Börse am 6. November: Sieben Punkte, die für Anleger heute wichtig sind
Nach dem Rekordhoch und dem anschließenden Einbruch an den US-Börsen ist die Stimmung am deutschen Aktienmarkt angespannt.
Quick Look
- Der Dax steht vorbörslich im Minus, nachdem der deutsche Leitindex am Donnerstag ein Rekordhoch erreichte und dann 0,4 Prozent tiefer schloss.
- Anleger warten auf den US-Arbeitsmarktbericht und weitere Konjunkturdaten.
- An den US-Börsen brachen die Kurse am Donnerstag massiv ein, der Nasdaq fiel um 5,5 Prozent.
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Why It Matters
Der Dax erreichte am Donnerstag zunächst ein neues Rekordhoch, gestützt von Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Irankrieg, sinkenden Energiepreisen und Anleiherenditen sowie dem Ausgang der US-Zwischenwahlen. Mit dem Handelsstart an der Wall Street kippte die Stimmung, der anhaltende Ausverkauf bei KI-Aktien ließ Technologiewerte unter Druck geraten. Der Dax schloss 0,4 Prozent tiefer bei 26.325 Punkten.
Nach dem Auf und Ab am Donnerstag ist die Stimmung am deutschen Aktienmarkt angespannt. Anleger warten gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht und weitere Konjunkturdaten.
Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt
Düsseldorf. Am deutschen Aktienmarkt dürfte sich am Freitag zeigen, ob sich der Dax nach dem jüngsten Rückschlag wieder beruhigt. Zum Wochenschluss scheint sich der negative Trend zunächst fortzusetzen. Auf außerbörsliche Plattformen liegt der Dax vorbörslich im Minus.
Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex zunächst ein neues Rekordhoch erreicht. Rückenwind kam unter anderem von der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Irankrieg, sinkenden Energiepreisen und Anleiherenditen sowie dem Ausgang der US-Zwischenwahlen. Doch mit dem Handelsstart an der Wall Street kippte die Stimmung. Der anhaltende Ausverkauf bei KI-Aktien ließ vor allem Technologiewerte unter Druck geraten. Der Dax schloss schließlich 0,4 Prozent tiefer bei 26.325 Punkten.
Der Dax dürfte am Freitag vor allem auf neue Daten vom US-Arbeitsmarkt schauen. Der Arbeitsmarktbericht könnte Hinweise darauf geben, wie viel Spielraum die US-Notenbank für eine weitere Zinssenkung im Dezember hat.
Zudem stehen neue Daten zum Verbrauchervertrauen und zu den Einzelhandelsumsätzen in der Euro-Zone an. Außerdem äußern sich mehrere Notenbanker der Fed, der Europäischen Zentralbank und der Bank of England. Auf Unternehmensseite legen unter anderem Moderna, Daimler Truck und Krones ihre Quartalszahlen vor.
1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq
Für das US-Finanzmagazin „Barron's“ ist es ein „KI-Blutbad“, für die Plattform Kobeissi Letter der „absolute Wahnsinn“. Nur zwei Tage nach den Zwischenwahlen sind die Kurse in den USA an breiter Front eingebrochen.
US-Präsident Donald Trump machte den Wahlsieg der Demokraten für den jüngsten Einbruch an den US-Börsen verantwortlich. „Der Aktienmarkt hat aufgrund der Wahlergebnisse einen der schlimmsten Tage der Geschichte erlebt“, erklärte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in den sozialen Medien. Die Menschen sollten sich jedoch nicht fürchten, fügte er hinzu. Man werde bald auf die eine oder andere Weise größer und stärker sein als je zuvor. Zuvor waren die US-Börsen auf Talfahrt gegangen.
Die Unternehmen im S&P 500 verloren am Donnerstag zusammen rund drei Billionen Dollar an Börsenwert – so viel wie noch nie an einem Handelstag. Bei den Unternehmen im Nasdaq-Index summierte sich der Verlust auf rund 2,5 Billionen Dollar, ebenfalls ein Rekord.
Der Nasdaq-Index fiel bis Börsenschluss um 5,5 Prozent.
Damit lag er mehr als zehn Prozent unter seinem Rekordhoch und befand sich in einer Korrektur.
Auch die anderen großen US-Indizes gaben deutlich nach. Der Dow Jones machte seinen Gewinn von 1500 Punkten vom Vortag zunichte und schloss 3,4 Prozent im Minus.
Der marktbreite S&P 500 verlor 4,3 Prozent, der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 rutschte um 6,4 Prozent ab – der größte Tagesverlust seit der Pandemie. Nachbörslich setzten sich die Verluste fort.
2 – Börsen in Asien
Der Ausverkauf bei Chipaktien an der Wall Street hat sich am Freitag an den Börsen in Japan und Südkorea fortgesetzt. Der japanische Nikkei-225-Index brach zeitweise um 6,7 Prozent ein und notierte damit auf dem Niveau vom April. Südkoreas Leitindex Kospi, der von den weltweit führenden Speicherchip-Herstellern Samsung Electronics und SK Hynix dominiert wird, stürzte zu Handelsbeginn sogar um mehr als acht Prozent ab.
