BASF plant Börsengang der Agrarsparte für 2027
Der Chemiekonzern hat vier Banken mit der Vorbereitung des Börsengangs beauftragt. Die Sparte könnte mit bis zu 30 Milliarden Euro bewertet werden.
Quick Look
- BASF bereitet den Börsengang seiner Agrarsparte 'Agricultural Solutions' für 2027 in Frankfurt vor.
- Mit einer Bewertung von 20 bis 30 Milliarden Euro beauftragte der Konzern Citi, Goldman Sachs, JP Morgan und die Deutsche Bank, um den Fokus auf das Kerngeschäft zu stärken.
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Why It Matters
BASF strebt eine strategische Neuausrichtung an, bei der Sparten, die nicht zum Kernverbund gehören, ausgegliedert werden. Dies folgt auf den Teilverkauf des Farbengeschäfts an Carlyle.
BASF will sein Agrargeschäft 2027 an die Frankfurter Börse bringen. Die Sparte könnte zwischen 20 und 30 Milliarden Euro wert sein. Im Konsortium ist auch die Deutsche Bank vertreten.
München. Der Chemiekonzern BASF treibt die Pläne für den milliardenschweren Börsengang seines Agrargeschäfts voran. Der Konzern hat vier Banken mit der Vorbereitung beauftragt. Dazu gehören die US-Investmentbanken Citi, Goldman Sachs und JP Morgan sowie die Deutsche Bank, wie BASF am Montag mitteilte.
Der Börsengang (IPO) soll im kommenden Jahr in Frankfurt stattfinden. Spätestens Mitte 2027 soll die Sparte BASF Agricultural Solutions reif für den Schritt sein. Der Konzern will die Mehrheit der Anteile behalten und kann so die Gewinne des renditestarken Geschäfts weiter voll im Konzern verbuchen.
Es könnte einer der bedeutendsten Börsengänge am Frankfurter Wertpapiermarkt seit Jahren werden. Wie das Handelsblatt Anfang Juli exklusiv berichtete, wird in Finanz- und Unternehmenskreisen mit einer Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro gerechnet. „Wir erwarten einen Megadeal“, sagte ein Insider.
Eine Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Emission sei aber noch nicht gefallen, betonte BASF. Ob die Agrareinheit noch im ersten Halbjahr 2027 an die Börse gebracht wird, hängt vom Kapitalmarktumfeld ab. Gewöhnlich werden die Banken etwa ein halbes Jahr vor der Erstnotiz ausgewählt. Ein IPO im zweiten Quartal wäre also ein möglicher Termin.
Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth hatte die Planungen für die Transaktion bei der Vorstellung seiner neuen Strategie im Herbst 2024 angekündigt. Sein Ziel ist es, den eigentlichen Wert der Agrarsparte herauszustellen, die traditionell im BASF-Verbund integriert war.
Kamieth will BASF mit mehreren Ausgliederungen stärker auf Kerngeschäfte des Verbunds fokussieren. Deren Produktion ist eng miteinander verbunden und bringt Synergien. Sparten, die nicht mehr in diese Steuerungslogik passen, werden eigenständig und strategisch neu aufgestellt.
In einem ersten Schritt hat sich der Konzern von der Mehrheit an seinem Farbengeschäft getrennt. 60 Prozent der Anteile an der früheren BASF Coatings hat der US-Finanzinvestor Carlyle übernommen, BASF hält an dem neu gegründeten Unternehmen Surventis weiterhin 40 Prozent. Durch den Verkauf erhält der Chemiekonzern 5,8 Milliarden Euro vor Steuern.
Der Teilbörsengang des Agrargeschäfts soll der nächste große Schritt werden. Wie hoch die Erlöse sein werden, die BASF dabei erzielen wird, ist noch offen. Mit dem Kapital aus den verschiedenen Transaktionen will der Konzern seine Schulden reduzieren und das neu definierte Verbundgeschäft stärken – bestehend aus Basischemie, Kunststoffen, Performance-Additiven sowie Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel, Kosmetika und Arzneimittel.
Die Agrarsparte mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zählt zu den Perlen im Portfolio der Ludwigshafener. 2025 kam sie auf einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn lag bei zwei Milliarden Euro, das ist fast ein Drittel des Konzerngewinns.
Zugleich ist die Sparte der mit Abstand größte Cashlieferant im Konzern. Der Saldo aus Geldzuflüssen und -abflüssen lag 2025 bei 1,5 Milliarden Euro – das entsprach rund der Hälfte des gesamten Cashflows der fünf BASF‑Segmente.
Am 24. November will BASF die Sparte auf einem Kapitalmarkttag präsentieren. Die rechtliche und operative Trennung der Sparte laufe planmäßig, hieß es in der Mitteilung.
What to Watch
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Kapitalmarkttag am 24. November zur Präsentation der Agrarsparte.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie hoch wird die tatsächliche Bewertung zum Zeitpunkt des IPO sein?
- Welcher Anteil der Agrarsparte wird genau an die Börse gebracht?






