Bundesregierung plant ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab erstem Krankheitstag
Quick Look
- Die Bundesregierung will die hohen krankheitsbedingten Fehlzeiten in Deutschland senken, indem sie eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag vorschreibt.
- Während die Union die Maßnahme zur Kostensenkung für Unternehmen vorantreibt, kritisiert Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) die Regel als inhaltlich falsch und warnt vor möglichen Überverordnungen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Deutschland sind laut Bundesregierung zu hoch und verursachen Unternehmen hohe Kosten. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zahlten Unternehmen im vergangenen Jahr 85,6 Milliarden Euro für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, gegenüber 54 Milliarden Euro vor zehn Jahren.
Berlin. Die Bundesregierung hält die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Deutschland für zu hoch. Das kostet auch Unternehmen aktuell viel Geld. 85,6 Milliarden Euro zahlten Unternehmen im vergangenen Jahr nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Zehn Jahre zuvor waren es noch 54 Milliarden Euro.
Geht es nach dem Willen der Union, sollen Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag zum Arzt geschickt werden. Vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drängt auf strengere Regeln. „Sind wir wirklich ein so krankes Volk, dass wir einen der höchsten Krankenstände in Europa haben müssen?“, fragte er bereits im Frühjahr.
Mit einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag will die Regierung nun Fehlzeiten senken. Zwar hat sich die CDU in der Koalition mit dem Vorhaben durchgesetzt, über ihren Nutzen gibt es aber Streit mit dem Koalitionspartner.
Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hält die Regel inhaltlich für falsch. Die SPD habe nur zähneknirschend zugestimmt. Bas’ konkrete Sorge: „Wenn ich am ersten Tag zum Arzt muss, schreibt der mich vielleicht gleich für eine Woche krank.“ Dabei wäre es mit einem Krankheitstag vielleicht schon getan. Damit stehen sich zwei Standpunkte gegenüber. Wer hat recht?
Open Questions
- Wie hoch wäre die erwartete Einsparung durch die ärztliche Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag?
- Welche konkreten Alternativen schlägt die SPD zur Senkung der Fehlzeiten vor?
- Wie sehen die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern mit ähnlichen Regelungen aus?





