BYD will mit Denza in Deutschland den Premium-Markt angreifen
Quick Look
- Der chinesische Autobauer BYD will mit seiner neuen Premiummarke Denza den deutschen Markt erobern.
- Mit dem Z9GT startet der Verkauf, Ziel sind 4000 Autos bis 2027.
- Neue Schnellladetechnologie soll einen Vorteil bieten.
AI-generated summary
Why It Matters
Der chinesische Autobauer BYD will mit seiner Premiumtochter Denza den deutschen Markt erobern und sich durch neue Schnellladetechnologie von der Konkurrenz abheben.
Die neuen Autos sollen besonders schnell laden können und sich so von der Konkurrenz absetzen. Der BYD-Deutschlandchef verrät dem Handelsblatt exklusiv, was die Ziele für Denza sind. Felix Stippler 18.06.2026 - 04:10 Uhr Artikel anhören
Denza Z9 GT: Das neue Modell ist mit der neuen Schnelllade-Technologie kompatibel. Foto: Bloomberg
Köln. Der chinesische Autobauer BYD will mit seiner Premiumtochter Denza die Konkurrenz im deutschen Markt angreifen. Seit dieser Woche verkauft der Konzern die ersten Modelle seines elektrischen Spitzenmodells Z9GT.
Im laufenden Jahr plant der Konzern, noch mindestens 1000 Autos zu verkaufen. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, 2026 auf einen Absatz im vierstelligen Bereich zu kommen“, sagte BYD-Deutschlandchef Lars Bialkowski dem Handelsblatt bei einer Veranstaltung in Köln.
Tendenz steigend: „2027 wollen wir in Deutschland an die 4000 Autos kommen“, sagte er. Damit will Bialkowski in etwa auf Augenhöhe mit der Toyota-Tochter Lexus kommen. Langfristig sind seine Ziele noch ambitionierter: „Wir wollen der größte nichteuropäische Premiumhersteller in Deutschland werden.“
Denza zielt auf den elektrischen Premiummarkt, auf den derzeit auch die Marktführer BMW und Mercedes mit neuen Elektromodellen drängen. Die beiden deutschen Konzerne haben umfangreiche Modelloffensiven gestartet. Jeweils 40 neue oder überarbeitete Autos wollen sie in den kommenden Monaten auf den Markt bringen – ein großer Teil davon elektrisch.
„Der deutsche Automobilmarkt ist einer der schwierigsten, aber das motiviert uns“, sagt Bialkowski mit Blick auf das für ausländische Marken als schwierig geltende deutsche Premiumsegment.
Deutsche Anbieter dominieren
Allein auf BMW und Mercedes entfielen im vergangenen Jahr zusammengerechnet mehr als eine halbe Million Neuzulassungen. Volvo kam als beliebteste ausländische Marke auf rund 60.000 Neuzulassungen. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dataforce.
Denza will sich bei den Elektromodellen insbesondere technisch abheben. Die Autos sollen alle mit der neuen Batterie „Blade 2.0“ der Mutter BYD ausgestattet sein. Damit verspricht der chinesische Hersteller eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern.
» Lesen Sie auch: Chinas Autobauer greifen verstärkt in Europa an – und setzen dabei auf eine neue Strategie
In Deutschland sollen zeitnah weitere Modelle folgen, etwa ein Minivan, ein Sportwagen und ein SUV. Im vierten Quartal folgt der Z9Gt als Plug-in-Hybrid. „2026 kommen zusätzlich fünf weitere Modelle auf den Markt“, kündigt Klaus Hartmann an, Vertriebschef von Denza in Europa.
Die neue Batterie wird außerdem mit den neuen „Flash-Charging“-Stationen kompatibel sein, die BYD auch in Europa installieren will. An diesen Ladepunkten soll das Auto in knapp neun Minuten voll aufgeladen werden können, teilt das Unternehmen mit. In nur fünf Minuten sollen bis zu 70 Prozent des Akkus voll sein.
Bis Ende 2027 will der chinesische Konzern rund 3000 „Flash Charger“ in Europa installieren, rund 300 davon in Deutschland. Noch aber gibt es keine einzige Station in Deutschland.
Nun mit Volumen- und Premiumangebot in Europa
Wie am Premiummarkt üblich will BYD mit seiner neuen Marke besonders Unternehmenskunden überzeugen. „Wir gehen davon aus, dass wir auf einen hohen Flottenanteil kommen werden“, sagt Hartmann. Ihm zufolge laufen bereits viele Gespräche mit potenziellen Kunden.
Denza war im Jahr 2010 als Joint Venture von BYD mit Mercedes gestartet, die Chinesen übernahmen aber vor gut zwei Jahren die komplette Kontrolle über die Marke. Mit dem Markteintritt in Europa deckt der größte Elektroautohersteller der Welt nun auch auf dem hiesigen Markt die komplette Modellpalette ab, mit BYD-Modellen am unteren und den neuen Denzas am oberen Ende der Preisskala.
Wie profitabel die neuen Modelle werden, wollten die BYD-Manager nicht verraten. Mit Preisen von mehr als 100.000 Euro für den Z9GT sollten die neuen Modelle erfahrungsgemäß starke Margen bringen. Aber das Auto wird in China produziert. Deswegen fallen darauf Strafzölle der Europäischen Union an, die wiederum die Profitabilität schmälern.
Denza Z: Das Luxuscabrio auf der Automesse in Peking. Foto: Bloomberg
Der europäische Markt gewinnt für BYD zunehmend an Bedeutung, da die Nachfrage in China deutlich zurückgeht. Wie eine Handelsblatt-Analyse jüngst zeigte, ist das Nettoergebnis von BYD im Heimatmarkt im ersten Quartal des Geschäftsjahres um mehr als die Hälfte auf eine halbe Milliarde Euro gefallen. Den anderen Herstellern geht es ähnlich. Deshalb greifen die chinesischen Konzerne zunehmend in Europa an.
Verwandte Themen
BYDEuropaDeutschlandBMWChina
BYD kam im vergangenen Jahr auf mehr als 245.000 Neuzulassungen in Europa, in Deutschland rund 23.000. Wobei aber ein signifikanter Teil davon auf sogenannte „taktische Zulassungen“ entfallen ist.
Dabei handelt es sich um Zulassungen von Autovermietern und Carsharing-Diensten, bei denen Autos nicht an einen Privatkunden verkauft werden, aber in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts erscheinen. Für das laufende Jahr hat sich BYD vorgenommen, 50.000 Neuzulassungen zu erreichen.
Mehr: „Über die Schmerzgrenze“: Preiskampf drückt Gewinne chinesischer Autobauer um 44 Prozent
Mehr Qualität in Ihren Suchergebnissen
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Denza wird bis 2027 in Deutschland rund 4000 Autos verkaufen.
Likely · Medium term
BYD installiert bis Ende 2027 rund 3000 'Flash Charger' in Europa, davon 300 in Deutschland.
Possible · Medium term
Open Questions
- Wie wird die EU auf die steigende Zahl chinesischer Elektroautos reagieren?
- Können die Ladeinfrastruktur-Pläne von BYD umgesetzt werden?
- Wie wird sich die Nachfrage nach Premium-Elektroautos entwickeln?



