Berliner Justiz prüft Vorwürfe: Affäre zwischen Hells-Angels-Boss und JVA-Bediensteter
Ein zu lebenslanger Haft verurteilter ehemaliger Rockerchef soll eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin der JVA Heidering unterhalten haben.
Quick Look
- Die Berliner Justiz untersucht Berichte über eine mutmaßliche Affäre zwischen dem inhaftierten Ex-Hells-Angels-Boss Kadir P. und einer Bediensteten der JVA Heidering.
- Der Insasse wurde bereits präventiv räumlich getrennt.
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Why It Matters
Kadir P. wurde 2019 wegen eines Auftragsmords an einem Rivalen in einem Berliner Wettbüro im Jahr 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er gilt als ehemalige Führungsperson der Berliner Hells Angels.
Die Berliner Justiz prüft übereinstimmenden Medienberichten zufolge Vorwürfe, wonach ein zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilter Gefangener eine Beziehung zu einer Bediensteten der JVA Heidering haben soll. „Vorsorglich wurde eine räumliche Trennung sichergestellt“, zitiert der „Tagesspiegel“ die Berliner Senatsverwaltung für Justiz.
Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass es sich bei dem Insassen um den ehemaligen Hells-Angels-Boss Kadir P. handelt. Der heute 42 Jahre alte Rocker war 2019 gemeinsam mit sieben weiteren Angeklagten wegen eines Auftragsmords an einem Rivalen schuldig gesprochen worden.
Nach Überzeugung des Berliner Landgerichts hatte er die Tötung des damals 26 Jahre alten Tahir Ö. in einem Wettbüro in Berlin-Reinickendorf angeordnet. Das Opfer war 2014 erschossen worden. Der sogenannte Wettbüro-Mord, für den er verurteilt wurde, gilt bis heute als einer der spektakulärsten Rockerfälle der Hauptstadt.
Brisant an dem Fall: Laut „Bild“ soll Kadir P. in die JVA Heidering verlegt worden sein, weil er zuvor während seiner Haftzeit in der JVA Moabit bereits eine Beziehung zu einer Sozialarbeiterin hatte. Die Affäre sei im Mai 2023 bekannt geworden. Die Mitarbeiterin habe daraufhin den Justizdienst verlassen. Welche Position die Mitarbeiterin im aktuellen Fall hat, ist nicht bekannt.
Kadir P. gilt als eine der bekanntesten Figuren der Berliner Rockerszene. Ein Richter bezeichnete ihn damals nach fünf Jahren Prozess mit 300 Verhandlungstagen und 346 Zeugen als „dissoziales Alphatier“, ohne das in der Gruppe „nichts lief“. Als Chef des Hells-Angels-Chapters „Berlin City“ soll er die Geschicke des Berliner Ablegers maßgeblich bestimmt haben. Die Gruppe galt unter seiner Führung als besonders gewalttätig.
Open Questions
- Welche Position bekleidet die betroffene Mitarbeiterin?
- Wie konnte es trotz früherer Vorfälle erneut zu einer solchen Situation kommen?

