mit der Entwicklung des neuen Modells zufrieden.

Die Kommunikation von BMW weist darauf hin, dass das Geschäft mit dem Elektro-SUV weiterhin gut laufen dürfte. Regelmäßig betont der Konzern, dass der iX3 die Marke von 100.000 Vorbestellungen geknackt hat. Das Orderbuch sei weit bis ins zweite Quartal des kommenden Jahres gefüllt. Am Donnerstag hat BMW eine neue, leistungsfähigere Variante und das Coupé-Pendant, den iX4, vorgestellt.

Mercedes hingegen nennt keine Zahlen zu den Vorbestellungen. Doch das Management zeigt sich mit der Nachfrage nach dem GLC sehr zufrieden. Es ist der meistverkaufte Stromer in der Geschichte der Schwaben. Die Produktion in Bremen läuft im Dreischichtbetrieb, die elektrischen Modelle sind nach Konzernangaben bis Jahresende ausverkauft. Intern spekuliert man bei Mercedes darauf, BMW bis Jahresende überholt zu haben.

Laut den Dataforce-Zahlen erkämpfen Mercedes und BMW mit ihren neuen Elektro-SUV relevante Marktanteile in dem Segment. Seit Jahresbeginn hat BMW einen Anteil von 7,7 Prozent an den Neuzulassungen bei elektrischen SUV der Mittelklasse und liegt damit auf dem dritten Platz – mit weitem Abstand hinter dem Model Y des US-Herstellers Tesla und dem Enyaq des tschechischen Automobilherstellers Skoda. Mercedes liegt mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent auf Rang zehn.

Auch im für die Konzerne wichtigen Geschäft mit Firmenkunden sind sie gut positioniert: Bei BMW machen die Flotten mehr als 57 Prozent der Neuzulassungen aus, bei Mercedes sind es 50 Prozent. Private Käuferinnen und Käufer stehen bei BMW für 29 und bei Mercedes für 27 Prozent der Neuzulassungen. Bei Mercedes machen margenschwache Eigenzulassungen und Verkäufe an Mietwagenunternehmen 22 Prozent des Absatzes aus, bei BMW sind es lediglich elf Prozent.

Die neuen Elektro-SUV verkauften sich in den vergangenen Monaten teils schon besser als ihre Verbrennerpendants, die allerdings schon einige Jahre auf dem Markt sind. Während der Verbrenner-GLC im August 4500-mal zugelassen wurde, waren es beim elektrischen Modell 5400 Einheiten. Der iX3 von BMW verkaufte sich mit 6700-mal doppelt so häufig wie der X3.

Um wirklich wieder bessere Ergebnisse vermelden zu können, sind BMW und Mercedes aber auch auf höhere Verkaufszahlen in China angewiesen. Seit Jahren ist der Absatz deutscher Autokonzerne in der Volksrepublik deutlich rückläufig. Dieses Jahr hat sich der Trend verschärft, weshalb Margen und Gewinne der Unternehmen dahinschmelzen. BMW hatte im Juni eine Gewinnwarnung herausgeben müssen, weil sich der chinesische Markt noch schlechter entwickelt als zunächst angenommen, Mercedes musste seine Umsatzerwartungen deshalb nach unten korrigieren.

Über Jahre haben Mercedes und BMW vor allem vom Verbrennergeschäft in China profitiert. Bei Elektromodellen haben die lokalen Wettbewerber die deutschen Traditionsfirmen inzwischen jedoch abgehängt. Das sollte sich mit der Markteinführung von iX3 und GLC ändern. Beide Hersteller bieten ihre Modelle mit lokaler Software und längerem Radstand speziell für den chinesischen Markt an. Gebaut werden sie vor Ort.

Trotz der Bemühungen ist die Nachfrage nach dem elektrischen GLC in China schwach. Seit den ersten Auslieferungen im Juni verkaufte Mercedes das Modell keine 2500-mal. Das zeigen Zahlen des Marktforschers Marklines.

Der Elektro-GLC ist zwar das beste Elektromodell von Mercedes in Fernost. Allerdings liegen die Verkaufszahlen deutlich hinter den Verbrennerfahrzeugen. Von dem klassischen GLC verkaufte Mercedes seit Juni mehr als 27.500 Einheiten in China. Offiziell zeigt sich das Management mit den Verkaufszahlen des GLC zufrieden, allerdings liegen diese weit hinter früheren Ambitionen.

Der iX3 kommt in China erst im November auf den Markt. Trotz des harten Umfelds gibt sich BMW zuversichtlich. Es gebe von Journalisten, Kunden und auf sozialen Netzwerken „enorm positive Resonanz“ und ein „gutes Bestellaufkommen“, sagt Vorstandschef Milan Nedeljkovic. Konkrete Zahlen nennt er allerdings nicht.

Preislich soll das Chinamodell jedenfalls wettbewerbsfähig sein. Umgerechnet kostet der iX3 in der günstigsten Version rund 38.200 Euro – in Europa gibt es die günstigste Konfiguration ab 63.400 Euro. Mercedes versucht, seinen GLC in China teurer zu verkaufen, der Einstiegspreis liegt bei umgerechnet etwa 45.000 Euro. In Europa beginnt der Verkauf ab rund 65.000 Euro.

Der Elektro-SUV-Zweikampf zwischen BMW und Mercedes hat auch einen Verlierer: Audi. Die Volkswagen-Tochter bietet im Elektrosegment den Q6 e-tron an. Ihr Problem: Das Fahrzeug ist – obwohl erst seit rund zwei Jahren auf dem Markt – im Vergleich zum iX3 und GLC bereits veraltet. Das zeigt sich in den Verkaufszahlen. Von Januar bis August hat Audi in Europa nur noch rund 27.000 Einheiten des Q6 e-tron verkauft, 16,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Dabei war Audi eigentlich First Mover: Schon 2021 wollte der Hersteller den Q6 e-tron auf den Markt bringen. Es wäre zu diesem Zeitpunkt das erste mit einer 800-Volt-Architektur gewesen, die das Aufladen des Fahrzeugs von zehn auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten ermöglicht. Doch wegen Problemen bei der Softwareentwicklung verzögerte sich die Markteinführung um zweieinhalb Jahre.

Damit hat Audi einen potenziell langjährigen Wettbewerbsvorteil gegenüber BMW und Mercedes verspielt. Mercedes hat erst seit dem vergangenen Jahr ein Fahrzeug auf 800-Volt-Basis auf dem Markt, bei BMW ist der iX3 das erste 800-Volt-Elektroauto.

Auch bei der Software wäre Audi gegenüber den Vorgängermodellen von BMW und Mercedes überlegen gewesen. Im Vergleich zum aktuellen GLC und iX3 ist das aber nicht mehr der Fall. Die Konkurrenzmodelle laden schneller, haben eine höhere Reichweite und eine modernere Elektronik-Architektur. Bei Audi gibt es nun Pläne, eine Überarbeitung des Q6 e-tron vorzuziehen. Aus Konzernkreisen heißt es, dass aktuell an einer Produktaufwertung gearbeitet werde.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Audi wird eine Überarbeitung des Q6 e-tron vorziehen.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie entwickeln sich die Verkaufszahlen des iX3 in China nach dem Marktstart im November?
  • Wann erfolgt die angekündigte Produktaufwertung des Audi Q6 e-tron?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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