Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft erreicht erstmals das WM-Halbfinale und begeistert in der Berliner Uber Arena ein wachsendes Publikum.
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Deutschland richtet die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen vom 4. bis zum 13. September aus. Es ist das erste Mal, dass die deutsche Frauen-Nationalmannschaft das Viertelfinale eines WM-Turniers erreicht hat.
Am Donnerstag habe ich mich auf den Weg in die Uber Arena gemacht, zum Viertelfinale der Basketball-WM zwischen Deutschland und Belgien. Kurz vor der Halle hörte ich einen Vater und seinen Sohn – sie kamen mit dem Rad an. »Was, wir gehen in die Halle!?«, rief das Kind. »Geil, Papa!« Kurz darauf sah ich sie, wie sie sich an der Abendkasse noch ein Ticket für das wenig später beginnende Spiel kauften.
Vielleicht wussten sie bis vor Kurzem gar nicht, dass in Berlin vom 4. bis zum 13. September die Basketballweltmeisterschaft der Frauen stattfindet. Inzwischen hat sich das rumgesprochen, spätestens seit die Deutschen ihr Viertelfinale gegen Belgien sensationell gewannen. Zuvor waren die deutschen Basketballerinnen noch nie in einem WM-Viertelfinale gewesen. Nun spielen sie am Samstag (16.30 Uhr) gegen Frankreich um den Einzug ins Finale.
Auf den Straßen Berlins hat man nicht viel mitbekommen von der Heim-WM. Ein paar Plakate an Litfaßsäulen oder Bushaltestellen gab es. Und am Kurfürstendamm Hecken in Basketball-Optik sowie Basketballerinnen aus Holz, die Schülerinnen und Schüler gestaltet hatten. Deutschland ist zwar bei den Männern Welt- und Europameister, und auch die Frauen könnten jetzt eine Medaille gewinnen, doch eine Basketballnation ist Deutschland noch nicht.
Doch in der Halle springt der Funke über. Anfangs fanden auch in der kleineren, aber stimmungsvolleren Max-Schmeling-Halle Spiele statt, in der K.-o.-Runde wird nur noch in der größeren Uber Arena gespielt. Gegen Belgien ist die Halle – anders als in der Runde zuvor, als sie nur halb voll war – gut gefüllt, 10.500 Menschen sind gekommen. Wie beim Basketball üblich, gibt es rund um das Spiel eine Show. In jeder Unterbrechung wird Musik geblastet und das Publikum zum Klatschen animiert. Es gibt eine Kiss-Cam. T-Shirts und das Maskottchen im Miniformat werden mit Kanonen ins Publikum geschossen.
Abseits der Show hat es die deutsche Mannschaft geschafft, mehr Menschen für sich zu begeistern. Durch ihre Leistung, ihre Identität und ihren Zusammenhalt, den man auch über den Fernseher – erst recht aber in der Halle – spüren kann.
Lange gab es im Basketball keine weiblichen Vorbilder. Das sagte auch die Nationalspielerin Alexandra Wilke der ZEIT. Ihr Idol sei Kobe Bryant gewesen. Jetzt sieht man überall in der Halle Trikots der US-Amerikanerin Caitlin Clark, die den Frauenbasketball fast allein so populär gemacht hat wie nie zuvor. Für viele Mädchen und Jungs ist sie das große Vorbild. »Ich finde einfach cool, dass junge Mädels heute sehen, was möglich ist. Und sie wissen, dass es erlaubt ist, von großen Dingen zu träumen«, sagte Wilke.
Zudem tragen viele Menschen Trikots der beiden Brüder Franz und Moritz Wagner, die es von ihrem Heimatverein Alba Berlin in die NBA geschafft und mit der Männernationalmannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Auch sie haben für die Heim-WM der Frauen geworben.
Jedes Spiel werden die deutschen Spielerinnen aus einem Fanblock unterstützt. Die meisten der Fans dort sind junge Männer, die verschiedene Gesänge anstimmen und auf drei oder vier Trommeln hauen. Zu Sportevents der Frauen kommen nicht mehr nur Familien und Frauen. Auch viele Männer unterstützen die Basketballerinnen. Nach dem Sieg feiern sie zusammen mit den Spielerinnen, tanzen und singen.
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Deutschland spielt am Samstag um 16.30 Uhr gegen Frankreich um den Einzug ins Finale.
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