
Bioabbaubare Batterien sollen medizinische Geräte im Körper sicherer machen. Nun gibt es sogar solche Stromquellen, die sich im Schweinemagen nicht sofort auflösen.
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Bioabbaubare Batterien für medizinische Zwecke scheiterten bisher oft an zu geringer Leistung oder zu schneller Zersetzung im Körper.
Biobatterien :
Leicht und bekömmlich
Ein Kommentar von Frauke Zbikowski
30.09.2026, 15:34
Im Schweinemagen funktionieren sie schon: bioabbaubare Batterien.
Bioabbaubare Batterien sollen medizinische Geräte im Körper sicherer machen. Nun gibt es sogar solche Stromquellen, die sich im Schweinemagen nicht sofort auflösen. Man sollte aber nicht zu viele davon essen.
Batterien aus Biomaterial stehen hoch im Kurs, hatten aber für medizinische Zwecke bisher oft einen Haken: Entweder sie lieferten nicht genug Strom oder lösten sich zu schnell auf. Meistens beides. Wenn die Stromquellen beispielsweise einen Herzschrittmacher antreiben sollen, reicht es nicht, dass sie ungiftig sind und das Gewebe schonen – auch dann nicht, wenn die Leistung stimmt. Entscheidend ist: Die Batterien dürfen sich nicht innerhalb weniger Stunden auflösen und rückstandsfrei resorbiert werden, wie etwa ein Modell aus Papier, Vitamin B2 und Algen, das vor einigen Jahren die Welt der Akkus erblickte.
Bei einer Biobatterie aus Pilzen, die Wissenschaftler im vergangenen Jahr als ungiftig vorstellten, ist nicht klar, ob sie wirklich bekömmlich ist. Die Samtige Tramete, ein Weißfäulepilz, aus dem eine der Elektroden besteht, ist in der Umwelt sehr gut abbaubar. Ein Speisepilz ist sie aber nicht. Warum bleibt man dann nicht bei den bewährten giftigen und nicht abbaubaren Batterien und verkapselt diese ordentlich, sodass sie sich überhaupt nicht auflösen können, schon gar nicht in Körperflüssigkeiten?
Eine Batterie, die bioabbaubar ist, sei im menschlichen Körper einfach sicherer, schreiben Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology und der Harvard Medical School im Journal „Nature Chemical Engineering“. Und haben deshalb eine Batterie entwickelt, die für die Dauer einer medizinischen Diagnostik oder einer Therapie den aggressiven Magensäften standhält. Wenn sie platzt, entstehen weder scharfe Kanten noch setzt sie Giftstoffe frei. Übermäßig heiß wird sie auch nicht, wenn etwas schiefgeht. Stattdessen lieferte sie im Magen – getestet im Verdauungsorgan lebender Schweine – tagelang die nötige Spannung für kleine elektronische Geräte. Perfekt ist das System aber noch lange nicht.
Ein Haken ist: Die Kathode besteht aus Molybdäntrioxid, und das ist krebserregend. Gut, die Mengen in der Batterie sind äußerst gering und bleiben unterhalb der tolerierbaren Aufnahmemenge. Das elektronische Gerät aber, das an der leicht verdaulichen Batterie angeschlossen ist, enthält eine ganz konventionelle Platine – und die ist noch weit entfernt davon, bioabbaubar zu sein.
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