Bob Dylan trifft den Papst im Vatikan – sein Outfit sorgt für Aufsehen
Der US-Sänger traf den Pontifex im Apostolischen Palast und überreichte ihm seine Autobiografie.
Quick Look
- Musiklegende Bob Dylan hat Papst Leo XIV. überraschend im Vatikan besucht.
- Der 85-jährige US-Sänger traf den 71-jährigen Pontifex im Apostolischen Palast, überreichte ihm seine Autobiografie und erhielt einen Rosenkranz.
- Das Treffen sorgte in sozialen Medien für Diskussionen, insbesondere wegen Dylans schwarzem Outfit und Kapuze.
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Why It Matters
Bob Dylan gastierte mit seiner Konzerttournee „Rough and Rowdy Ways“ in Rom. Papst Leo XIV. hatte im Juli Zeilen aus Dylans Antikriegsgedicht „Go Away You Bomb“ in einem Buchvorwort zitiert. Dylan traf bereits 1997 in Anwesenheit von Papst Johannes Paul II. in Bologna auf einen Papst.
Ein Fototermin, danach ein kurzer, aber herzlicher Austausch und auch Geschenke wurden ausgetauscht: Musiklegende Bob Dylan hat überraschend Papst Leo XIV. im Vatikan besucht.
Mit einer schwarzen Kapuze auf dem Kopf und einem Schirm in der Hand traf der 85-jährige US-Sänger den Pontifex (71) im Apostolischen Palast. Zuerst berichtete das Nachrichtenportal „Vatican News“. Mehrere offizielle Fotos zeigen die ungewöhnliche Begegnung. Sie verbreiteten sich im Internet anschließend wie ein Lauffeuer.
In den sozialen Medien sorgte insbesondere Dylans Outfit für Gesprächsstoff. Auf den Fotos des Treffens ist er ganz in Schwarz gekleidet zu sehen, selbst die Hände steckten in schwarzen Lederhandschuhen. Besonders kontrovers wurde die tief ins Gesicht gezogene Kapuze des Künstlers diskutiert, unter der Dylan offenbar eine Basecap versteckte. Etliche Internetuser bewerteten das Outfit als respektlos, andere als cool. Bei X wurde der 85-Jährige zudem wahlweise mit Darth Vader aus „Star Wars“, Gevatter Tod oder einem Reiter der Apokalypse verglichen.
Papst zitierte Dylan jüngst im Vorwort für ein Buch
Dylan – mit bürgerlichem Namen Robert Allen Zimmerman – gastierte mit seiner Konzerttournee „Rough and Rowdy Ways“ in Rom. Was der Musiker und der Papst besprochen haben, ist nicht bekannt. Nach Angaben von „Vatican News“ überreichte Leo dem Sänger einen Rosenkranz, Dylan hingegen schenkte dem Oberhaupt der katholischen Kirche ein Exemplar seiner Autobiografie.
Erst in diesem Juli hatte Leo in dem Vorwort eines Buches über Krieg und Frieden Zeilen aus Dylans Antikriegsgedicht „Go Away You Bomb“ zitiert. Das Werk entstand 1963 während der Phase des Kalten Krieges und war lange unveröffentlicht. Leo warnte mit den Zeilen vor dem Wettrüsten und dem Rückgriff auf Atomwaffen; er zitierte dabei eine Textzeile, die an eine hypothetische Atombombe gerichtet ist: „Ich hasse dich, weil du von Menschen gemacht, in Menschenbesitz und von Menschenhand gehandhabt bist.“
Dylan wurde bei seiner Privat-Audienz von zwei Vertretern des Vatikans begleitet: Pater Antonio Spadaro, einem Mitarbeiter des vatikanischen Kulturministeriums – der bereits Patti Smith bei einer Audienz bei Leo im Juli begleitet hatte –, sowie Andrea Monda, dem Chefredakteur der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“.
Schon einmal traf Dylan einen Papst
Spadaro enthüllte später, dass Dylan selbst den Wunsch geäußert hatte, mit Leo zu sprechen. In einem Artikel für den „L’Osservatore Romano“ erinnerte Spadaro zudem daran, dass der 1955 in Chicago geborene Robert Prevost (Leo) mit Dylans Musik aufgewachsen ist. Zudem merkte er an, dass Dylan mit dem heiligen Augustinus von Hippo – der als Inspirationsquelle für Leos Spiritualität und den Augustinerorden dient – bestens vertraut sei; so schrieb Dylan etwa das Lied „I Dreamed I Saw St. Augustine“ für das 1967 erschienene Album „John Wesley Harding“. Zu Beginn des Treffens habe der Papst sich Dylan sogar scherzhaft als „Sohn von St. Augustin“ vorgestellt, heißt es bei X unter Bezug auf Spadaro.
Die erste Begegnung des aus einer jüdischen Familie im US-Bundesstaat Minnesota stammenden Sängers mit einem Papst liegt fast 30 Jahre zurück. 1997 trat er in Anwesenheit von Papst Johannes Paul II. in Bologna bei einem Jugendtreffen auf und sang dort unter anderem „Knockin’ on Heaven’s Door“.
Ende der 1970er Jahre wandte sich Dylan vorübergehend dem Christentum zu und veröffentlichte die als Gospel-Trilogie geltenden Alben „Slow Train Coming“ (1979), „Saved“ (1980) und „Shot of Love“ (1981). In einem Interview bezeichnete sich der 85-Jährige als generell religiöse und spirituelle Person: „Ich bin ein gläubiger Mensch. Ich lese viel in den Heiligen Schriften, meditiere und bete, zünde in der Kirche Kerzen an. Ich glaube an Verdammnis und Erlösung sowie an die Vorherbestimmung. Die fünf Bücher Mose, die Paulusbriefe, die Anrufung der Heiligen – all das.“
Open Questions
- Was genau besprachen Dylan und der Papst während der Audienz?
- Welche Reaktionen gab es offiziell vom Vatikan auf die Kritik an Dylans Outfit?