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Bayreuther Festspiele: Katharina Wagner entschuldigt sich für Absage von Michel Friedman-Veranstaltung
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Die Welt7/4/2026Culture3 min readGermany

Bayreuther Festspiele: Katharina Wagner entschuldigt sich für Absage von Michel Friedman-Veranstaltung

Quick Look

  • Katharina Wagner, Intendantin der Bayreuther Festspiele, entschuldigt sich für die kurzfristige Absage einer Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman.
  • Sie spricht von einem "Kommunikationsdefizit" und einer "fatalen Fehleinschätzung".
  • Die Veranstaltung soll nun doch stattfinden.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Bayreuther Festspiele hatten Michel Friedman zunächst für eine Gedenkveranstaltung für jüdische Musiker der NS-Zeit eingeladen, dann aber wieder ausgeladen. Dies führte zu öffentlicher Empörung und einer Kehrtwende der Festspiele.

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Die Intendantin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, begründet die Absage einer Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman mit einem „hausintern erheblichen Kommunikationsdefizit“ und spricht von einer „fatalen Fehleinschätzung“. In einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ sagte sie: „Bitte verstehen Sie, wenn ich dazu nicht mehr sagen will, außer: Ich trage als Leiterin dieser Festspiele die Verantwortung.“ Sie fügte hinzu: „Das alles tut mir von Herzen leid.“

Die Festspiele hatten Schlagzeilen damit gemacht, dass Friedman zu einer Gedenkveranstaltung für während der NS-Zeit verfolgte jüdische Musiker erst ein- und dann wieder ausgeladen wurde.

Der 70-Jährige selbst machte den Vorgang und seine Empörung darüber öffentlich. Nachdem die kritischen Stimmen tagelang lauter wurden, ruderten die Festspiele zurück. Die Gedenkfeier soll nun doch am 26. Juli, vor der Premiere der Richard-Wagner-Oper „Rienzi“ im Bayreuther Friedrichsforum, stattfinden – allerdings ohne den Dirigenten Christian Thielemann. Außerdem müssten noch organisatorische Dinge geklärt werden.

Wagner sagte, sie sei sich der kritischen Geschichte des Hauses bewusst

„Diese Veranstaltung muss in der Eröffnungswoche stattfinden, wenn Bayreuth im Fokus der medialen Aufmerksamkeit steht“, sagte Wagner der „SZ“. Sie habe Friedman angefragt, „weil ich uns nicht nur hochleben lassen wollte“. Zwar seien 150 Jahre Festspielgeschichte ein Grund zum Feiern. „Zugleich bin ich mir der kritischen Geschichte bewusst, die dieses Haus und die Familie Wagner mit sich bringen. Ich erwarte eine sehr kritische Rede von Herrn Friedman. Wenn ich es nur cosy haben wollte, hätte ich ihn nicht eingeladen.“ Cosy heißt gemütlich.

Dass es trotzdem zur – vorübergehenden – Absage und Ausladung kam, erklärt die 48 Jahre alte Festspiel-Chefin so: „Unser kaufmännisnischer Geschäftsführer hatte alle noch nicht veröffentlichten Veranstaltungen unter dem Eindruck der vielen sich zuspitzenden internationalen Krisen zunächst abgesagt, auch diese.“

Die Absage war mit Sicherheitsbedenken begründet worden

Sie betont: „Ich selbst wollte am Gedenkkonzert mit Herrn Friedman selbstverständlich festhalten, was schließlich auch gelungen ist. Rückblickend hätten wir aber bereits damals auf Herrn Friedman zugehen und ihn informieren müssen.“ Die Sicherheitsbedenken, mit denen die Veranstaltung abgesagt worden seien, seien Festspiel-interne Bedenken gewesen, keine behördlichen.

Der Komponist Richard Wagner (1813-1883), Gründer der Bayreuther Festspiele, verfasste antisemitische Schriften und äußerte sich auch immer wieder klar antisemitisch. Später galten die Festspiele als eng verflochten mit nationalistisch-völkischem Gedankengut und schließlich mit dem Nationalsozialismus. Adolf Hitler war immer wieder Gast in Bayreuth. Katharina Wagners Großmutter Winifred Wagner, die die Festspiele damals leitete, galt als glühende Verehrerin.

„Dass Hitler Wagner liebte, das bestreitet hier niemand, und wir haben den ‚Rienzi‘ auch deshalb ins Programm genommen, um ihn gerade kritisch zu betrachten und uns der Diskussion zu stellen“, sagte Wagner der Zeitung.

Sie wünscht sich nach eigenen Angaben noch viel mehr historische Aufarbeitung: „Es wäre aus meiner Sicht wichtig, der Öffentlichkeit auch all das historische Material zugänglich zu machen, das noch bei den anderen Teilen der Familie liegt. Dass das nicht ausgewertet werden kann, dass wir gar nicht wissen, was da vielleicht noch schlummert, empfinde ich als Makel.“

Open Questions

  • Welche konkreten Sicherheitsbedenken gab es intern?
  • Wird die historische Aufarbeitung der Familiengeschichte weiter vorangetrieben?

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This article was originally published by Die Welt.

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