
Wegen Verzögerungen beim Flugabwehrpanzer Skyranger von Rheinmetall ordert die Bundeswehr 48 GARMR-Systeme bei Diehl und schließt Vertrag mit Start-up Tytan.
Wegen Verzögerungen beim Flugabwehrpanzer Skyranger beschafft die Bundeswehr 48 GARMR-Drohnenabwehrsysteme von Diehl und beauftragt das Start-up Tytan für mobile Verbände als Zwischenlösung.
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Die Bundeswehr baut die 2012 aufgelöste eigene Flugabwehrtruppe wieder auf, um unter anderem in Litauen stationierte Truppen zu schützen.
Weil der Flugabwehrpanzer Skyranger von Rheinmetall verspätet ist, beschafft die Bundeswehr 48 Drohnenabwehrsysteme bei Diehl. Auch das Start-up Tytan erhält einen neuen Auftrag.
Die Bundeswehr plant, 48 GARMR-Drohnenabwehrsysteme von Diehl als Zwischenlösung zu beschaffen, wegen Verzögerungen beim Flugabwehrpanzer Skyranger von Rheinmetall.
Das GARMR-System erkennt Drohnen mit Radaren und kann sie mit Abwehrdrohnen oder einer Maschinenkanone bekämpfen; es soll schneller verlegbar sein als der Skyranger.
Die Bundeswehr schloss auch einen Vertrag mit dem Start-up Tytan für sechs Drohnenabwehrsysteme auf Mercedes-G-Klasse-Fahrgestellen zum Schutz mobiler Kräfte.
Die Verzögerungen beim Skyranger hängen mit Sonderwünschen und einem anderen Fahrgestell zusammen; eine vorgeschlagene Variante lehnte die Bundeswehr ab.
München, Berlin, Düsseldorf. Die Bundeswehr setzt beim Wiederaufbau der heereseigenen Flugabwehr auf eine Zwischenlösung, weil es beim Luftverteidigungssystem Skyranger von Rheinmetall große Lieferverzögerungen gibt. Diese Systeme werden aber schnell gebraucht, vor allem bei in Litauen stationierten Truppen.
Unternehmenskreisen zufolge bereitet sich nun Diehl darauf vor, 48 Systeme zur Drohnenjagd an die Bundeswehr zu liefern. Dabei geht es um das GARMR-System, das Drohnen mithilfe von Radaren erfassen und mit eigenen Abwehrdrohnen oder einer Maschinenkanone abschießen kann. Auch ein deutsches Start-up wird einbezogen. Die Bundeswehr wird trotzdem weiter auf den Skyranger warten – und dafür gibt es schlagkräftige Gründe.
Das Heer ist derzeit dabei, die im Jahr 2012 aufgelöste eigene Flugabwehrtruppe wieder aufzubauen. Am Standort Lüneburg wurde dazu vor rund einem Jahr der Aufstellungsstab in Dienst gestellt. Mitte Oktober hat die Luftwaffe als ersten Schritt das leichte Flugabwehrsystem Ozelot wieder an das Heer übergeben. Es kann Einheiten im Nahbereich vor Drohnen oder anderen Gefahren aus der Luft schützen.
Diesem Zweck dient auch der Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger, von dem die Bundeswehr zunächst ein Erprobungsmuster und 18 Serienexemplare geordert hat. Das Handelsblatt hatte zudem vergangenes Jahr aus Industriekreisen erfahren, dass die Beschaffung von bis zu 600 Skyrangern im Wert von rund neun Milliarden Euro für die Bundeswehr geplant ist.
Ursprünglich war geplant, ein Bataillon mit Skyrangern schon in diesem Jahr in Dienst zu stellen. Doch der Zeitplan wird voraussichtlich um zwei bis drei Jahre gerissen.
