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Cristiano Ronaldo hatte das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft vorzeitig verlassen, nachdem er im Hinspiel gegen Norwegen nicht eingesetzt worden war. Ein klärendes Gespräch mit Trainer Jorge Jesus und Sportdirektor Simao Coutinho hatte eine Vereinbarung gesehen, die jedoch nicht öffentlich umgesetzt wurde.
Weil sein Nationaltrainer auf einer Pressekonferenz nicht das sagte, was Cristiano Ronaldo wollte, reiste er vorzeitig aus dem Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft ab. Doch der Eklat hat für den Superstar und Rekordnationalspieler nur geringfügige Konsequenzen. Wie der portugiesische Fußballverband (FPF) mitteilte, verhängte der Disziplinarrat wegen des vorzeitigen Verlassens des Trainingslagers eine Geldstrafe von 255 Euro.
Zusätzlich wurde Ronaldo für 30 Tage gesperrt. Damit stünde er für Portugals nächste Länderspiele gegen Dänemark (14. November) und in Wales (17. November) in der Nations League wieder zur Verfügung.
Auslöser war Ronaldos Verhalten in der zurückliegenden Länderspielpause in der Nations League. Ronaldo hatte die Nationalmannschaft vorzeitig verlassen, nachdem er beim 2:1 im Hinspiel in Norwegen nicht eingesetzt worden war. Ursprünglich sei ein Einsatz – genauso wie im dritten Spiel – nicht vorgesehen gewesen, erklärte Ronaldo später. Coach Jorge Jesus habe ihn aber vor der Partie gebeten, 30 Minuten zu spielen, wozu es nicht kam.
Nach einem klärenden Gespräch mit Jesus und Sportdirektor Simao Coutinho sollte der Coach auf der Pressekonferenz eigentlich die Angelegenheit bereinigen, teilte Ronaldo später auf Instagram mit. Unter anderem sei der Satz »Es war ein Fehler von mir, einen Spieler vom Kaliber eines Pelé oder Maradona zum Aufwärmen zu schicken, ihn dann aber doch nicht einzusetzen« vereinbart gewesen. Weil Trainer Jesus sich aber nicht öffentlich bei Ronaldo entschuldigte, warf dieser seinem Trainer »Wortbruch« vor.
Das Verfahren des Verbands gegen Ronaldo war am 9. Oktober eröffnet worden. Der Disziplinarrat gab der Anklage in vollem Umfang statt. Ronaldo habe demnach vorsätzlich gegen Artikel 160 der Disziplinarordnung verstoßen. Seine Sperre hat er aber bereits größtenteils abgesessen: Der 30-tägige Zeitraum habe mit der vorläufigen Suspendierung am Tag nach der Abreise des Spielers am 30. September begonnen, hieß es in der Mitteilung des Verbands.
Einen Rücktritt schloss Ronaldo zuletzt aus, die Fortsetzung seiner Karriere in der Seleção machte er aber offenbar von einer Ablösung von Jesus abhängig. Der Trainer habe sein Wort gebrochen, klagte Ronaldo. In einem Schreiben entschuldigte er sich bei seinen Mitspielern für die Abreise und bat auch die Fans um Verzeihung.
Die Geldstrafe dürfte der Superstar verkraften können. Bei einem laut Medienberichten rund vier Millionen Euro hohen Wochengehalt beim saudi-arabischen Erstligisten Al-Nassr verdient Ronaldo pro Minute knapp 400 Euro.
Jahre des sportlichen Verfalls und der Sturheit kulminieren im Zerwürfnis zwischen Portugal und seinem größten Sohn. Über Ronaldos Selbstdemontage lesen Sie hier.
AI outlook — possibilities, not facts
Ronaldo wird für die nächsten Länderspiele gegen Dänemark und Wales verfügbar sein.
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