Im Laufe des Vormittags machten die Börsen einen Teil der Verluste wieder wett.
Zur Mittagspause lag der Nikkei 225 mit 57.585 Punkten 5,3 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Der breiter gefasste Topix verlor bis dahin 5,4 Prozent auf 3.726 Punkte.
Südkoreas Kospi fiel um 4,5 Prozent auf 5.139 Punkte.
In Taiwan, der Heimat des weltgrößten Chipauftragsfertigers TSMC, gab der Leitindex Taiex bis 10.48 Uhr um 3,6 Prozent nach.
Selbst sonst robustere Märkte der Region wurden mit nach unten gezogen. Der Straits-Times-Index in Singapur fiel um 2,1 Prozent.
Der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel um 0,5 Prozent und der Shanghai Composite um ein Prozent.
3 – US-Arbeitsmarkt
Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht wird Analysten wichtige Hinweise geben, ob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wie weithin erwartet im Dezember den Leitzins anheben kann. Laut Bloomberg erwarten Ökonomen im Durchschnitt einen Stellenzuwachs um 55.000 und eine anhaltend niedrige Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Außerdem gibt es neue Daten zum Verbrauchervertrauen.
4 – Einzelhandel
Das EU-Statistikamt Eurostat veröffentlicht Daten zum Einzelhandel in der Euro-Zone im September. Im August waren die Umsätze auf Jahressicht um 0,8 Prozent gestiegen. Ökonomen können sich ein etwas stärkeres Wachstum vorstellen.
5 – Notenbanker
Die US-Notenbanker Lorie Logan, John Williams, Alberto Musalem und Michelle Bowman sprechen. Reden halten außerdem die Chefvolkswirte der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England, Philip Lane und Huw Pill.
6 – Unternehmenszahlen
Der Biontech-Konkurrent Moderna stellt Quartalszahlen vor, zudem Mitsubishi, Constellation Software, Krones, Daimler Truck, International Consolidated Air und Amadeus.
7 – Qiagen
Der Diagnostik-Konzern ruft vor dem Hintergrund der Übernahme durch den Finanzinvestor EQT eine außerordentliche Hauptversammlung ein, um den neuen CEO Jonathan Pratt bestätigen zu lassen.
Termine Unternehmen
06:45 Uhr, Deutschland: Krones, Q3-Zahlen (detailliert) (13.00 Analystencall)
07:00 Uhr, Deutschland: Daimler Truck, Q3-Zahlen (8.00 Presse- und Analystenkonferenz)
08:00 Uhr, Großbritannien: International Consolidated Air, Q3-Zahlen
08:15 Uhr, Frankreich: Airbus, Auslieferungen und Aufträge 10/26
08:30 Uhr, Spanien: Amadeus IT, Q3-Zahlen (Webcast 13.00 Uhr)
14:00 Uhr, Niederlande: Qiagen, Hauptversammlung (außerordentliche)
USA: Moderna, Q3-Zahlen
Verwandte Themen
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Termine Konjunktur
08:00 Uhr, Deutschland: Industrieproduktion 9/26
08:00 Uhr, Rumänien: Einzelhandelsumsatz 9/26
08:00 Uhr, Norwegen: Industrieproduktion 9/26
08:45 Uhr, Frankreich: Leistungsbilanz 9/26
08:45 Uhr, Frankreich: Beschäftigung Q3/26
09:00 Uhr, Schweiz: Fremdwährungsbestand 10/26
09:00 Uhr, Schweiz: Seco Verbrauchervertrauen 10/26
09:00 Uhr, Spanien: Industrieproduktion 9/26
11:00 Uhr, Euro-Raum: Einzelhandelsumsatz 9/26
14:30 Uhr, USA: Arbeitsmarktbericht 10/26
16:00 Uhr, USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 11/26 (vorab)
Mit Agenturmaterial.
Mehr: Midterms lösen Erholungsrally in den USA aus – KI-Aktien fallen trotzdem
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Dax wird am Freitag vorbörslich und zum Wochenschluss unter Druck bleiben.
Likely · Within hours
Der US-Arbeitsmarktbericht wird Hinweise auf die Zinsentscheidung der Fed im Dezember liefern.
Very likely · Within days
Qiagens außerordentliche Hauptversammlung wird den neuen CEO Jonathan Pratt bestätigen.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie wird der Dax am Freitag genau eröffnen?
- Welche konkreten Auswirkungen hat der US-Arbeitsmarktbericht auf die Zinsentscheidung der Fed?
- Wie entwickeln sich die KI-Aktien in den kommenden Tagen?
- Wird Qiagens außerordentliche Hauptversammlung den CEO Jonathan Pratt bestätigen?







