Börse am 16. Oktober: Sieben Punkte, die für Anleger heute wichtig sind
Quick Look
- Der deutsche Leitindex Dax bleibt stabil trotz globaler Verluste bei Technologieaktien, unterstützt durch geringes Gewicht von KI-Aktien im Index.
- Anleger achten auf Euro-Inflationsdaten und Reden von Notenbankchefs aus den USA, Großbritannien und Kanada.
- Asiatische Märkte erholen sich leicht nach Vortagsverlusten.
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Why It Matters
Der Dax zeigte sich trotz globaler Verluste bei Technologieaktien stabil, da KI-Aktien im Index gering gewichtet sind. Anleger achten auf Euro-Inflationsdaten und Reden von Notenbankchefs.
Trotz weltweiter Kursverluste bei Technologieaktien zeigt sich der deutsche Leitindex stabil. Anlegerinnen und Anleger schauen heute neben Konjunkturdaten auch auf diverse Reden.
Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt
Düsseldorf. Der deutsche Leitindex kann sich zunächst von der weltweit erneut stark unter Druck geratenen Technologiebranche abgrenzen. Der Dax beendete den Handel am Donnerstag 0,3 Prozent höher bei 25.383 Punkten.
Zwar drückten hohe Verluste von Aktien aus dem Umfeld Künstlicher Intelligenz auch am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung der Anleger. Doch weil es im Dax nicht viele KI-Profiteure gibt und diese nicht viel Indexgewicht aufweisen, zeigte sich der Dax robust.
Am frühen Freitagmorgen setzt sich die Aufwärtsbewegung fort. Auf außerbörslichen Handelsplattformen notiert der Dax vorbörslich im Plus.
Anlegerinnen und Anleger richten ihre Aufmerksamkeit zum Ende der Handelswoche auf die Euro-Inflation. Zudem melden sich Chefs verschiedener Notenbanken zu Wort, etwa aus den USA, Großbritannien und Kanada.
1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq
Die Sorgen vor einer KI‑Blase lasteten am Donnerstag wieder einmal auf der Wall Street. Die Tech-lastigen Indizes verloren tagsüber und konnten sich erst zum Handelsende wieder etwas fangen.
Der Dow Jones der Standardwerte legte um rund ein Prozent auf 52.177 Zähler zu.
Der breiter gestreute S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 7744 Punkte zu.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zu Handelsende kaum verändert bei 26.713 Zählern.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, verlor auf Tagessicht kaum und schloss bei 29.935 Punkten.
Nach einem Abverkauf von Chipaktien in Asien startete auch der Nasdaq in New York mit Abschlägen in den Donnerstag. Bei den US-Chipkonzernen summieren sich die Verluste binnen einer Woche auf mehr als eine Billion Dollar, zeigen Daten des Finanzdienstes Bloomberg. Demnach ist aber nicht nur die Chip-Branche betroffen, sondern auch andere Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz.
Gründe dafür waren zum einen Zweifel daran, ob sie ausreichend KI-Umsätze erzielen lassen. Zudem drohen steigende Abschreibungen bei den für KI-Anwendungen benötigten Hochleistungsrechnern. Eine zusätzliche Belastung sind die Renditen am Anleihemarkt – auch getrieben durch die hohe Inflation.
2 – Börsen in Asien
Die asiatischen Aktienmärkte haben sich nach der heftigen Verkaufswelle vom Donnerstag erholt. Der japanische Nikkei-Index steigt nach einer sechstägigen Verlustserie. Die Gewinne halten sich jedoch in Grenzen, da die Anleger vor der anstehenden Berichtssaison und den US-Zwischenwahlen Vorsicht walten lassen.
In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent auf 65.550 Punkte zu
Der breiter gefasste Topix notiert 1,8 Prozent höher bei 4072 Zählern.
Die Börse Shanghai gewinnt 0,8 Prozent auf 3737 Punkte.
Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen steigt um 0,6 Prozent auf 4189 Punkte.
„Die Aktien erholen sich, da die Anleger nach den starken Verlusten am Vortag wieder zugreifen. Es gibt keine anderen Gründe für die Gewinne“, sagt Daisuke Hashizume, leitender Stratege bei Daiwa Securities. „Die Marktteilnehmer sehen wenig Grund, vor der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen und den US-Zwischenwahlen im nächsten Monat aggressiv Aktien zu kaufen.“
In Japan stiegen die Aktien des Chip-Ausrüsters Tokyo Electron um 2,1 Prozent, die des Speicherchip-Herstellers Kioxia um 3,3 Prozent und die des Technologie-Investors SoftBank Group um 1,3 Prozent. Die Papiere des Chip-Testausrüsters Advantest machten ihre anfänglichen Verluste wieder wett und legten um 0,6 Prozent zu.
3 – Fed-Chef spricht
Erhöht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bereits Ende Oktober abermals die Zinsen? Investoren erhoffen sich nähere Anhaltspunkte vom wichtigsten Notenbanker der Welt, Kevin Warsh: Der Fed-Chef spricht am frühen Morgen (deutscher Zeit) bei der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank mit IWF-Chefin Kristalina Georgiewa.
4 – Notenbanker-Reigen
Warsh ist am Freitag in guter Gesellschaft: Auch die Notenbankchefs aus Großbritannien (Andrew Bailey) und Kanada (Tiff Macklem) haben Auftritte, ebenso Bundesbankpräsident Joachim Nagel und der Vizepräsident der japanischen Zentralbank, Shinichi Uchida.
5 – Euro-Inflation
Das Statistikamt Eurostat veröffentlicht die finalen Daten und Einzelheiten zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Euro-Raum. Laut der Erstschätzung hat die Inflation einen unerwartet starken Sprung von 3,2 auf 3,8 Prozent gemacht.
6 – Geschäftszahlen
Die börsennotierten Unternehmen Investor aus Schweden, Schneider Electric aus Frankreich und Travelers Cos aus den USA veröffentlichen Quartalszahlen.
7 – EU-Gipfel
Es ist der zweite und letzte Tag des Spitzentreffens der europäischen Staats- und Regierungschefs. Neben dem Streit über den EU-Haushalt dürfte es auch um die jüngsten Turbulenzen an den Anleihemärkten gehen.
Termine Unternehmen
07:00 Uhr, Schweden: Investor, Q3-Zahlen
07:30 Uhr, Frankreich: Schneider Electric, Q3-Umsatz
13:00 Uhr, USA: Travelers Cos, Q3-Zahlen
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Termine Konjunktur
08:00 Uhr, Deutschland: Baugenehmigungen 8/26
11:00 Uhr, Euro-Zone: Handelsbilanz 8/26
11:00 Uhr, Euro-Zone: Verbraucherpreise 9/26 (2. Veröffentlichung)
11:00 Uhr, Italien: Verbraucherpreise 9/26 (2. Veröffentlichung)
14:30 Uhr, USA: Export- und Importpreise 9/26
15:15 Uhr, USA: Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung 9/26
Mit Agenturmaterial.
Mehr: Dax stagniert – Was spricht für und gegen eine Jahresendrally an den Börsen?
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Dax wird kurzfristig stabil bleiben, solange keine neuen negativen Impulse aus dem Technologiesektor kommen.
Likely · Within days
Die Euro-Inflation von 3,8 Prozent wird Diskussionen über eine mögliche Zinserhöhung der EZB anheizen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie wird die Euro-Inflation die Geldpolitik der EZB beeinflussen?
- Werden die Notenbankchefs Hinweise auf zukünftige Zinsschritte geben?
- Wie lange wird die Stabilität des Dax angesichts globaler Technologieverluste anhalten?







