Cornell University: Ex-Staatsanwältin prüft Umgang mit Vergewaltigungsvorwurf
Quick Look
- Die Cornell-Universität hat die ehemalige US-Stellvertretende Generalstaatsanwältin Sally Yates beauftragt, den Umgang der Eliteuni mit einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin im Jahr 2024 zu prüfen.
- Die Untersuchung folgt tagelangen Protesten und einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers.
- Strafrechtliche Ermittlungen werden von der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James geleitet.
AI-generated summary
Why It Matters
Eine ehemalige Studentin der Cornell-Universität beschuldigte sieben Mitglieder der Studentenverbindung Chi Phi, sie im Oktober 2024 mit Ketamin betäubt und anschließend vergewaltigt zu haben. Sie wandte sich drei Wochen später an die Campuspolizei, doch es folgte zunächst kein Verfahren. Die Universität verbot die Verbindung, suspendierte jedoch nur einige der Beschuldigten.
Die Cornell-Universität in den USA hat eine bekannte ehemalige Staatsanwältin mit der Prüfung des Umgangs der Eliteuni mit einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin im Jahr 2024 beauftragt. Sally Yates, die von 2015 bis 2017 stellvertretende Generalstaatsanwältin und Justizministerin der USA war und das Justizministerium kurzzeitig kommissarisch leitete, werde eine »gründliche Überprüfung« der Reaktion der Universität auf die Vergewaltigungsvorwürfe vornehmen, teilte die Universität mit.
Es sei »zwingend erforderlich«, dass Cornell dazu bereit sei, sich selbst mit der gleichen Strenge zu untersuchen, die die Uni von anderen erwarte, sagte die Vorsitzende des Universitätsrates, Anne Meinig Smalling. Dabei gehe es nicht nur darum zu verstehen, was 2024 geschehen sei, »sondern auch zu verstehen, wie Cornell eine Vorreiterrolle bei der Verhinderung sexualisierter Gewalt übernehmen kann, diejenigen unterstützen kann, die sich melden, und auf Vorwürfe rigoros, fair und mitfühlend reagieren kann«, sagte Smalling. Zuvor hatte es tagelange Proteste wegen des Umgangs der Universität mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegeben.
Nicht alle mutmaßlich Beteiligten wurden suspendiert
Eine frühere Studentin der Cornell-Universität hatte angegeben, sie sei im Oktober 2024 von sieben Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi mit dem Narkosemittel Ketamin betäubt und dann von der Gruppe vergewaltigt worden. Die damals 20-jährige Betroffene wandte sich nach eigenen Angaben rund drei Wochen nach dem Vorfall an die Campuspolizei. Ihre Aussagen führten jedoch nicht zu einem Verfahren. Die Universität Cornell hatte die Studentenverbindung nach den Vorwürfen verboten, aber nur einige der mutmaßlich Beteiligten von der Uni suspendiert.
Die Studentenzeitung der Elite-Universität hatte den Fall ans Licht gebracht. Er wirft unter anderem Fragen darüber auf, was die Universität, die Campuspolizei und der zuständige Bezirksstaatsanwalt unternahmen, als sich die Betroffene im November 2024 an die Polizei wandte.
Ermittlungen werden wieder aufgenommen
Nach einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers gegen die Universität im September hatte die Bezirksstaatsanwaltschaft bereits angekündigt, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, leitet strafrechtliche Ermittlungen in dem Fall. Gouverneurin Kathy Hochul hatte zudem eine unabhängige Untersuchung zum Umgang der Cornell University mit dem Fall gefordert. Diese Untersuchung soll Yates leiten.
Ein Fokus bei den strafrechtlichen Ermittlungen könnte auf dem Alkoholkonsum liegen, der der Gruppenvergewaltigung vorangegangen sein soll. Demnach gibt es eine Gesetzeslücke in zahlreichen US-Bundesstaaten, durch die Staatsanwälte nur schwer Anklage erheben können, wenn sich das mutmaßliche Opfer freiwillig so stark berauscht hat, dass seine Fähigkeit zur Einwilligung in Sex stark beeinträchtigt ist.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die strafrechtlichen Ermittlungen durch Letitia James werden Anklagen gegen einzelne Mitglieder von Chi Phi ergeben.
Possible · Within months
Cornell University wird infolge der Untersuchung durch Sally Yates umfassende Änderungen an seinen Verfahren zur Behandlung von sexualisierter Gewalt vornehmen.
Likely · Within months
Open Questions
- Warum wurden nicht alle mutmaßlich Beteiligten suspendiert?
- Welche konkreten Schritte hat die Campuspolizei nach der Anzeige im November 2024 unternommen?
- Welche rechtlichen Konsequenzen könnten aus der Gesetzeslücke hinsichtlich freiwilliger Berauschung resultieren?
- Welche Änderungen plant Cornell University langfristig zur Prävention sexualisierter Gewalt?


