Bundeswehr übt Verteidigung mobiler Rechenzentren in Bayern
Quick Look
- Bundeswehrsoldaten trainieren in Dillingen die Verteidigung mobiler Rechenzentren.
- Generalmajor Lutz Kuhn betont die Wichtigkeit der Truppenpräsenz.
- Der Ukrainekrieg unterstreicht die Bedeutung von Echtzeit-Informationen und beschleunigten Angriffsprozessen.
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Why It Matters
Die Bundeswehr übt die Verteidigung mobiler Rechenzentren in Bayern. Der Ukrainekrieg hat die Bedeutung von Echtzeit-Informationen im Krieg deutlich gemacht.
Maschinengewehre rattern, Befehle werden gebrüllt, dann ist es still. Die feindlichen Soldaten sind nicht mehr zu sehen. Eine Drohne steigt auf, man traut dem Frieden nicht. Erst nach erfolgreicher Aufklärung robben die Bundeswehrsoldaten wieder aus ihren Gefechtsständen.
Eine Übung in der Grundausbildung des IT-Bataillons 292 der Bundeswehr in Dillingen, einer Kleinstadt im Westen Bayerns: Ein paar Dutzend Soldatinnen und Soldaten zelten auf einem Truppenübungsplatz und lernen das Kriegshandwerk. Ihr Auftrag: mobile Rechenzentren zu verteidigen.
Mittendrin: Generalmajor Lutz Kuhn, seit wenigen Wochen „Kommandeur Einsatzkräfte und Militärisches Nachrichtenwesen“. Mit Kampfanzug, Schussweste und Stahlhelm sieht er so gar nicht wie ein IT-General aus. „Wir sind hier nicht bei der ‚Farm der Tiere: Alle sind gleich, aber manche sind gleicher als andere‘“, sagt Kuhn. „Deswegen bin ich gern vor Ort mit der Truppe.“
Der Ukrainekrieg macht klar, wie wichtig Informationen im Krieg sind. Ging es früher um Stunden, zählt heute jede Sekunde. „Die Kill-Chain (Anm. d. Red: eine Abfolge von Schritten, mit denen ein Angriff geplant, vorbereitet und durchgeführt wird) hat sich durch Sensordatenfusion und Autonomie in Waffensystemen unglaublich beschleunigt“, sagt Frank Sauer, der an der Universität der Bundeswehr zu Fragen der internationalen Politik forscht, insbesondere dem Verhältnis zwischen Technologie und Sicherheit.
Entsprechend sitzt die Bundeswehr am größten IT-Projekt ihrer Geschichte: Es wird eine Art „Gefechtswolke“ ausgebaut, die sogenannte Combat Cloud: ein IT-Stack, also eine IT-Struktur, mit Datenbanken, Software und mobilen Rechenzentren.
Im Nato-Bundeswehr-Sprech nennt sich das „Multi Domain Operations“: Alle Streitkräfte müssen nahtlos und möglichst in Echtzeit vernetzt werden, um Daten von Satelliten, Drohnen oder Panzern zu verarbeiten und mit richtigen Schlussfolgerungen einen Vorteil im Gefechtsfeld zu erzielen. Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?
Open Questions
- Wie ist der aktuelle Stand des "Combat Cloud"-Projekts?
- Wann wird die "Combat Cloud" einsatzbereit sein?



