Bosch meldet 400-Millionen-Verlust: Milliardenkosten für Stellenabbau und US-Zölle belasten Konzern
Der Technologiekonzern schreibt erstmals seit 2009 wieder rote Zahlen – bereinigter Gewinn vor Zinsen und Steuern um 42 Prozent eingebrochen
Quick Look
- Bosch hat im Geschäftsjahr 2025 einen Verlust nach Steuern von 400 Millionen Euro eingefahren.
- Grund sind hohe Kosten für den Stellenabbau (2,7 Milliarden Euro) sowie US-Zölle und Wechselkurseffekte.
- Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern brach um 42 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein, der Umsatz stieg leicht auf 91 Milliarden Euro.
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Why It Matters
Bosch ist der weltweit größte Autozulieferer und ein großer Technologiekonzern mit Geschäftsfeldern in Hausgeräten, Elektrowerkzeugen und Industrietechnik. Das Unternehmen beschäftigte Ende 2025 weltweit rund 412.774 Mitarbeiter, davon knapp 30 Prozent in Deutschland.
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Vorlage der Bilanz 2025 in Renningen sagte. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.
Hohe Kosten durch Stellenabbau
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch seien die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. Diese Sonder- und Einmaleffekte haben sich nach Angaben von Forschner stark auf die Bilanz ausgewirkt – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern brach um 42 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Der Umsatz stieg leicht auf 91 Milliarden Euro. Dennoch liegt das Unternehmen damit deutlich unter den eigenen Erwartungen.
Bosch muss Milliarden einsparen
Die schwierige Wirtschaftslage hat Bosch 2025 mit voller Wucht getroffen: nicht nur im Kernbereich – als weltweit größter Autozulieferer -, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück. Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen.
Konzern will weitere Stellen abbauen
Der Personalstand sank 2025 weltweit um gut 5.000 auf 412.774 Mitarbeiter. Vor allem in Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten, sank die Zahl der Angestellten um 6.700. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. Im laufenden Jahr rechnet Bosch mit etwas besseren Geschäften. Wobei das Management weiter davon ausgeht, dass die hohe Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden.
Open Questions
- Wie wird sich die weitere Stellenreduzierung auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken?
- Welche konkreten Maßnahmen plant das Management zur Kostensenkung?
- Wie entwickeln sich die Geschäftszahlen im laufenden Jahr 2026?






