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BackAutokonzern in der Krise: VW-Aufsichtsrat stimmt umstrittenem Sanierungsplan zu
Autokonzern in der Krise: VW-Aufsichtsrat stimmt umstrittenem Sanierungsplan zu
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Spiegel Wirtschaft1 hour agoBusiness3 min readGermanyView translation

Autokonzern in der Krise: VW-Aufsichtsrat stimmt umstrittenem Sanierungsplan zu

Weitere 50.000 Jobs sollen wegfallen, vier Werke stehen auf der Kippe: Der Aufsichtsrat hat den VW-Sanierungsplan gebilligt.

Quick Look

  • Der VW-Aufsichtsrat hat den 'Zukunftsplan 2030' einstimmig gebilligt.
  • Der Plan sieht den Abbau von 50.000 Stellen vor.
  • Vier deutsche Standorte, darunter Emden und Zwickau, sind von unsicherer Zukunft betroffen.

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Why It Matters

VW kämpft mit sinkenden Gewinnen, insbesondere auf dem chinesischen Markt, und technologischem Rückstand. Der Konzern strebt Einsparungen in Milliardenhöhe an.

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Der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns Volkswagen hat dem Rettungsplan des Vorstands zugestimmt. Die Abstimmung sei einstimmig erfolgt, teilte das Unternehmen nach einer Sitzung des Präsidiums mit. Der Zukunftsplan schaffe die Voraussetzungen, um den Volkswagen-Konzern und seine Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen, hieß es weiter. Die Umsetzung des umstrittenen Zukunftsplans sei nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrats zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns, zu dem auch Porsche und Audi gehören, zu erhalten und für die Zukunft nachhaltig zu sichern.

Der sogenannte Zukunftsplan 2030 von Volkswagen sieht vor, in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen zu streichen. Diese Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, teilte der Konzern mit.

Vier VW-Werke stehen demnach auf der Kippe. Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden, teilte VW mit. Für diese Werke würden »parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft«.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Group, Oliver Blume, sprach angesichts der einstimmigen Zustimmung von einem »starken Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns«. »Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit«, fuhr er fort. In den kommenden Jahren werde »eine dreistellige Milliardensumme« investiert.

Porsche begrüße die Entscheidung des VW-Aufsichtsrats, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens, »und beabsichtigt, die Transformationsbemühungen des Vorstands ihrer Kernbeteiligung, der Volkswagen AG, weiter zu unterstützen«.

IG Metall und Konzernbetriebsrat betonten in einer ersten Reaktion, mit der Entscheidung sei eine Eskalation verhindert worden. Der Vorstand müsse jetzt seine Hausaufgaben machen. »Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen war nicht zielführend«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo.

Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist laut Benner und Cavallo vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt. »Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt«, betonen Benner und Cavallo. »Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht.«

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), Mitglied des Aufsichtsrats, erklärte: »Von dem heutigen Beschluss gehen wichtige Signale aus: Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln.«

VW steckt in einer existenziellen Krise. Die Gewinne von Europas größtem Autohersteller sind eingebrochen. In seinem einstigen Parademarkt China verkauft der Konzern immer weniger Autos und auch technologisch ist VW abgehängt. Volkswagen hat 322 Milliarden Euro Jahresumsatz und weltweit mehr als 650.000 Mitarbeiter. Zuletzt standen jedoch immer wieder Werksschließungen und Stellenkürzungen im Raum. Es geht darum, Milliarden zu sparen.

Erst am Montag hatte Finanzvorstand Arno Antlitz bei einer Sonderbetriebsversammlung im Werk in Hannover gesagt, dass der Konzern nach dem Auslaufen der aktuellen Produkte Anfang der 2030er-Jahre bislang keine wirtschaftliche Nachfolgebelegung für das Werk dort sieht. Dies gelte für insgesamt vier deutsche Standorte. Europaweit will Volkswagen Kapazitäten für rund 500.000 Fahrzeuge abbauen. Andernfalls entstehe dauerhaft ein Kostennachteil von rund 1,5 Milliarden Euro jährlich, sagte Antlitz demnach.

Nach der überraschenden Einigung des Aufsichtsrats am Donnerstagabend wird es am Freitag keine weitere Sitzung geben. Der Termin für das Kontrollgremium sei kurzfristig vorverlegt worden, hieß es aus Konzernkreisen.

Mit Erika Rasch hat VW eine neue Personalchefin gefunden. Rasch sei zum 1. Oktober 2026 in den Konzernvorstand berufen worden, teilte das Unternehmen mit. Die Managerin wechselt vom Autozulieferer Robert Bosch, wo sie zuletzt für das Personalwesen zuständig war. Der Posten des Personalvorstands bei Volkswagen ist seit dem Ausscheiden von Gunnar Kilian im Juli 2025 unbesetzt. Damals hatte sich der Konzern überraschend mit sofortiger Wirkung von Kilian getrennt, der während seiner Amtszeit maßgeblich den Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen verantwortete.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Umsetzung des Zukunftsplans 2030 mit Stellenabbau ab 2031.

    Likely · Within years

Open Questions

  • Wie sehen die konkreten Alternativnutzungen für die vier betroffenen Werke aus?
  • Wie reagiert die Belegschaft auf die angekündigten Stellenstreichungen?

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This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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