So lange will die Bundeswehr aber nicht warten, weil die Panzerbrigade 45, die dauerhaft in Litauen stationiert wird und bis Ende 2027 voll einsatzbereit sein soll, dann weitgehend ohne Drohnenschutz dastünde. Deshalb wird nun die Zwischenlösung mit Diehl angepeilt.
Außerdem wurde gerade bekannt, dass das Koblenzer Beschaffungsamt einen Vertrag mit dem Münchener Start-up Tytan Technologies über ein Drohnenabwehrsystem zum Schutz mobiler Kräfte geschlossen hat. Es besteht aus einem Drohnenabwehrrüstsatz, der auf ein Fahrgestell der Mercedes-G-Klasse montiert ist.
Beide Unternehmen hatten erst im Juni in Berlin im Beisein von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Absichtserklärung über künftige Kooperationen unterzeichnet. Tytan ist von der Bundeswehr auch bereits damit beauftragt, ein Drohnenabwehrsystem zum Schutz der Liegenschaften zu entwickeln.
Wie das Fachportal „Hartpunkt“ berichtet, ordert die Bundeswehr zum Schutz mobiler Verbände nun zunächst sechs Exemplare des Systems von Tytan und Mercedes. Aus Bundeswehrkreisen heißt es, dass die verschiedenen Systeme sich künftig durchaus ergänzen könnten und man von Luftverteidigungssystemen nie genug haben könne.
Das Diehl-System GARMR, von dem nun 24 mit Kanone und 24 mit Interceptor-Drohnen beschafft werden sollen, ähnelt dem Skyranger. Doch während die Besatzung im Skyranger nach bisherigen Planungen vom Transportpanzer Boxer geschützt wird, sitzen die Soldaten bei Diehl nur in leicht geschützten Fahrzeugen. Der Vorteil: Das System lässt sich je nach Bedrohungslage schnell verlegen.
Auch in der Leistungsfähigkeit muss die Bundeswehr gegenüber dem Skyranger zunächst Abstriche machen. Die von GARMR verwendete Maschinenkanone hat eine Reichweite von rund 1000 Metern, die wesentlich größere Kanone des Skyrangers trifft auf bis zu 3000 Meter. Die von GARMR eingesetzten Abfangdrohnen vom Typ Cicada haben eine Reichweite von fünf Kilometern. Andere Abfangdrohnen mit höheren Reichweiten können aber auch verwendet werden.
Diehl will den möglichen Auftrag der Bundeswehr nicht kommentieren. Das Unternehmen hatte GARMR erst im Frühjahr als Weiterentwicklung eines bereits in der Ukraine eingesetzten Vorläufermodells präsentiert. Das jetzt für die Bundeswehr vorgesehene Modell sei bereits von Jordanien bestellt worden, heißt es in Unternehmenskreisen. Diehl rechnet mit weiteren Bestellungen von der Bundeswehr und weiteren europäischen Staaten.
Die Lieferverzögerungen beim Skyranger haben auch mit Sonderwünschen bei der Integration von Lenkflugkörpern und beim Fahrgestell zu tun, wo die Bundeswehr eine andere Boxer-Variante wollte als Rheinmetall. Zwischenzeitlich hat Rheinmetall-Chef Armin Papperger vorgeschlagen, den Skyranger-Turm statt auf den Boxer auf einen Lkw zu schrauben, um eine Auslieferung zu beschleunigen. Die Bundeswehr hatte diese „Skyranger-Variante“ jedoch ausgeschlossen.
Aus Branchenkreisen heißt es, dass der Änderungsvertrag für das neue Fahrgestell mit der Bezeichnung „B0“ im November 2026 geschlossen werden könnte. Die Produktion serienreifer Skyranger auf diesem Fahrgestell könnte bereits ab dem zweiten Quartal 2027 erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt startet auch die sogenannte „Amtserprobung“, die sich bis ins dritte Quartal 2028 hinziehen dürfte.
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Änderungsvertrag für das Skyranger-Fahrgestell B0 im November 2026
Possible · Within months

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