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BackBrainlab-Tochter Snke: Brainlab-Gründer wirft Investor Kuss aus dem Aufsichtsrat
Brainlab-Tochter Snke: Brainlab-Gründer wirft Investor Kuss aus dem Aufsichtsrat
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Handelsblatt2 hours agoBusiness3 min readGermanyView translation

Brainlab-Tochter Snke: Brainlab-Gründer wirft Investor Kuss aus dem Aufsichtsrat

Nach neunstündiger Hauptversammlung: Vilsmeier setzt Abberufung von Aufsichtsrat Kuss durch, während EMH Sonderprüfer und Schadensersatzklagen initiiert.

Quick Look

  • Auf der Hauptversammlung der Brainlab-Tochter Snke eskalierte der Konflikt zwischen Gründer Stefan Vilsmeier und Investor EMH.
  • Vilsmeier erreichte die Abberufung von Aufsichtsrat Sebastian Kuss, während EMH einen Sonderprüfer und Schadensersatzansprüche durchsetzte.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Konflikt zwischen Brainlab-Gründer Stefan Vilsmeier und dem Investor EMH Partners schwelt seit der Absage des geplanten Börsengangs im Jahr 2025. EMH wirft Vilsmeier vor, geistiges Eigentum bei der Abspaltung von Snke unrechtmäßig verlagert zu haben.

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München. Stefan Vilsmeier hat Sebastian Kuss aus dem Aufsichtsrat geworfen. Mit seiner Stimmenmehrheit ließ der Brainlab-Gründer den Mitgründer des Finanzinvestors EMH Partners am Montag auf der Hauptversammlung der Brainlab-Tochter Snke abberufen. Loswerden kann er den Investor damit nicht.

EMH hält am Medizintechnik-Anbieter Snke gut 25 Prozent und setzte in derselben Versammlung einen Sonderprüfer und einen besonderen Vertreter durch. Alle anderen stimmberechtigten Aktionäre votierten dagegen. Vilsmeier selbst durfte nicht mitstimmen, weil sich Vorwürfe auch gegen ihn richten.

Nun soll der Forensiker Stefan Heißner von FTI Consulting klären, wie es zur vorzeitigen Rückzahlung eines Darlehens über zehn Millionen Euro kam, das die Berenberg Bank Snke gewährt hatte. Nach Darstellung von EMH diente dies „allein den persönlichen Interessen von Herrn Stefan Vilsmeier“.

Der Bonner Anwalt Thomas Heidel soll als besonderer Vertreter Schadenersatz von Vilsmeier, Vorstand Andreas Giese und den Aufsichtsräten eintreiben, laut Beschlussvorschlag für 400 Euro die Stunde.

Es ist die nächste Stufe eines Streits, über den das Handelsblatt am Sonntag exklusiv berichtete. Das Medizintechnik-Unternehmen Brainlab wollte im Juli 2025 an die Börse gehen. Es hätte der größte deutsche Börsengang des Jahres werden sollen, mit einer Bewertung von bis zu 2,1 Milliarden Euro. EMH wollte Aktien für bis zu 250 Millionen Euro verkaufen.

Zwei Tage vor dem ersten Handelstag sagte Brainlab den Börsengang ab. Gut eine Woche zuvor hatten die USA iranische Atomanlagen bombardiert, das Marktumfeld verdüsterte sich, der Autoteilehändler Autodoc zog seine Erstnotiz zurück.

Seither sucht EMH, mit 35 Prozent zweitgrößter Aktionär von Brainlab, einen Käufer für sein Paket und wirft Vilsmeier vor, bei der Abspaltung von Snke geistiges Eigentum aus Brainlab verlagert zu haben. Vilsmeier weist das zurück. Brainlab hat EMH verklagt, EMH hat Brainlab und seine Direktoren abgemahnt.

Patt zwischen Gründer und Investor

Bei der Hauptversammlung trafen die Kontrahenten persönlich aufeinander. Die Veranstaltung begann am Montag um 10 Uhr in den Geschäftsräumen von Snke in München und endete kurz nach 19 Uhr. Anwälte von EMH stellten 98 Fragen zu einem Geschäftsjahr von knapp vier Monaten. Diese seien im Großteil nicht beantwortet worden, sagte ein Sprecher von EMH.

Zehn Anwälte saßen im Raum, sechs für Snke, einer für Brainlab, drei für EMH, dazu Notar und Versammlungsleiter. Sebastian Kuss nahm als Aufsichtsrat teil und sagte den ganzen Tag kein Wort, berichten Teilnehmer. „Herr Vilsmeier hat sich damit des einzig kritischen Aufsichtsrates entledigt“, sagte ein Sprecher EMHs. EMH sehe den Konflikt weiterhin entspannt: „Die rechtliche Lage ist eindeutig.“

Für die Abwahl von Kuss reichte Vilsmeiers einfache Mehrheit, bei Sonderprüfung und Schadenersatz galt sein Stimmverbot. Vilsmeier wurde nicht entlastet: Er durfte über sich nicht abstimmen, EMH stimmte gegen eine Entlastung, alle anderen dafür. Kuss dagegen wurde einstimmig entlastet, auch mit Vilsmeiers Stimmen. Eine weitere Sonderprüfung zum Ausgabepreis einer Kapitalerhöhung kam nicht zustande.

Beim Kapital blieb es beim Patt. Eine Barkapitalerhöhung beschlossen die Aktionäre gegen die Stimmen von EMH, neues genehmigtes Kapital scheiterte an der Sperrminorität des Investors. Wie es weitergeht, hatte EMH schon vor der Versammlung mitgeteilt: Der Fonds werde seine Anteile nicht veräußern, „solange die betroffenen Sachverhalte nicht vollständig aufgeklärt sind“.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Sonderprüfung zur Darlehensrückzahlung durch Stefan Heißner.

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wie wird der Sonderprüfer die Darlehensrückzahlung bewerten?
  • Welche finanziellen Folgen haben die Schadensersatzforderungen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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